Camp in Ludwigsburg Für das Klima auf die Straße gehen

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Für die Demo werden während des Klimacamps Schilder gemacht. Foto: Simon Granville

Am Freitag wird weltweit für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit auf die Straße gegangen. In Ludwigsburg hoffen die Organisatoren auf mehr als tausend Teilnehmer.

Ludwigsburg - Campingzelte mitten in der Stadt? Und ein Stuhlkreis? Die Verwunderung steht dem kleinen Jungen, der an diesem Montagnachmittag mit seiner Oma und der Schwester über den Ludwigsburger Rathausplatz schlendert, förmlich ins Gesicht geschrieben. Mit der oft so erfrischenden Neugierde eines Kindes werden einer jungen Frau, die gerade dabei ist Schilder zu beschriften, sogleich Fragen gestellt. Zum Beispiel, was eigentlich Klima ist und warum die ganzen Leute hier sind? Die junge Frau nimmt sich Zeit und erklärt dem jungen Gast, was sie und ihre Mitstreiter tun, der nickt verständig und trottet ein Stück weiter, wo auf dem Boden gerade Schilder beschriftet und bemalt werden.

Klimacamp dauert bis zur Wahl

Noch bis Sonntag wollen Mitglieder von Fridays- und Campus for Future Ludwigsburg mit einem Klimacamp auf dem Rathausplatz ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für Klimaschutz, für Klimagerechtigkeit und für das Einhalten der 1,5-Grad-Grenze, also das Ziel, den menschengemachten globalen Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt gemäß des Pariser Klimaabkommens auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

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Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Am Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt. Eine Wahlempfehlung geben die Organisatoren jedoch nicht. Schließlich sei man überparteilich, betont Paul Kanzok, einer der Pressesprecher von Fridays for Future, um dann aber doch zumindest einen dezenten Hinweis zu geben. „Keine der großen Parteien hat das 1,5-Grad-Ziel im Programm stehen, keine der großen Parteien betreibt ausreichend Klimapolitik“, bringt er es für sich auf den Punkt. „Allerdings fokussieren sich die Parteien links der Mitte mehr darauf, Klimaschutz und Klimagerechtigkeit herzustellen als die anderen.“

Frust über die Politik

Mit ihrem Frust und ihrer Enttäuschung über die Politik hält auch Katharina Höhn nicht hinterm Berg. „Wir laufen sehenden Auges in die Klimakatastrophe hinein – trotz aller Warnungen aus der Wissenschaft und trotz der Hochwasserkatastrophe dieses Jahr“, sagt die 15-Jährige, die wie Kanzok Pressesprecherin bei Fridays for Future ist. „Die Politik bietet uns nicht mehr als leere Versprechen.“

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Sie wollen wachrütteln. Deshalb soll ein Höhepunkt des Camps am Freitag die Teilnahme am weltweiten Klimastreik sein. In mehr als 300 Kommunen werden bundesweit Menschen auf die Straße gehen. In Ludwigsburg ruft ein Aktionsbündnis aus den Organisatoren des Camps sowie der Gruppe Teachers for Future, Ludwigsklima, der Bürgerinitiative Antiatom Ludwigsburg, Attac, der IG Metall und der Naturfreunde Ludwigsburg zu der Demo auf.

Alle Generation beteiligen sich

Beim letzten großen Klimastreik vor zwei Jahren demonstrierten nach Angaben der Polizei 1500 Menschen in der Barockstadt. Die Organisatoren hatten damals sogar von 5000 Teilnehmern gesprochen. Wie viele es dieses Mal werden, sei schwer zu sagen, meint Kanzok. Corona habe das Mobilisieren schwerer gemacht. Das zeige sich auch bei den Freitagsdemos. „Wir rechnen aber mit 1000 plus – über alle Generationen hinweg.“

Stichwort Generationen. Er sei froh, sagt Werner Stiefel von den Naturfreunden Ludwigsburg, dass die junge Generation aufstehe und klar mache, dass es um ihre Zukunft und die der nachfolgenden Generationen gehe. Dass ältere Menschen diesen Protest unterstützen, sei wichtig. „Es geht schließlich um den Erhalt der Natur.“

Start der Demo auf dem Rathausplatz

Die Klimademo startet am Freitag, 24. September, um 14 Uhr auf dem Rathausplatz. Von 15 Uhr an gibt es Reden und Musik auf dem Marktplatz, um 16.30 Uhr dann den Abschluss auf dem Marktplatz. Weitere Infos unter www.fff-ludwigsburg.de.

 
 
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