Bürgermeisterwahl in Ingersheim Haist: "Die Herzen der Bürgerschaft berührt"

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Simone Haist und ihr Mann Holger. Foto: Martin Kalb

In Ingersheim wird ab Mai erstmals eine Frau die Geschicke der Gemeinde in die Hände nehmen. Simone Haist erhielt am Wahlsonntag (16. Februar) 63,44 Prozent (gleich 1784 Stimmen) der Wählerstimmen und konnte sich damit deutlich von ihrem Konkurrenten Thorsten Majer absetzen, der auf 35,21 Prozent (990) Stimmen kam. Abgeschlagen Andreas Obermann mit 26 Stimmen und Ulrich Raisch mit 7 Stimmen.

Schon vor der Verkündigung des vorläufigen Wahlergebnisses ging ein Raunen durch den oberen Stock des Rathauses. Dort versammelten  sich nach 18 Uhr nach und nach immer mehr Bürger, die gespannt auf das Ergebnis warteten. In einem Nebenraum wurden unterdessen schon die Stimmzettel der Briefwähler ausgezählt, wo schon nach rund 10 Minuten das Ergebnis mit einer eindeutigen Tendenz feststand – am Ende hatte Simone Haist schon vor dem Wahltermin 372 Stimmen bekommen, Thorsten Majer 218.

Vom Ergebnis überwältigt

Und dieser Trend für die 41-jährige Diplom-Verwaltungswirtin sollte sich auch in den Wahllokalen fortsetzen. Auf einer großen Leinwand im Ratssaal liefen sehr schnell die Ergebnisse aus den fünf Wahllokalen ein. In allen diesen Wahllokalen erzielte Simone Haist nicht weniger als 63 Prozent, nur im Wahlbezirk Kinderhaus Uhlandstraße rutschte sie mit 57,9 Prozent leicht unter die 60-Prozent-Marke – was am Gesamtergebnis allerdings nichts änderte.

Schon frühzeitig war Thorsten Majer mit Familie ins Rathaus gekommen, der die einlaufenden Ergebnisse mit einem leichten Lächeln zur Kenntnis nahm. Simone Haist wurde von ihrem Mann Holger Haist begleitet. Als Volker Godel nach einer gewissen Wartezeit – der Wahlausschuss musste prüfen – das vorläufige Endergebnis verkündete, gab es  lauten Beifall für Haist, die sich von dem Ergebnis überwältigt zeigte.  Sie habe die Herzen der Bürgerschaft berührt, sagte die Wahlgewinnerin in einer ersten Reaktion. Den ganzen Tag über habe sie nicht gewusst wie es ausgeht.

Haist bittet um eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat

„Wir haben eine neue Bürgermeisterin“ sagte Volker Godel, der an seinen Vorgänger Martin Maier erinnerte, der bei seiner Wahl vor 24 Jahren auch ausgerufen habe: „Wir haben einen neuen Bürgermeister“. Maier war auch ins Rathaus gekommen um die Nachfolge seines Nachfolgers zu beobachten. Simone Haist dankte für das in sie gesetzte Vertrauen. Sie sei tief berührt und freue sich auf die Aufgaben in Ingersheim. Sie bat um eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, ein Wunsch den sie direkt an Majer richtete. Der zeigte sich als fairer Wahlverlierer und reichte, ganz Gentleman, Simone Haist die Hand.

Bürgermeister Volker Godel überreichte einen dicken Blumenstrauß an die Gewinnerin und machte deutlich, dass er nun Abstand zum Amt und den Aufgaben finden müsse. „Ich komme nur noch aufs Rathaus, wenn ich gerufen werde." An Simone Haist gerichtet sagte er, sie werde ihren Weg gehen müssen, „und dies auch können“.

 
 
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