Bundestagswahl in Ludwigsburg Kandidat will Wohnraum schaffen

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Thomas Utz will auch über den Horizont hinaus schauen. Foto: /Simon Granville

Thomas Utz kandidiert für die SPD im Wahlkreis Neckar-Zaber. Er sieht einen immensen Bedarf an sozialem Wohnraum, der möglichst umweltverträglich entstehen soll.

Marbach - Es ist kurz nach 8 Uhr, also ziemlich früh am Morgen. Thomas Utz ist dennoch schon auf Betriebstemperatur, hält flotten Schrittes und freundlich grüßend auf den Treffpunkt vor dem Literaturmuseum der Moderne in Marbach zu. Ein Ort, der für den 32-Jährigen Symbolcharakter hat. Von der Aussichtsplattform aus könne man den Blick schweifen lassen „und vielleicht auch mal über den Horizont gucken. Und das ist, glaube ich, etwas, dass Bundestagsabgeordnete für unsere Region tun sollen: Sich bewusst sein, wo man herkommt und in welcher Tradition man lebt, den Blick aber auch auf Erneuerung haben und in die Zukunft blicken, damit es hier auch künftig gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze für die Menschen gibt.“

Hoffnung auf das Direktmandat

Der Sozialdemokrat ist auch zuversichtlich, dass er nach der Wahl am 26. September zum Kreis derjenigen gehört, die sich in Berlin überhaupt für solche Dinge wie angemessen vergütete Jobs starkmachen können. Vor ein paar Wochen schien diese Vorstellung angesichts mieser Umfragewerte der Genossen noch recht abwegig. Der Murrer Gemeinde- und Kreisrat rangiert auf der SPD-Liste lediglich auf Rang 26, wird folglich über die Zweitstimme den Sprung in den Bundestag nicht schaffen können. Weil sich aber die politische Stimmungslage inzwischen gedreht hat und sein Parteikollege Olaf Scholz bei den Prognosen die Nase vorne hat, hofft Utz, dass er sich ein Direktmandat sichern kann. „Es gibt ein Rennen zwischen der SPD und der CDU. Nur die beiden Kandidaten dieser Parteien werden realistische Chancen haben auf ein Direktmandat“, prognostiziert der Politiker, der bei einem Stuttgarter Automobilbauer im Risikomanagement tätig ist.

Ziel ist, mehr Wohnraum zu schaffen

Wobei Utz nicht nur auf die aktuelle Beliebtheit des Kanzlerkandidaten der Genossen vertraut, sondern auch mit seiner Person und seinen Standpunkten Wähler überzeugen möchte. Ihm liegt vor allem das Thema bezahlbarer Wohnraum am Herzen. „Bauen, bauen, bauen“, lautet deshalb eine seiner Prämissen. Das soll aber so umweltverträglich wie möglich geschehen. Also am besten nicht auf der grünen Wiese, sondern mittels Nachverdichtung oder indem bestehende Gebäude aufgestockt werden. „Das Ziel muss sein, mindestens 400 000 Wohnungen pro Jahr zu bauen“, beispielsweise über eine kreiseigene Wohnbaugesellschaft, die die SPD fordere. „Das führt am Ende dazu, dass die Preise nicht weiter steigen. Es darf nicht sein, dass Menschen sich die Miete nicht mehr leisten können“, erklärt er. Um dabei das Klima nicht über Gebühr zu strapazieren, kann sich der Murrer vorstellen, Fassaden zu begrünen. Zudem setzt er auf die Verwendung nachhaltiger Materialien.

Arbeitsplätze über Innovationen sichern

Ein weiteres Puzzleteil in Sachen Klimaschutz ist für ihn der Ausbau der regenerativen Energien, bei dem jedoch die Strompreise nicht davongaloppieren dürften. Utz macht keinen Hehl daraus, dass die ökologische Wende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird. Unter anderem müssten Produktionsprozesse ressourcenschonender angepackt werden. Umso mehr gelte es, Fortbildungen für Mitarbeiter anzubieten und Innovationen zu fördern. Wenn Deutschland technologisch die Nase vorne habe, sichere das Arbeitsplätze.

Attraktiverer ÖPNV gefordert

Auch beim Verkehr dürfe es kein Weiter-so geben, findet Utz. Der ÖPNV müsse attraktiver werden, ein Ein-Euro-Tagesticket werde von der SPD gefordert. Neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice könnten ebenso zur Verkehrsentlastung beitragen wie ein Ausbau des Carsharings.

Der Werdegang

Persönliches
Thomas Utz ist 32 Jahre alt, wohnt in Murr und lebt in einer „glücklichen Beziehung“. Der Gemeinde- und Kreisrat arbeitet im Risikomanagent bei einem Autobauer in Stuttgart, hat Betriebswirtschaft, internationales Rechnungswesen und Unternehmensrecht studiert. Utz engagiert sich im Vorstand des Tennisclubs seines Heimatorts, ist aber auch Fußballfan. Er drückt dem VfB Stuttgart die Daumen. Zu seinen Hobbys gehören ferner das Wandern sowie Touren mit dem Rad und dem Motorrad.

Politisches
Der gebürtige Dresdner ist schon mit 16 Jahren in die SPD eingetreten, weil ihm Solidarität, Gerechtigkeit und Respekt wichtig seien. Werte, die für ihn am ehesten die Sozialdemokraten verkörperten und die ihn auch heute noch motivierten, Politik zu machen. Thomas Utz wuchs in einem politisierten Elternhaus auf, hat sich mit seinem Vater früh über entsprechende Themen ausgetauscht.

 
 
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