Seit 49 Jahren gibt es die Weihnachtsaktion Menschen in Not der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung. Seit 1977 spenden die Leserinnen und Leser, um Bedürftigen in der Region direkt und unbürokratisch zu helfen. Mehr als 4,2 Millionen Euro sind in diesen Jahren insgesamt zusammengekommen und konnten an diejenigen weitergereicht werden, die es am meisten benötigen.
BZ-Aktion Menschen in Not Unterstützung für Projekte vor Ort
Die Weihnachtsaktion der BZ geht in das 49. Jahr. In diesem Jahr steht vor allem ein Thema im Fokus: Armut.
Direkte Hilfen ohne Abstriche
„Die Aktion ist bei unserer Leserschaft tief verankert, weil alle Beträge ohne Abstriche an die Adressaten übergeben werden und in unserer Berichterstattung jederzeit nachvollzogen werden kann, was mit den Spendengeldern gemacht wurde“, betont Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion Menschen in Not. Die ehrenamtlichen Mitglieder des gemeinnützigen Vereins hoffen, dass auch bei der diesjährigen Weihnachtsaktion die großartige Spendenbereitschaft der BZ-Leser ungebrochen ist, zumal es eine bemerkenswert große Gruppe von Dauerspendern gibt, die sich jedes Jahr wieder dafür entscheidet, mitzumachen und zu spenden. Und diese Spendengelder sind für viele bitter nötig.
Erst vor Kurzem veröffentlichte der Paritätische Wohlfahrtsverbands seinen aktuellen Armutsbericht. Rund 13 Millionen Menschen lebten laut diesem in Deutschland 2024 unterhalb der Armutsgrenze. Das heißt, dass jede sechste Person weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens – 2024 waren das 921 Euro – zur Verfügung hatte. Mit 19,4 Prozent ist fast jede fünfte Person ab 65 Jahren von Armut betroffen, resümiert der Armutsbericht, bei Alleinerziehenden sind es sogar 27 Prozent. Fast jeder vierte Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren lebt unterhalb der Armutsschwelle. Rund fünf Millionen Menschen leben dem Bericht zufolge sogar „in erheblicher materieller Entbehrung“. Betroffen sind etwa 1,1 Millionen Kinder, 1,2 Millionen Vollzeiterwerbstätige und nicht zu vergessen rund eine dreiviertel Million Rentnerinnen und Rentner. Hauptursache dafür ist die Inflation, die diejenigen, die sowieso schon wenig haben, noch härter trifft.
Förderung zahlreicher Projekte
Und treffen kann es jeden. Auch Menschen, die ihr Leben lang auf keine Sozialleistungen angewiesen waren, könnten zum Beispiel aufgrund von Krankheit von jetzt auf nachher in die Armut abrutschen, betonte auch die Liga der freien Wohlfahrtsverbände Ludwigsburg im Rahmen der Aktionswoche gegen Armut, die im Oktober stattfand.
Dieser Gruppe von Menschen möchte sich die BZ-Aktion Menschen in Not in diesem Jahr besonders zuwenden. Die Spendengelder der Leserinnen und Leser sollen unter anderem dem Caritas-Familienbüro in Bietigheim-Bissingen sowie den Diakonischen Bezirksstellen in Bietigheim-Bissingen und Vaihingen zur Verfügung gestellt werden. Diese Fachstellen stehen in direktem Kontakt zu Menschen, die dringend Hilfe brauchen und können so kurzfristig und unbürokratisch helfen.
Da durch das Fehlen der nötigen Mittel gerade für Kinder noch ganz andere Probleme entstehen können, soll ein Teil der Spendengelder dem Kinderschutzbund für den Kreis Ludwigsburg zur Verfügung gestellt werden. Der Kinderschutzbund bietet unter anderem mit seiner kostenlosen „Nummer gegen Kummer“ ein offenes Ohr für Probleme der Kinder und Jugendlichen an. Aber auch andere Projekte unterstützen die Kleinen und Kleinsten, etwa der Begleitete Umgang, der vor allem Scheidungskindern beisteht, oder die Familienpaten, die im Familienalltag unterstützen, wo es nötig ist.
Mit „Miteinander ohne Gewalt“ der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf im Kreis Ludwigsburg startet ein neues Angebot an der Kirbachschule Sachsenheim, das durch einen Teil der Spenden aus der BZ-Aktion gefördert werden soll.
Es richtet sich an Jugendliche mit mangelnder Impulskontrolle, wiederkehrenden Regelverstößen und Arbeitsverweigerung. Durch physische Arbeit soll dabei angestaute Energie abfließen sowie das Selbstwertgefühl gestärkt werden. Das Projekt soll in Kooperation mit Seniorenheimen, Kindergärten und der Sozialstation umgesetzt werden. Die Durchführung ist erst einmal auf ein Schuljahr angesetzt.
Gesunder Geist, gesunder Körper
Sie sind keine Mediziner, keine Pfleger und doch können sie helfen, schneller gesund zu werden: die Klinikenclowns. Die Initiative „Humor Hilft Heilen“ zaubert Patienten und Patientinnen ein Lächeln auf die Lippe. Denn die Psyche spielt beim Heilungsprozess eine entscheidende Rolle, fand der Förderverein „Freunde und Förderer des Krankenhauses Bietigheim“. Und so gehören die „Clown-Visiten“ schon seit vielen Jahren zu den RKH-Kliniken Bietigheim-Vaihingen.
Der Förderverein „Kusaida Afrika – Helfen in Afrika“ setzt sich seit 1998 in Tansania ein. Durch ein Ausbildungszentrum werden medizinische Fachkräfte ausgebildet, die dann wiederum im Land medizinische Hilfe leisten können, vor allem im ländlichen Raum, der kaum Zugang zu ärztlicher Versorgung hat. Seit vielen Jahren unterstützt die BZ-Aktion Menschen in Not den Verein aus Bietigheim-Bissingen bei seiner Arbeit.
Spenden für die BZ-Aktion Menschen in Not 2025
Für die diesjährige und damit 49. Spendenaktion liegen der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung die Überweisungsformulare für die BZ-Aktion „Menschen in Not“ bei. Das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ludwigsburg lautet: DE 82 6045 0050 0007 0300 04
