Als „Schnapsidee“ bezeichnet Kai Appl die Gründung des Dartvereins Sachsenheim. „Dart habe ich schon länger verfolgt, im Fernsehen angeschaut und auch immer mal wieder selbst gespielt. Irgendwann hatte ich dann die erste Dartscheibe daheim, habe mich mit Freunden zum Spielen getroffen“, und so sei die Idee entstanden. Im Januar wurde alles in die Wege geleitet, und am 22. März diesen Jahres wurde dann schließlich der Dartverein Sachsenheim e. V. gegründet. Im Mai folgte der „eingetragene Verein“.
Dartclub Sachsenheim Mit Steeldart zu einem traditionellem Vereinsleben
Seit Kurzem gibt es den Dartclub Sachsenheim. Wie war die Gründungszeit und welche Ziele hat der Verein?
Die Gründungszeit sei schon viel gewesen – organisatorisch und bürokratisch. Satzungen mussten erstellt, Ordnungen festgelegt, Termine mit Notar und Amtsgericht ausgemacht werden. Für eine Vereinsgründung braucht es sieben Gründungsmitglieder. Der Dartclub entschied sich für drei Vorstandsmitglieder: Neben dem Vorsitzenden Kai Appl ist Moritz Hege stellvertretender Vorsitzender, dann gibt es noch eine Schatzmeisterin.
Ein Verein für alle
Aber warum überhaupt einen Verein gründen? „Viele andere Dartvereine spielen nur Liga. Davon unterscheiden wir uns, weil wir auch ein Verein für Jugendliche sein wollen, und für Leute, die freizeitmäßig Dart spielen“, erklärt Appl. Oft sei Dart auch nur eine Abteilung eines mehrere Sportarten umfassenden Vereins, und nicht der Hauptfokus wie beim Dartclub Sachsenheim. Wettkampfambitionen hat der Verein dennoch – „für die, die es wollen“. Um Liga zu spielen, benötigt es ein vierköpfiges Team. Rechnet man Ausfälle und Krankheit mit ein, sind es eher sieben oder acht Spieler, die man braucht. Mit diesem Team fängt man in der untersten Liga an und tritt gegen die Teams anderer Vereine an. „Das ist also nicht der Einzelsport, den man aus dem Fernsehen kennt“, so Appl. Vor allem aber soll im Dartverein ein richtiges Vereinsleben entstehen, sagt Hege, es soll die Tradition weitergeführt werden, man will in der Region zu einem gestandenen Verein werden und auch über Sachsenheim hinaus bekannt werden.
Fokus auf Steeldart
Die Chance darauf besteht, denn allzu viele Dartvereine gibt es in der Umgebung nicht. Und schon jetzt stammen die Mitglieder des Vereins nicht nur aus Sachsenheim, sondern auch aus anderen umliegenden Orten. Und: „Dart ist eine Sportart, die im Kommen ist“ – das merke man an den Preisen von Dartevents. Viele Spieler hätten während Corona damit angefangen, als man alleine zuhause war und sich nicht mit anderen treffen durfte.
Einen Steeldartverein gab es in Sachsenheim bis jetzt noch nicht. Steeldart, die Art des Dartsports, auf die sich der Dartclub fokussiert, unterscheidet sich vom E-Dart dadurch, dass die Dartscheibe bei Letzterem elektrisch die Punkte anzeigt und die Pfeile aus Kunststoff sind. Beim Steeldart, wie der Name schon vermuten lässt, bestehen die Pfeilspitzen aus Stahl. „Das ist vom Gefühl her anders“, beschreibt Appl. Während es in jeder Bar eine E-Dartscheibe gebe, sei Steeldart eher altmodisch, aber beides habe seine Daseinsberechtigung. Die Vorstandsmitglieder können sich auch vorstellen, selbst einmal eine E-Dartabteilung zu haben.
Gerade zählt der junge Verein noch zehn Mitglieder, „eine Verdoppelung in den nächsten Jahren wäre schön“, sagt Appl. Um sich bekannt zu machen, betreibt der Dartverein Social Media und will in Zukunft auch Schulen besuchen. Vereine seien ein sterbendes Thema, „dagegen wollen wir etwas tun“. Wer interessiert ist, kann zum Stammtisch kommen und ein Probetraining machen. Der Mitgliedsantrag wird dann über die Website des Vereins gestellt. Dabei sind alle erwünscht – auch komplette Anfänger. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 42 Euro im Jahr; wenn man sich an zukünftigen Ligaspielen beteiligen möchte, wären es 78 Euro.
Nachdem es den Stammtisch gleich von Beginn an gab, soll im kommenden Monat auch das Training starten – zunächst in einem städtischen Vereinsraum. Lieber hätte man einen eigenen, festen Raum, die Suche danach gestaltet sich aber nicht einfach. Da im städtischen Raum nichts an der Wand angebracht werden darf, musste eine kreative Lösung für die Dartscheiben her. Also wurde eine transportable Dartscheibe auf Rollen gebaut – man könnte den Aufbau als Teamevent bezeichnen: Die benötigten Einzelteile, in Summe 500 Euro, wurden gekauft, und gemeinsam wurde der Ständer zusammengebaut. „Das hat zwei bis drei Stunden gedauert. Wir hatten noch nicht so viel Ahnung, und es gab auch keine Anleitung, aber es war ein cooler Abend“, sagt Hege. Ein zweiter Dartscheibenständer soll bald gebaut werden, optimal wären langfristig vier Stück.
Wegen der hohen Kosten wartet man aber aktuell noch auf einen Sponsorenvertrag: Mit mehreren möglichen Sponsoren und Firmen steht der Dartclub in Kontakt. Aber an diese zu kommen, sei als unbekannter Verein nicht leicht. „Ich habe gelernt, wie wichtig Sponsoren sind“, sagt Appl. Ohne diese wäre beispielsweise der Mitgliedsbeitrag höher. Zu Beginn habe sich der Verein über Spenden der eigenen Mitglieder finanziert.
Eigene Turniere veranstalten
Gemeinsame Vereinsaktivitäten sind auch in Zukunft geplant: Man will Dartveranstaltungen besuchen, aber auch eine Fahrradtour oder ähnliches könne sich Appl vorstellen. Appl will für das bald beginnende Training einen Trainerschein machen, und auch eigene Turniere sind geplant. Wie man es aus der Dartwelt kenne, werde dort in Gruppen- und K. O.-Phasen gegeneinander gespielt.
Im Unterschied zu den Ligaspielen müsse man, um bei diesen Turnieren teilzunehmen, nicht im Verein sein, sondern könne auch einfach so mitmachen. Die Turniere hängen von den Sponsoren ab. Wenn hier erfolgreich ein Vertrag abgeschlossen werden kann, könne man mit dem ersten Turnier noch in diesem Jahr rechnen.
