Bürgermeisterwahl „Zwischen mir und Hessigheim passt es“

Von Gabriele Szczegulski 
Günther Pilz mag angenehme Umgebungen wie die Hessigheimer Landschaft oder die Kunst des Bietigheim-Bissingers Waldemar Neufeld (im Hintergrund). Foto: /Oliver Bürkle

Günther Pilz möchte am Sonntag, 8. März, zum dritten Mal Bürgermeister in dem Weinort werden.

Es ist unwahrscheinlich, dass Günther Pilz am Sonntag, 8. März, nicht zum dritten Mal zum Bürgermeister in Hessigheim gewählt wird. Er hat keinen Mitbewerber und im Ort ist er sehr beliebt. Im Gespräch sagt Pilz, ob er der perfekte Bürgermeister für Hessigheim ist.

Herr Pilz, Was ist so besonders an Hessigheim, dass Sie hier nicht weg wollen?

Günther Pilz: „Hessigheim ist einfach ein schönes Dorf. Die landschaftliche Kulisse ist einmalig und die Gemeinde hat Potenzial. Ganz besonders aber ist der Zusammenhalt im Ort, der sich in aktivem Engagement und enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Gemeinderat widerspiegelt. “

Warum wollen Sie hier Bürgermeister bleiben?

„Es macht einfach so viel Freude, mit der Dorfgemeinschaft das Entwicklungspotenzial auszuschöpfen. Hessigheim ist alleine von seiner Topografie kein Gewerbestandort, was sich in den schlechten Steuereinnahmen zeigt. Aber aus wenig viel zu machen, das ist das Geheimnis.“

Wo haben Sie aus wenig viel gemacht?

„Da gibt es einige Beispiele. Wir haben ein sehr umfangreiches Angebot in der Kinderbetreuung und das mit vergleichsweise geringen Mitteln. Wir haben innerhalb von zehn Jahren zwei Bürgerbeteiligungsprojekte durchgeführt. So ist ein Strategiepapier Gemeindeentwicklung entstanden. Beispiele sind, dass im Ort Begegnungsbänke aufgestellt wurden oder dass wir in einer Aktion mit Freiwilligen den Spielplatz an der Felsengartenkellerei erneuern und um einem Bolzplatz und eine Pumptrack-Anlage erweitern konnten. “

Sind Sie der perfekte Bürgermeister für Hessigheim?

„Wer ist schon perfekt, aber ich glaube, zwischen mir und Hessigheim passt es ganz gut. Zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass mich die Hessigheimerinnen und Hessigheimer loswerden wollen“

Was muss in Hessigheim unbedingt besser werden?

„Da gibt es zwei Themenbereiche: Senioren und Tourismus. Hessigheim hat weder ein Seniorenheim noch eine Tagespflege. Was da machbar ist, darüber will ich mit der Gemeinde und verschiedenen Trägern sprechen. Es ist nicht gut, dass wir zwar eine super Kinderbetreuung haben, aber keine Angebote für Senioren. Das zweite Thema ist die Ausschöpfung des touristischen Potenzials. Viele Menschen kommen für einen Tagesausflug oder zum Kurzurlaub hierher. Das lässt sich zwar nicht in Zahlen ausdrücken, aber wir merken das steigende Interesse. Zudem wurde Hessigheim erst vor kurzem von „bwegt“, einer Initiative des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, welche die schönsten fünf deutschen Dörfer vorstellte, als besonders attraktives Dorf hervorgehoben. Hessigheim und die Felsengärten gelten als Hot Spot der beliebtesten Ausflugsziele in Baden-Württemberg, aus dem muss man doch was machen, vor allem, da uns andere gewerbliche Möglichkeiten fehlen. “

Was kann die Gemeinde tun, um den Tourismus weiter anzukurbeln?

„Die Gemeinde kann den Tourismus steuern, indem sie Angebote macht oder beispielsweise eng mit den Weingütern und dem Steillagenverein am Ort zusammenarbeitet. Gemeinsam mit ihm veranstalten wir im Mai zum ersten Mal ein Weinfestival, das überregional Besucher anziehen soll. Ich habe an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg ein Fachprojekt zur Tourismus- und Besucherlenkung angestoßen. Wenn es angenommen wird, erarbeiten Studierende für uns ein Tourismuskonzept. Der Tourismus könnte ein nachhaltiger Wirtschaftszweig und auch eine Daseinssicherung werden und es ist wichtig, das so zu steuern, sodass die Lebensqualität der Einwohner nicht leidet.

Wie soll Hessigheim sich verändert haben, wenn Sie einmal nicht mehr Bürgermeister sind?

„Ich würde es bereits als Erfolg bezeichnen, wenn wir die Standards halten können und in den genannten Themenfeldern weiter vorankommen. “

 
 
- Anzeige -