BZ-Aktion hilft mit einer 5000-Euro-Spende „Chance, neue Helfer zu bekommen“

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Rund 160 Kunden hat der Tafelladen in Bietigheim-Bissingen. Seit Montag hat er wieder den Verkauf begonnen: Johannes Schockenhoff (zweiter von links) und sein Team haben die Verkaufstheke vor dem Ladengeschäft aufgebaut.⇥ Foto: Oliver Bürkle

ach zwei Wochen ist der Bietigheim-Bissinger Tafelladen wieder geöffnet. Die BZ-Aktion hilft mit einer 5000-Euro-Spende um die Einkaufsgutschein-Aktion fortzusetzen.

Zwei Wochen war der Tafelladen für die rund 160 Kunden in Bietigheim-Bissingen geschlossen. Seit Montag können die Menschen nun wieder in der Freiberger Straße 51 montags, mittwochs und freitags von 10.30 bis 16 Uhr einkaufen. Das Einkaufen im Tafelladen hat sich aber grundsätzlich geändert. „Die Kunden erhalten bis auf weiteres vorbereitete Tüten mit Tafelware kostenlos ausgehändigt, abhängig von der Familiengröße eine oder zwei Tüten. Das freie Einkaufen im Tafelladen ist also vorerst nicht möglich“, erklärt Johannes Schockenhoff, Vorsitzender der Bietigheim-Bissinger Tafel.

Schockenhoff rechnet im Gespräch mit der BZ vor: „Es ist eine einfache Rechnung, wenn ein Kunde im Tafelladen einkauft, spart er rund 200 Euro im Monat.“ Eine wichtige Entlastung, betont der Vereinsvorsitzende des Tafelladens. „Deshalb war es für uns wichtig, so schnell wie möglich wieder aufzumachen“, sagt Schockenhoff, und wie er anmerkt, „waren die Kunden am Montag so happy, dass wir wieder aufgemacht haben, da gab es leuchtende Augen“.

Die Abgabe der Einkaufstüten erfolgte im Freien vor dem Tafelladen. Die Tafelladenmitarbeiter sorgten dafür, dass sich die Kunden mit ausreichendem Abstand auf dem Parkplatz vor dem Tafelladen anstellten und damit Kontakte minimiert wurden. Auch die Mitarbeiter im Tafelladen hatten  sich auf mehrere Räume aufgeteilt und somit ausreichend Abstand untereinander bei der Zusammenstellung der Tüten gehalten. „Mit diesen Maßnahmen können wir ein eventuelles Ansteckungsrisiko minimieren. Um unsere ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiter, die häufig vom Alter her zur Risikogruppe zählen, zu schützen werden nur Mitarbeiter unter 65 Jahren eingesetzt“, so Schockenhoff.

Dennoch hat der Tafelladen ausreichend ehrenamtliche Helfer, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Viele Berufstätige, die unter anderem in Kurzarbeit sind, hätten sich gemeldet und auch Studenten, die in der studienfreien Zeit nun mitarbeiten. Am Montag waren sechs Studenten der Hochschule für Finanzen im Bietigheim-Bissinger Tafelladen aktiv. Der Vorsitzende kann den Einschränkungen durch die Corona-Krise auch Positives abgewinnen und spricht „von einer großen Chance, nun an ganz andere ehrenamtliche Mitarbeiter zu kommen“. Schockenhoff: „Wir sind überwältigt von der Fülle an Vorschlägen und der großen Hilfsbereitschaft, die Gesellschaft rückt tatsächlich zusammen.“ Am Montag hatte der Tafelladen viel Ware, so dass zu Verkaufsende sogar zwei Einkaufstüten pro Person ausgeben werden konnten: „Wir wollen die Lebensmittel an einem Tag verteilen, sonst müssen wir diese am Abend entsorgen.“ Die Kühlfahrzeuge der Tafel holen nun wieder die Lebensmittel bei 15 bis 20 Supermärkten in der Region ab.

 
 
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