Corona-Krise im ÖPNV Bei Spillmann hofft man auf die Hauptsaison

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Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten als man noch vorne in die Busse am Bietigheimer Bahnhof einsteigen musste. Nicht nur das hat sich bei Spillmann in den vergangen Wochen geändert. Dennoch ist das Unternehmen noch nicht in Panik verfallen.&x21e5; Foto: MARTIN KALB

Vor allem beim Reiseverkehr muss sich das Bietigheimer Bus-Unternehmen einschränken. Im Nahverkehr seien noch keine Einbrüche spürbar.

Wir haben schon im Januar angefangen, uns vorzubereiten“, sagt Bülent Menekse, Geschäftsführer des Bus- und Reiseunternehmens Spillmann in Bietigheim-Bissingen. Neben Busreisen ist Spillmann auch für den ÖPNV in der Region Bietigheim-Bissingen zuständig.

Im Februar habe man ständig die diversen Reiseziele anhand aktueller Daten der Gesundheitsversorgung und der Corona-Verbreitung bewertet. „Seit letzter Woche ist das aber alles hinfällig, weil wir den kompletten Reiseverkehr eingestellt haben“, sagt Menkse. 26 bis 30 Reisen bis Ende April seien wegen dem Virus abgesagt worden. Meist seien diese schon ausgebucht gewesen. Dennoch hätten die Kunden Verständnis gezeigt. „Trotz der Absagen haben unsere Kunden sehr gut reagiert und eigentlich alle haben Verständnis für das Vorgehen gezeigt“, erzählt der Geschäftsführer.  Man plane natürlich die Reisen nachzuholen, aber eine Reise im Frühling sei eben etwas anderes als einen im Sommer oder Herbst. Ein Ersatz eins zu eins sei eben kaum möglich.

In der Verwaltung des Unternehmens habe man früh auf Home Office umgestellt und versucht, das möglichst vielen Mitarbeitern zu ermöglichen. Seit Kurzem ist auch das Reisezentrum am Bietigheimer Bahnhof geschlossen.

Bei den Busfahrern sei man ohnehin schon auf die jährliche Grippewelle eingestellt gewesen. Aus dieser Erfahrung heraus funktioniere es bislang auch sehr gut mit den Busfahrern. Man habe zwar einen hohen Krankenstand, aber nicht so hoch, dass er sich nicht bewältigen lasse. In den Fahrzeugen haben man die ohnehin tägliche Desinfektionsrate erhöht. Nun werde mehrmals täglich für Keimfreiheit gesorgt. „Wir haben als eine der ersten die Busfahrer abgeschottet und den Kartenverkauf bei ihnen abgebrochen“, sagt Menekse. Erst danach habe der VVS für das gesamte Verbundgebiet nachgezogen so dass nun einheitlich vorgegangen werde. Auch die Fahrgäste informiere man über die Bildschirme in den Bussen über die richtige Verhaltensweise in Bussen in Zeiten der Pandemie. Grundsätzlich hielten sich alle aber ohnehin daran.

Wirtschaftliche Auswirkungen

„Bei der Fahrgastzahl im ÖPNV ist noch kein deutlicher Rückgang spürbar“, meint der Geschäftsführer. Da nun seit Dienstag aber der Ferienfahrplan gelte und der Schulbusbetrieb eingestellt sei, müsse man diesbezüglich abwarten. Was Busreisen angehe, halte sich der wirtschaftliche Schaden noch in überschaubaren Grenzen. Noch sei nur die Nebensaison betroffen, alles hänge davon ab, ob im Mai und Juni auch Fahrten abgesagt werden müssen.

Sollte auch die Hauptsaison betroffen sein, trifft es auch Spillmann härter. „Dabei waren wir eigentlich vor der Corona-Krise auf dem Weg unser bestes Jahr zu haben.“

 
 
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