Corona-Krise: So verfahren Fußballteams aus der Region Mannschaften trainieren für den Fall der Fälle

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Matthias Schmid, Trainer des SV Germania Bietigheim. ⇥ Foto: Oliver Häusler

Sollte der Spielbetrieb fortgesetzt werden, wollen Aktiventeams bereit sein. Die Jugend setzt aus.

Die Corona-Krise hat den Fußball-Spielbetrieb lahmgelegt. Mindestens bis Ende März wird auf den Plätzen der Region nicht mehr gekickt. Wie es danach weitergeht, ist noch völlig offen. Die BZ hat Vertreter von Vereinen unterschiedlicher Leistungsstufen gefragt, ob und wie ihre Teams weitertrainieren – und ob sie mit einer Fortsetzung der Saison rechnen.

Der SV Germania Bietigheim hat den Trainingsbetrieb bei seinen Jugendmannschaften ausgesetzt. Die Aktiven werden dagegen wie gehabt an den Übungseinheiten teilnehmen. Die Landesliga- Mannschaft trainiert zum Beispiel zweimal unter der Woche sowie einmal am Wochenende – dann, wenn eigentlich Punktspiele angesetzt wären. „Wir müssen die Mannschaft leistungsfähig halten. Wenn die Saison weitergeht, wäre es ein hartes Programm, wenn wir nicht fit wären“, sagt SVG-Trainer Matthias Schmid. Allerdings rechnet er nach den jüngsten Entwicklungen nicht damit, dass die Spielzeit 2019/20 regulär zu Ende gebracht wird. „Solange das aber nicht definitiv geklärt ist, bleibt uns keine andere Wahl, als weiter zu trainieren“, so Schmid.

Bereits vor eineinhalb Wochen haben sich laut Abteilungsleiter Andreas Bollinger die Fußballer des TSV Bönnigheim mit dem Thema beschäftigt – und sich überlegt, wie es bei einer Unterbrechung des Spielbetriebs intern weitergehen soll. Die Aktiven, die in der Kreisliga A 3 und der Kreisliga B 9 kicken, trainieren weiter. Dienstag und Donnerstag sind Einheiten angesetzt. „Aus sportlicher Sicht ist es natürlich schlecht, wenn man gar nichts mehr tut“, sagt Bollinger. „Jedem Spieler ist aber freigestellt, ob er am Trainingsbetrieb teilnimmt oder nicht. Der Großteil der Mannschaft will kommen – zumindest solange kein akuter Corona-Fall vorliegt.“

Anders verhält es sich beim Bönnigheimer Nachwuchs. Seit am Freitag das Land Baden-Württemberg die Schließung von Schulen und Kitas ab nächsten Dienstag verfügt hat, gilt auch beim TSV: Es findet kein Jugendtraining mehr statt. „Ich tippe nicht auf eine Besserung. Meiner Meinung nach wird die Saison nicht zu Ende gespielt, was ich sehr schade fände“, sagt Abteilungschef Bollinger.

Vorstandsbeschluss tritt in Kraft

Bei der SGM Sachsenheim tritt durch die anstehende Schließung der Schulen und Kitas ein Vorstandsbeschluss in Kraft: Von der Jugend bis zu den Aktiven wird der Trainingsbetrieb ausgesetzt. „Es herrscht eine absolute Unsicherheit. Die Situation ist schwierig“, fasst Detlef Antoni, der Trainer der ersten Mannschaft (Kreisliga B7), die Stimmung zusammen. Am Dienstag wäre das nächste Training terminiert gewesen. Das fällt nun aus. In der teaminternen WhatsApp-Gruppe werde nun das weitere Vorgehen erörtert. „Da wird es dann darum gehen, wie sich die Spieler fit halten können und welche Hausaufgaben sie bekommen“, so Antoni.

Normal trainiert haben am Freitagmittag die Drittliga-Profis der SG Sonnenhof Großaspach. Am Wochenende ist nun trainingsfrei, am Montag hat Coach Hans-Jürgen Boysen die nächste Übungseinheit anberaumt. Wie es danach weitergeht, macht der Tabellenvorletzte aus dem Fautenhau von den Ergebnissen der DFB-Managertagung am Montag in Frankfurt abhängig. In der Dritten Liga sind bis jetzt nur die anstehenden beiden Spieltage am Wochenende sowie am Dienstag/Mittwoch abgesagt worden. „Nur die Profimannschaft ist im Moment auf dem Sportgelände“, berichtet Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Philipp Mergenthaler. Bis mindestens ­23. März­ sei das Jugendtraining in Aspach sowie an den acht Standorten der Dorfklub-Fußballschule ausgesetzt.

 
 
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