BZ-Aktion Chancen für die Jugend als Motiv

Von Walter Christ
Blick in eines der Klassenzimmer. Foto: /privat

Der Bietigheimer Verein „Kusaidia Afrika“ setzt weiter auf Hilfe zur Selbsthilfe.

So schlimm die aktuellen Kriege und Konflikte auch sind, darf die restliche Armut und Not in der Welt nicht vergessen werden. Unter diesem Leitgedanken setzt der rund 80 Mitglieder zählende Verein „Kusaidia Afrika – Helfen in Afrika“ mit Sitz in Bietigheim-Bissingen seine seit über 20 Jahren praktizierte Philosophie fort. Auch in diesem Jahr wird die Arbeit des Vereins von der BZ-Aktion Menschen in Not berücksichtigt.

Oberster Leitgedanke der von Rolf Schnee geführten Gemeinschaft ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Aus gutem Grund gilt die Prämisse zunehmend der jungen Generation. Sie soll Perspektiven im ostafrikanischen Land Tansania bekommen.

Zweiter Studiengang etabliert

Mit Geldern aus der BZ-Weihnachtsaktion und weiteren Mitteln konnte der gemeinnützige Verein in dem seit vielen Jahren von ihm geförderten Laboranten-College einen zweiten Studiengang einrichten. „In dem neuen Studiengang ,Clinical Medicine‘ werden sogenannte Clinical Officers ausgebildet, die das Rückgrat der medizinischen Versorgung im ländlichen Gebiet von Tansania bilden. In den weit übers Land verteilten Krankenstationen erbringen die Clinical Officers ambulante hausärztliche Funktionen für die Bevölkerung“, erläutert Rolf Schnee das Hilfsprojekt.

Mit dem neuen Studiengang wird demnach das Ziel verfolgt, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, aber auch ein breiteres Spektrum an medizinischen Ausbildungsberufen anzubieten, um das College für Studenten attraktiver zu machen und so die Studentenzahl zu erhöhen, denn die einzige Einnahmequelle neben den Spenden sei das Schulgeld. Zunächst aber mussten Schul- und Praxisräume für die neuen Klassen gebaut werden, um den hohen Anforderungen der Zulassungsbehörde gerecht zu werden.

Die Zulassung des Studienganges zog sich hin und wurde im Sommer erteilt, leider zu spät, um umfassend Studenten zu requirieren. Mit zwölf Studenten im neuen Studiengang wurde im Oktober begonnen. Im Laboranten-Studiengang hat das Kolleg 50 Studenten.

Mit dem Neubau von zwei Klassenzimmern und weiteren Nebenräumen ist laut dem Bietigheimer Vereinsvorsitzenden allerdings noch längst nicht alles getan. Weitere, für den neuen Studiengang qualifizierte Lehrkräfte seien eingestellt worden und die Qualifizierung vorhandener werde erweitert. Und das wiederum erfordere von Kusaidia Afrika die Anschub-Finanzierung bis zum Vollbetrieb des dreijährigen Studienganges.

Neben dem Kolleg fördert der Verein „Kusaidia Afrika“ auch in der Mädchen-Sekundarschule in Madunga den Ausbau des Labors und in der Sanu-Technical-Sekundarschule in Mbulu die Neubeschaffung von Klassenzimmermöbeln.

Diese Schule bietet neben der Sekundar-Ausbildung auch die Ausbildung in handwerklichen Berufen an. In den Projekten dieser Schule werden Materialkosten finanziert. Die Schulmöbel, oder, wie voriges Jahr die Erneuerung von Dächern, werden im Rahmen der Berufsausbildung von den Lehrern und Schülern erstellt. „In einem weiteren Programm werden bedürftige und fähige junge Menschen von der Sekundarschule an bis zum Abschluss eines Berufes mit Schulgeld gefördert“, erläutert Schnee die Hilfe zur Selbsthilfe. Walter Christ

 
 
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