Bundesliga-Primus schlägt BG Göttingen Riesen Ludwigsburg haben erneut den längeren Atem

Von
Eine ganze Menge Arbeit hatten Riesen-Center Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) und seine Mitspieler am Ostermontag gegen Göttingen zu verrichten, ehe der knappe 90:81-Auswärtssieg endlich feststand. ⇥ Foto: Hubert Jelinek

Der Tabellenführer der Bundesliga hat sich am Ostermontag nach hartem Kampf mit 90:81 bei der BG Göttingen durchgesetzt.

Riesen-Coach John Patrick konnte sich am Ostermontag beim 90:81-Auswärterfolg seiner MHP Riesen Ludwigsburg gegen die BG Göttingen nicht nur über den bereits 25. Saisonsieg im 27. Spiel freuen, sondern auch über ein Wiedersehen mit seiner ältesten Tochter Jessica, die als einzige von seinen fünf Kindern bei Patricks Umzug nach Ludwigsburg in Niedersachsen geblieben war. Von 2003 bis 2011 war Patrick – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung in Japan – bei den Veilchen als Trainer tätig und dort gewissermaßen auch mit dem deutschen Basketball sozialisiert worden. In Göttingen wurden auch seine Basketball spielenden Söhne Johannes und Jacob geboren, von denen gegen Göttingen aber nur Johannes im Kader stand, allerdings nicht zum Einsatz kam.

Göttingen mit Rückenwind

Patricks Ex-Klub hatte gerade erst durch eine Serie von drei Siegen in Folge gegen die Kellerkinder Chemnitz, Vechta sowie Bonn den Klassenerhalt de facto klar gemacht und trat dementsprechend von der ersten Minute selbstbewusst gegen den klar favorisierten Tabellenführer an. Die Hausherren gestalteten das erste Drittel ausgeglichen. Zwar traf Jordan Hulls gewohnt sicher aus der Distanz und erzielte bei der 9:5-Führung der Gäste alleine sechs Punkte für den Bundesliga-Spitzenreiter, doch die Rebound-Bilanz der Riesen passte überhaupt nicht. Immer wieder angelte sich der Tabellenelfte die Abpraller und ging nach acht Minuten mit 17:11 in Führung. Da Desi Rodriguez in der Schlussphase des ersten Viertels noch einmal aufdrehte und fünf Punkte verbuchte, beendeten die Riesen den ersten Durchgang mit einem knappen 20:24-Rückstand.

In der Crunchtime des zweiten Viertels brachten sich die defensivschwachen Niedersachsen durch zahlreiche Ballverluste selbst um den Ertrag ihrer Anfangsleistung. Während die Hausherren die Partie bis zum Stand von 39:40 noch ausgeglichen gestalten konnten, drehten die Riesen in den letzten zweieinhalb Minuten des zweiten Abschnitts auf. Vor allem Neuzugang Oscar da Silva glänzte in dieser Phase mit fünf Punkten und einem schönen Buzzerbeater zum 40:50-Pausenstand.

Doch insgesamt war das Niveau der Partie alles andere als hoch. Und das sollte sich auch nach der Pause nicht ändern. Viele Ballverluste und technische Fehler auf beiden Seiten sorgten dafür, dass kein echter Spielfluss zustande kam. Göttingen witterte gegen müde wirkende Gäste seine Chance und verkürzte nach 25 Spielminuten auf 52:54. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende des Abschnitts waren es nach einem verwandelten Dreier von Harper Kamp nur noch zwei Zähler und wenig später traf Tai Odiase per Alley Oop gar zum Ausgleich. Nach vier weiteren Punkten in Folge für die BG schien Ludwigsburg endgültig den Faden verloren zu haben, doch Tremmell Darden und Barry Brown glichen noch vor der Sirene für die Riesen aus. Dennoch ging das dritte Viertel mit 26:16 deutlich an Göttingen.

Die spannende Schlussphase der Partie bekam BG-Coach Roel Moers gar nicht mehr mit. Der Niederländer war von den Unparteiischen wegen zu heftigen Reklamierens der Halle verwiesen worden. Ohne ihren Trainer gerieten die Hausherren schnell ins Hintertreffen. Über 73:67 zogen die Riesen schließlich nach einem Darden-Dreier auf 76:69 davon (34.). Zwar kamen die Niedersachsen noch einmal auf 75:81 heran, doch nach einer Patrick-Auszeit fanden die Riesen zurück in die Spur und schaukelten die Partie zum 90:81 nach Hause.

„Wir haben hart gespielt und sind immer fokussiert geblieben. Das hat meiner Meinung nach heute den Unterschied gemacht“, freute sich der stark aufspielende Riesen-Neuzugang Oscar da Silva nach der Partie über den verdienten Auswärtssieg.

 
 
- Anzeige -