„Crown“ in Bietigheim-Bissingen Hotel ist im Ellental wohl vom Tisch

Von Heidi Vogelhuber
So hätte das Hotel im Ellental aussehen können. Ob es nun an anderer Stelle kommt, ist noch unklar. Foto: /Thesauros Asset Management

Das geplante Großprojekt soll weiterhin in Bietigheim-Bissingen umgesetzt werden, vermutlich jedoch ohne das Hotel. Ob die zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit nun anderswo entsteht, ist noch unklar.

Die Planungen für ein Großprojekt in Bietigheim-Bissingen erhitzen seit sie im Februar von der Stadtverwaltung bekannt gemacht worden waren, immer wieder die Gemüter. Der Investor, die Unternehmensgruppe Thesauros mit Sitz in Köln, möchte auf dem Gelände nördlich der EgeTrans-Arena eine Multifunktionshalle mit Einzelhandel und einem Hotel realisieren (die BZ berichtete mehrfach).

Bebauungsverfahren läuft noch

Geredet wurde viel über das Projekt, nun ist ein neues Gerücht im Umlauf: Das Projekt soll zwar kommen, jedoch ohne den vier- bis siebenstöckigen Hotelkomplex. Die BZ hat bei der Stadt Bietigheim-Bissingen nachgefragt, die Zuständige bei der Thesauros Asset Management AG war am Donnerstag nicht zu sprechen.

„Es ist in der Prüfung, ob das Hotel dort entsteht“, bestätigt Bietigheims Pressesprecherin Anette Hochmuth. Das Bebauungsplanverfahren laufe weiterhin, sagt sie. Vor allem der Verkehrsaspekt mit der Parkplatzsituation werde kritisch gesehen, da bei der bisherigen Planung alles sehr eng werden würde. Ist das Thema neues Hotel in Bietigheim-Bissingen somit endgültig vom Tisch? Darauf kann derzeit niemand eine Antwort geben. Es entstehe in der Schwarzwaldstraße 40 „eher nicht. Ob anderswo, ist noch offen“, bleibt Hochmuth vage. Einen alternativen Standort habe die Stadt bislang noch nicht ins Auge gefasst, aktuell gebe es auch noch keine Fläche, die in Frage komme, sagt sie auf Nachfrage der BZ.

Dass ein Hotel in unmittelbarer Nähe einen Mehrwert für die Besucher und Besucherinnen der künftigen Multifunktionshalle und der dort stattfindenden Veranstaltungen bieten würde, davon ist die Stadt überzeugt. Anette Hochmuth betont aber: „Nötig wäre das Hotel finanziell jedoch nicht.“ Das Großprojekt mit dem Namen „Crown“ lohne sich auch ohne die Übernachtungen.

Dass es besonders viele Bürgerbedenken zum Projekt gegeben hat, kann die Stadtsprecherin nicht bestätigen, sagt aber: „Bürgerbedenken werden ernst genommen.“ So habe man die Punkte, die bei der gut besuchten Bürgerinformation im April in der Bietigheimer Kelter geäußert wurden, intensiv betrachtet.

Verkehr sorgt für Stirnrunzeln

Unter anderem sorgte die Anzahl der Parkplätze für Stirnrunzeln bei den Anwesenden sowie der Verkehrsfluss und die Unsicherheit, ob dann nicht an allen dort angesiedelten Veranstaltungsorten zeitgleich Events stattfinden und dadurch die Infrastruktur in die Knie gezwungen werde. Über diese Anmerkungen aus der Bürgerschaft hinaus, seien wenige Schreiben von Kritikern des Projekts bei der Stadt eingegangen, sagt Hochmuth.

Sie betont auch, dass die Bebauungsplanentwürfe nach der ersten Bekanntgabe in einen Entwurf fließen und vor einer möglichen Umsetzung der Bürgerschaft nochmals präsentiert werden. Vor dem Satzungsbeschluss stehe noch nichts fest. Der wiederum soll erst im Herbst gefasst werden. Baubeginn könnte damit Ende des Jahres sein, sofern das Bebauungsplanverfahren pünktlich abgeschlossen wird. Eine Fertigstellung des „Crown“ wäre dann wiederum Ende 2026 realistisch.

 
 
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