Bürgerpark Tamm Planungswettbewerb kann beginnen

Von Petra Neset-Ruppert
In einem Planungsvorschlag von 2019 sollen die Streuobstwiesen „Am Egelsee“ erhalten bleiben. Nun kann der Planungswettbewerb für den Bürgerpark beginnen. Foto: /Oliver Bürkle

Der Gemeinderat hat über die Ausschreibung eines Planungswettbewerb für einen Bürgerpark „Am Egelsee“ diskutiert. Nun kann die Bürgerbeteiligung beginnen.

Die Idee gibt es in Tamm bereits seit Jahren: das Gebiet Egelsee nahe der Bahngleise soll ein Bürgerpark werden. In der jüngsten Sitzung des Tammer Gemeinderats hat das Gremium nun über einen Planungswettbewerb für das Gebiet abgestimmt. Es gehe darum, das Gebiet „Am Egelsee“ aufzuwerten und zu einem Naherholungsgebiet für die Tammer Bürger zu gestalten.

Ein erster konzeptioneller Entwurf aus 2019 schlug eine bessere Wegeführung sowie eine Verbindung zum Bahnhof, einen See mit einer Brücke und einem Bürgertreff vor. Je nach Variante wurden damals die Kosten auf 2,35 Millionen bis 3,3 Millionen Euro geschätzt, wobei mehr als die Hälfte der Kosten förderfähig seien. Der Vorschlag der Verwaltung lautete nun: einen Planungswettbewerb auszurufen, um Grundlagen für eine Weiterentwicklung des Gebiets zu haben.

„Wir brauchen eine Planung, damit wir wissen, was es kostet“, betonte Bürgermeister Martin Bernhard zu Beginn. Die Besprechungen hierzu in den Ausschüssen hatten bereits zu intensiven Diskussionen geführt.

Kosten liegen bei 40.000 Euro

Die CDU-Fraktion stellte sich hinter den Vorschlag der Verwaltung und Dr. Dietmar Zeh verwies auf die Förderungen, die es gebe: „Der Bürgergarten liegt in einem Sanierungsgebiet. Bis 2032 besteht dort eine Fördermöglichkeit. Die Kosten, die die Stadt für die Planungen jetzt aufbringen muss, liegen bei 40.000 Euro.“

Die LLT hingegen stellte klar: „Wir sind nicht gegen den Bürgergarten, sondern sehen nur den Startpunkt jetzt als nicht so gut an“, sagte Wolfgang Günther. Die angespannte Haushaltslage, die sich auch in den nächsten vier Jahren nicht so schnell verbessere, gebe keinen Spielraum für ein solches Vorhaben. „Außerdem haben wir nicht die Stimmung in der Bevölkerung gefunden, dass der Bürgergarten ein Thema ist“, sagte Günther und verwies auf einen Fragebogen, den er an 50 Tammer verteilt habe, um sich ein Stimmungsbild zu machen. „29 waren gegen eine Planungsinvestition in der angespannten Haushaltslage“, erklärte Günther.

Bernhards entgegnete: „Die Stadt hat 12.400 Einwohner. Ich wage zu bezweifeln, dass das repräsentativ ist.“ Er betonte, dass man mit diesem Planungswettbewerb noch keine Realisierung auslöse. Doch es brauche eine Grundlage, um zu entscheiden, ob und wie es „Am Egelsee“ weitergehen könne.

Grüne Lunge für die Stadt

Jürgen Hottmann (AWV) stimmte Bernhard zu und betonte ebenso wie Zeh, dass der Bürgerpark „eine Investition“ ist. Er könne eine grüne Lunge für die Stadt werden. „Darauf sollte man auf Dauer nicht verzichten“, so Hottmann weiter. „Wenn man Pläne hat, kann man sie herausholen, wenn die Zeit dafür reif ist“, unterstützte Hottmann den Vorschlag der Verwaltung, nun den Planungswettbewerb in die Wege zu leiten. Für Esther Krain (SPD) hingegen reichten „kleinere Maßnahmen“, um das Gebiet aufzuwerten. Sie verwies darauf, dass man das Quartier am Wasserturm, trotz fehlender Förderung, nicht aus den Augen verlieren solle. Ihr Fraktionskollege Alexander Maier erklärte, dass er die Planung in der aktuellen Finanzsituation für nicht umsetzbar halte. „Ich habe die Sorge, dass die neue Planung dann auch veraltet ist“, sagte Maier.

„Wann ist der richtige Zeitpunkt?“, diese Frage stellte Karin Vogt (Grüne) in die Runde. „Entsiegelung ist und muss Thema bleiben“, so Vogt. Man habe gesehen, welchen Mehrwert aufgewertete Areale für die Bevölkerung bringen und verwies auf das damalige Landesgartenschau-Gelände in Bietigheim-Bissingen. Planungen könnten eine Grundlage hierfür schaffen, aber die Bürgerbeteiligung in diesem Prozess sei wichtig.

„Der Bürgergarten ist eine investive Maßnahme“, stellte Lukas Tietze (CDU) klar und erklärte, dass für Tamm rund acht Millionen Euro aus einem Sondervermögen des Bundes bereitstehen könnten, wenn man die Investitionsprojekte wie den Bürgergarten angehe. „Wir müssen uns auf den Weg machen, das ist der richtige Schritt“, so Tietze, denn die Förderungen gebe es nur innerhalb eines gewissen Zeitraums.

Weitere Grundstücke erwerben

Alexander Maier (SPD) sprach sich dafür aus, dass die Stadt weiterhin in diesem Gebiet Grundstücke kaufen solle, um für die Zukunft vorbereitet zu sein und Andreas Weiser (LLT) warnte vor einem „übereilten Start für die Egelsee-Planung“.

Vor der Abstimmung erklärte Bernhard: „Ich glaube nach fast 30 Jahren kann man nicht mehr von übereiltem Handeln sprechen.“ Er verwies darauf, dass die Grundlage dieser Idee bereits in den 1990er Jahren entstanden sei und es gehe erst mal nur um Planungen und noch nicht um eine Umsetzung.

Zwölf Gemeinderäte stimmten für den Start des Planungswettbewerbs (CDU, Grüne, AWV), sechs Gemeinderäte stimmten dagegen (LLT, SPD) und es gab eine Enthaltung (SPD). Damit kann nun der Planungswettbewerb beginnen, der laut Vorlage eine Bürgerbeteiligung im Juni diesen Jahres vorsieht. Die Preisgerichtssitzung soll voraussichtlich Ende des Jahres stattfinden.

 
 
- Anzeige -