BZ-Themenseite zur Landtagswahl (WK13) Was muss im Bereich Bildung besser werden? (II)

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Schüler lernen mit Tablets. Foto: dpa

Die BZ befragte die Landtagskandidaten der fünf größten Parteien aus dem Wahlkreis 13 zum Thema Bildung.

An diesem Montag beginnt nach dem Lockdown wieder der Präsenzunterricht an Schulen, wenn auch in abgespeckter und begrenzter Form. Das Thema Bildung spielt im Wahlkampf eine zentrale Rolle. Corona hat vor allem in der Digitalisierung den immensen Nachholbedarf der Schulen im Land aufgezeigt. Akut sind Fragen, wie man künftig Unterricht organisieren will und wie sich die Schulen am besten auf Fernunterricht und die Einbeziehung digitaler Medien vorbereiten. Ein Thema, das die Gemeinden schon seit Jahren umtreibt ist die Schaffung von Kita-Plätzen. Der Kreis ist beliebt bei jungen Familien und die Kinderzahl nimmt stetig zu. Längst nehmen deshalb und wegen des Rechtsanspruchs auf Betreuung die Kosten für die Kindergärten  einen großen Teil der Haushaltsausgaben ein. Gleichzeitig ist es für viele Kommunen eine Herausforderung, genug Personal zu bekommen.

Das sagen die Kandidaten:

Markus Rösler (Die Grünen): "Vernetzt und nicht sektoral auf ein Thema begrenzt denken, arbeiten und entscheiden zu können sowie soziale Intelligenz vermitteln sind Fähigkeiten, die künftig noch wichtiger werden (sollen). Ein Herzensanliegen ist es mir, dass an Schulen und Hochschulen auch Demokratiebildung und Naturbildung sowie Artenkenntnisse vermittelt werden. Für weiterführende Schulen benötigen wir sowohl Gymnasien als auch Realschulen und Gemeinschaftsschulen (GMS). Hauptschulen werden zurückgehen, weil sie nicht mehr nachgefragt werden. Bei den GMS, wo junge Menschen individuell, inklusiv und erfolgreich gefördert werden, setze ich mich für mindestens eine gymnasiale Oberstufe im Kreis ein."

Konrad Epple (CDU): "Das Wohl des Kindes muss im Mittelpunkt stehen. Digitale Medien können dabei helfen, das Lernen und den Unterricht in Zukunft positiv zu unterstützen. Bei der digitalen Ausstattung der Schulen gibt es Nachholbedarf. Mit den Mitteln des Bundes im Digitalpakt Schule, die wir im Land aufgestockt haben, sind hierfür bereits Investitionen ausgelöst worden. Aber Kinder brauchen auch die Betreuung vor Ort, den persönlichen Kontakt zu anderen Kindern. Wir setzen auf flexible, bedarfsgerechte und zugleich qualitativ hochwertige Betreuungsangebote. Dafür braucht es ausreichend Betreuungspersonal. Eine faire Bezahlung ist dabei Voraussetzung sowie Wertschätzung zugleich."

Torsten Liebig (SPD): "Beim Thema Bildung sehe ich als größte Herausforderung den Erwerb der deutschen Sprache. Dies gilt nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund. Hier muss frühe Sprachförderung und eine Ausweitung von Vorbereitungsklassen greifen. Die Gemeinschaftsschulen im Kreis müssen alle Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bekommen. In der frühkindlichen Bildung wollen wir hohe Betreuungsqualität, gute Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen und Gebührenfreiheit vereinen. Letzteres entlastet insbesondere junge Familien in einer Phase, die mit hohen finanziellen Belastungen einhergeht."

Friedemann Meyer (AfD): "In den Schulen muss das Konzept der Gesamtschulen sowie der Inklusion als gescheitert zurückgenommen werden. Es führt, wie erwartet, zu einem Herabsinken aller Schüler. Hier muss wieder verstärkt auf die Lern- und Interesse-Begabungen eingegangen und diese gezielt gefördert werden. In der Berufsausbildung ist die Studentenquote viel zu hoch. Hier muss das Interesse wieder auf praktische Tätigkeiten, wie das Handwerk, gelenkt werden. Das hervorragende deutsche duale Ausbildungssystem bietet in Zeiten der Akademikerschwemme genauso gute Karrierechancen wie ein Hochschulstudium."

Roland Zitzmann (FDP): "Hochwertige Bildung ist eine Kernaufgabe des Staates. Baden-Württemberg hatte früher einen Spitzenplatz in Bildungsrankings inne, ist aber weit zurückgefallen und ist nun im unteren Bereich zu finden. Um die Bildung in Baden-Württemberg wieder zu verbessern wollen wir unter anderem den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems, ein Ende der Privilegierung der Gemeinschaftsschulen und eine Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung. Marode Schulgebäude müssen saniert und dem Lehrermangel, insbesondere im Grundschulbereich, entgegen gewirkt werden. Wir Freien Demokraten wollen zudem die Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung fördern."

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