Covid-19 im Seniorenheim Corona-Fall im Pflegeheim Sonnenfeld

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Ein erster Bewohner des Sachsenheimer Pflegeheims Sonnenfeld ist an Covid-19 erkrankt.  ⇥ Foto: Martin Kalb

Das Haus der Evangelischen Altenheimat teilte die Infizierung eines 81-jährigen Dialysepatienten mit, der aber keine Symptome zeigt.

Ein Bewohner im Pflegeheim Sonnenfeld in der Karl-Heinz-Lüth Straße in Sachsenheim ist während eines ambulanten Krankenhausaufenthalts positiv auf Covid-19 getestet worden. Dies teilte Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich in einer Mitteilung und auf der Facebook-Seite der Stadt Sachsenheim am Samstag mit. „Die Leitung des Pflegeheims im Sonnenfeld hat mich am Freitagnachmittag sofort über den Infektionsfall informiert“, sagt Albrich.

Tochter schreibt auf Facebook

Wie sich der Senior angesteckt hat, ist laut eines Kommentars seiner Tochter auf Facebook nicht klar. Ihr Vater muss dreimal die Woche zur Dialyse ins Krankenhaus, teilt sie dort mit. Dort sei er auch auf Covid-19 getestet worden. Der 81-Jährige, so sagt Heimleiterin Patricia O’Rourke auf BZ-Anfrage, habe keine Symptome, es gehe ihm sehr gut. Die Heimleitung habe mit dem Sohn des Mannes eine „sensible, aber transparente Öffentlichkeitsarbeit“ vereinbart, sagt sie. „Es geht immer um das Wohl der Patienten, das ist das Wichtigste“, so O’Rourke.

Nach der Isolation der erkrankten Person und der Umsetzung der erforderlichen Schutzvorkehrungen vor Ort, so Holger Albrich, „haben wir gemeinsam alle  weiteren vorgeschriebenen Maßnahmen in die Wege geleitet“. Das Ziel sei es, die Versorgung der Heimbewohner weiterhin sicherzustellen und gleichzeitig diese sowie die Pflegekräfte vor Ansteckung zu schützen.

Der Infizierte sei, so die Heimleiterin, wegen seiner Besuche im Krankenhaus zur Dialyse schon früh in ein Einzelzimmer verlegt und isoliert worden. Er habe aber, so Patricia O’Rourke, auf der Terrasse Kontakt zu acht anderen Bewohnern gehabt, die nun auch auf Covid-19 getestet wurden, und auch keine Symptome haben. „Wir weisen zwar immer wieder darauf hin, auf der Terrasse den Abstand einzuhalten, aber es kann trotzdem sein, dass es zu einem Face-to-Face-Kontakt kommt, deshalb wurden die acht Bewohner isoliert und getestet und wir warten auf das Ergebnis der Tests“, so O’Rourke.

Das größte Risiko in Altenheimen stelle eine Infizierung von Mitarbeitern und Bewohnern dar, teilt Gabriele Blume, Geschäftsführerin der Evangelischen Altenheimat, des Trägers des Pflegeheims Sonnenfeld, mit. Bereits seit 13. März bestehe in allen Pflegeheimen der Altenheimat ein absolutes Besuchsverbot. Nur in wirklich dringenden Einzelfällen kann unter Einhaltung aller erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen in Abstimmung mit der Heimleitung vor Ort ein Zutritt ermöglicht werden. „Auch offene Mittagstische in unseren Häusern wurden am 13. März, Begegnungsstätten am 17. März und Tagespflegeeinrichtungen am 20. März geschlossen“, so Blume weiter.

Um das Risiko einer Infektion der Bewohner zu minimieren, dürfen seit Anfang April Bewohner das Haus Sonnenfeld nicht mehr verlassen und nur in dringenden Fällen wie Arzt- und Therapeuten-Besuche das Heim verlassen dürfen. „Rückkehrer aus dem Krankenhaus oder anderen ambulanten medizinischen Versorgungen wie eben einer Dialyse werden im Einzelzimmer für zwei Wochen weitgehend isoliert“, so sei auch mit dem betroffenen Bewohner verfahren worden, so Blume. Die Dialyse, so O’Rourke ist für den 81-Jährigen lebensnotwendig, deshalb werde er weiter in speziellen Krankenwägen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ins Krankenhaus Ludwigsburg gebracht.

Durch die Möglichkeit, einzelne Zimmer, Bereiche und Etagen zu isolieren, könne im Pflegeheim Sonnenfeld „eine schnelle Keimverschleppung vermieden werden“. Alle Pflegeheime der Altenheimat, so auch das in Sachsenheim, besitzen laut Gabriele Blume eine ausreichende Basisausstattung an Desinfektionsmittel, Mund-Nasen-Schutz, FFP-2-Masken, Gesichtsvisieren und Brillen, Hauben, Schutzkittel und Handschuhe. Auf Facebook waren Vorwürfe laut geworden, das Pflegepersonal sei nicht angemessen ausgerüstet und würde die Pflege ohne Schutz verrichten. Diesen Vorwurf, so Patricia O’Rourke,  weise sie zurück. Die Mitarbeiter vor Ort würden vom Corona-Management-Team der Altenheimat unterstützt und mit persönlicher Schutzausrüstung versorgt, sagt sie.„Wir versuchen alles für den Erkrankten und die anderen Heimbewohner zu tun.“ Wichtig, so Heimleiterin O’Rourke, sei aber auch der enge Austausch mit den Angehörigen.

 
 
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