BZ-Aktion Bietigheim-Bissingen Unterstützungsbedarf bei der Diakonischen Beratungsstelle nimmt zu

Von bz
Georg Voigtländer ist der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen. Foto: /Martin Kalb

Die Diakonische Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen hilft Menschen, die in eine Notsituation geraten sind. Die Gründe für den Hilfsbedarf sind vielseitig. Von Fahrkartenzuschuss bis hin zu Vermittlung bei Ämtern – die diakonischen Berater finden eine Lösung. 

Die Herausforderungen in der Beratungsarbeit der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim nahmen 2022 weiter zu, auch wenn die Einschränkungen durch die Pandemie Schritt für Schritt abgebaut wurden, berichtet Georg Voigtländer, Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen. Aus der BZ-Aktion „Menschen in Not“ erhielt die Diakonische Bezirksstelle 17 500 Euro Spenden. Damit wird die Arbeit der Bezirksstelle auch in diesem Jahr wieder unterstützt, denn viel zu tun gibt es für die Mitarbeiter der Diakonie immer.

Geflüchtete brauchen Hilfe

Mit dem Krieg in der Ukraine und der daraus wachsenden Zahl an geflüchteten Menschen im Landkreis war in diesem Jahr die Frage, wie konkrete Hilfe aussehen kann. Eine wichtige Entscheidung war, dass es ein zentrales Angebot geben wird, bei dem auch die Diakonische Bezirksstelle Bietigheim eingebunden ist.

Mit dem MIR in der Friedenskirche in Ludwigsburg wurde ein Begegnungs- und Beratungszentrum geschaffen, bei dem Diakonie und Caritas eng kooperierten. Weitere Institutionen wie Stadt und Landkreis wurden mit ihren Beratungsangeboten integriert. So ausgestattet, konnte das MIR als zentrale Anlaufstelle geflüchtete Menschen aus der Ukraine kompetent unterstützen. Darunter auch eine großen Zahl geflüchteter aus Bietigheim und Umgebung.

Mehr Hilfe notwendig

Die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten führten in diesem Jahr ebenfalls zu einer Zunahme an Unterstützungsbedarf, berichtet Voigtländer. In den Blick kommen dabei nicht nur Menschen, die Unterstützung über staatliche Stellen in Anspruch nehmen können, sondern auch Personengruppen die bisher zurecht kamen, aber mit den enorm gestiegenen Preisen in Not geraten. Bei der Bietigheim-Bissinger Tafel war dies auch durch die stark gestiegene Anzahl der Kunden zu spüren, erklärt der Bezirksstellenleiter Voigtländer.

Die Gründe, weshalb Menschen in eine Notlage kommen, sind vielfältig und in der Regel ist es zu einfach die Verantwortung allein bei den Betroffenen zu suchen. Häufige Ursachen für eine Notlage sind Erkrankung, Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung, Kündigung der Wohnung, Erhöhung der Miet- und Energiekosten, lange Bearbeitungszeiten bei Behörden. Oder Menschen verlieren den Überblick und können dadurch Rechnungen nicht mehr bezahlen.

Die tägliche Beratungsarbeit in der Diakonischen Bezirksstelle ist daher vielseitig und umfasst verschiedene Aufgaben.

Unterstützung ist vielseitig

Frau B., zum Beispiel, lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Deutschland. Durch ihre Erkrankung kann sie nicht mehr arbeiten und ist auf die Unterstützung angewiesen. Der Aufenthaltstitel der Familienangehörigen muss verlängert werden. Der Antrag läuft, aber durch die lange Bearbeitungszeit fehlt die Bescheinigung als Grundlage für die Weiterbewilligung beim Jobcenter. Ziel ist es zwischen den Ämtern zu vermitteln und die Weiterbewilligung sicher zu stellen.

Herr C. ist chronisch krank und hat deshalb seinen Arbeitsplatz verloren. Er musste wiederholt operiert werden und verbrachte viel Zeit im Krankenhaus. Er wird von seiner Frau versorgt, die ihn auch jeden Tag im Krankenhaus besucht hat. Die Fahrkarte für die täglichen Fahrten konnte sie sich nicht leisten und bekam deshalb das Geld für die Fahrkarte von der Diakonischen Bezirksstelle.

Endlich hat Frau E. eine Wohnung gefunden. Klein, aber eine eigene Wohnung. Für die Waschmaschine ist nur noch im Keller Platz. Bei einem Unwetter lief der Keller mit Wasser voll bis unter die Decke. Es ist niemand verletzt worden, aber die Waschmaschine ist kaputt. Versicherung gibt es keine und das Geld reicht nicht für eine neue Waschmaschine. Mit einem Zuschuss konnte eine neue Waschmaschine angeschafft werden.

Familie A. macht die hohen Lebenshaltungskosten zu schaffen. Das Geld reicht nicht um den Alltag zu bewältigen. Dabei geraten die Energiekosten aus dem Blick und die entstandenen Nachzahlungen können nicht geleistet werden. Es droht eine Stromsperre. Mit einem Zuschuss aus den Nothilfemitteln und einer Ratenzahlungsvereinbarung zwischen Familie A. und dem Stromanbieter, konnte eine Stromsperre verhindert werden.

Nothilfegeld dank Spenden

In eine Notsituation kann man schnell gelangen, die Beratungsstelle der Diakonie unterstützt die Menschen dabei, so schnell wie möglich wieder herauszukommen. „Wir sind sehr dankbar, dass mit den Nothilfegeldern, die uns durch die Spenderinnen und Spender der BZ-Aktion Menschen in Not zur Verfügung gestellt wurden, wir konkrete und unbürokratische Hilfe leisten können und zur Überbrückung von Notlagen beitragen“, sagt Georg Voigtländer.

 
 
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