CO2-Ampeln und Luftfilter gegen Corona Bönnnigheim bekommt die Ampel

Von Birgit Riecker
So sieht die Kohlenstoffdioxid-Ampel aus, die auch mit dem Smartphone abgelesen werden kann.⇥ Foto: Kevin Koenig

Alle Schulräume in der Stadt werden mit Kohlenstoffdioxidampeln ausgestattet, beschloss der Gemeinderat.

Während bundesweit die politische Ampel in aller Munde ist, ist es an den Bönnigheimer Schulen vor allem die CO2-Ampel, die viele bewegt. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Verwaltungsvorschlag zu, alle Schulräume mit diesen Ampeln auszustatten. In der schlecht lüftbaren Mensa in der Turn- und Festhalle sollen außerdem vier mobile Luftfilter angeschafft werden.

Luftfilter sind nicht ausreichend

Reicht das aus, um die Schülerinnen und Schüler vor einer Corona-Ansteckung zu schützen und den Präsenzunterricht im Winterhalbjahr durchführen zu können? „Wir haben das sehr intensiv diskutiert“, erklärte Bürgermeister Albrecht Dautel. Mit den Schulleitungen sei man sich einig, mit den Elternvertretern sei man im offenen Gespräch.

„Guten Gewissens kann ich die Beschaffung von Luftfiltern nicht vorschlagen“, sagte Dautel weiter. Deren Nutzung sei nicht ausreichend, gelüftet werden müsse trotzdem. Denn Kohlendioxid und Feuchtigkeit blieben trotzdem im Raum.

Schulen, die Luftfilter in Betrieb hätten, machten auch auf die störende Lautstärke aufmerksam. Ein Testbetrieb habe dies bestätigt. „Ich sehe keinen Mehrwert in diesen Geräten“, betonte der Verwaltungschef. Außerdem müssten dann die Kindertagesstätten und auch die Rathausmitarbeiter gleichbehandelt werden. Zuvor hatte bereits Fachbereichsleiterin Alexandra Kindler auf die möglichen Kosten aufmerksam gemacht. Die würden bei rund 2500 bis 4000 Euro pro Luftfilter liegen. „Da kämen bei uns allein an den Schulen zwischen 200 000 und 250 000 Euro zusammen“, sagte Dautel.

Stadtrat Dittmar Zäh (UWG) fand, die Sichtweise der Verwaltung sei in Ordnung und vertretbar, die Kosten für Luftfilter undenkbar hoch. Seine SPD-Ratskollegin Dorothea Bechtle-Rüster stimmte ihm zu und verwies auf die Entscheidung des Kreistags, der ebenfalls die Kohlenstoffdioxid-Ampeln anschafft und nur in den Obergeschossen der Förderschulen Luftfilter für notwendig hält, damit kein Kind aus dem Fenster stürzen kann.

Gute Erfahrungen mit Ampel

Grünen-Rat Jochen Türk verwies auf seine beruflich guten Erfahrungen mit den Ampeln. „Das bringt auf jeden Fall was“, betonte er. Allerdings könne sich die Situation in zwei Monaten bereits wieder anders darstellen. Außerdem wisse er von einer Stadt, die sich für die Luftfilter entschieden und bestellt habe. Lieferdatum sei wohl in einem halben Jahr.

Stadträtin Renate Opiolla (SPD) wusste aus Berichten von Lehrerkollegen, dass die Ampeln sehr gut seien. Bei den Lüftungsgeräten bestünde zudem die Gefahr, dass immer Kinder „im Zug“ sitzen würden. Somit war sich der Gemeinderat einig, auf die Ampeln zu setzen.

Rund 30 Ampeln sind in der Ganerbenschule bereits installiert, die übrigen rund 70 Ampeln werden von den Hausmeistern in der Sophie-La-Roche-Realschule und dem Alfred-Amann-Gymnasium derzeit ans Netz gehängt. Die Kosten für die Ampeln liegen bei gut 18 000 Euro. Ein Förderantrag sei gestellt, so Bürgermeister Dautel.

 
 
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