Bürgermeisterwahl Hessigheim „Ich brenne immer noch für den Job“

Von Gabriele Szczegulski
Günther Pilz Foto: /Gemeinde Hessigheim

Hessigheims Bürgermeister Günther Pilz wird sich am 8. März 2026 wieder als Kandidat aufstellen lassen.

16 Jahre ist er jetzt im Amt – und noch kein bisschen müde, sagt Hessigheims derzeitiger Bürgermeister Günther Pilz (47). Am 8. März 2026 wird in der Gemeinde ein neuer Bürgermeister gewählt, Kandidaten müssen es mit Pilz als amtierendem Bürgermeister als Mitbewerber aufnehmen. Das erklärte Pilz im Gespräch mit der BZ.

Kreative Lösungen für Hessigheim

„Ich brenne immer noch für den Job und habe noch einiges vor in Hessigheim, in dem ich gerne lebe und arbeite“, so Pilz. Am 12. Dezember wird die Stelle offiziell ausgeschrieben, ab da können die Bewerber ihre Kandidatur abgeben. Auch in dieser vor allem finanziell schwierigen Zeit sei es für ihn eine Ehre, „für Hessigheim kreative Lösungen zu erarbeiten“, so Pilz.

Als er vor 16 Jahren das Bürgermeisteramt übernahm, war Hessigheim die am meisten verschuldete Gemeinde im Landkreis. Mittlerweile, so Pilz, „sind wir bei einer Nullverschuldung“. Dennoch wären viele Projekte realisiert worden, mit Kreativität und der Mithilfe der Hessigheimer. Und das, obwohl Hessigheim immer noch die einnahmenärmste Kreisgemeinde ist und die kinderreichste, also wenig Einkommenssteuereinnahmen habe.

Zwei Bürgerbeteiligungen wurden durchgeführt. Sehr viele Hessigheimer hätten sich engagiert. Beispiele für kreative Lösungen seien die Kinderkrippe, die man in die Schule integriert habe, da dort Räume frei wurden, als die Grund- und Hauptschule zur Grundschule wurde. „1,5 Millionen Euro haben wir damit gespart, weil wir sonst neu hätten bauen müssen“, so Pilz.

Um für die Ü-Dreijährigen Kindergartenplätze zu schaffen, habe man für „nur“ 200.000 Euro einen Naturkindergarten errichtet. Durch den Einsatz von Hessigheimer Bürgern, mit tatkräftiger Hilfe des Gemeinderats und ihm selbst sei der Spielplatz bei den Felsengärten in Eigenleistung entstanden.

Auch Pilzs Einsatz für die Erhaltung und Weiterbewirtschaftung der Steillagen wird von den Bürgern mitgetragen: „Ich setze auf die Beteiligung und das ist uns auch gelungen, ich denke, wir können die relevanten Lagen erhalten.“ Mittlerweile wurde in Hessigheim ein Steillagenverein gegründet. Die Gemeinde nimmt an vielen Pilotprojekten teil, wie am digitalen Zwilling, dem Test von Drohnen bei der Weinlese (die BZ berichtete) und demnächst, so verrät Pilz, wird das sogenannten „Endoskelett“ in den Hessigheimer Steillagen erprobt. „Die Steillagen sind Hessigheims Identität, die müssen wir erhalten“, so der Bürgermeister.

Kreisumlage schnürt kleinen Gemeinden die Luft ab

Anstehende Projekte, die schon auf den Weg gebracht wurden, seien der Neubau der Schule, die Schaffung eines Kunstrasenplatzes und der Glasfaserausbau im Ort. Die finanzielle Entwicklung sei schwierig, ab 2026 müsse man an die Rücklagen. Umlagen, wie die abgesegnete Erhöhung der Kreisumlage, sagt der Bürgermeister, „schnüren gerade den kleinen Gemeinden die Luft ab“.

Dass er sich wieder als Bürgermeister für Hesssigheim bewerben wolle, sei als Zeichen für Kontinuität, Stabilität und Sicherheit für die Hessigheimer gedacht. „Gemeinsam und trotz schwieriger Vorzeichen können wir einiges bewerkstelligen“, sagt Pilz.

 
 
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