Das Bönnigheimer Unternehmen für mehr Nachhaltigkeit UN zeichnet Amann aus

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Das Amann-Areal in Bönnigheim aus der Vogelperspektive. Produziert werden die Nähfäden des Unternehmens vor allem in Asien. Nun wurde das Unternehmen von der UN ausgezeichnet.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Die Vereinten Nationen haben das Unternehmen auf die weltweite Liste der Top 50 im Bereich Nachhaltigkeits- und Klimaführer aufgenommen.

Die Vereinten Nationen haben Amann zu einem der „TOP 50 Sustainability & Climate Leaders” ernannt. Auf das Unternehmen war die UN durch seinen weltweiten Recyclingstandard (GRS) aufmerksam geworden, berichtet der Marketing-Zuständige Jan Chorvath von Amann. Durch die freiwillige und anspruchsvolle Zertifizierung leiste das Bönnigheimer Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zu den 17 Nachhaltigkeitszielen.

In einem Videofilm porträtiert die UN das Produktionswerk des Nähfadenherstellers in Bangladesch, in dem rund 350 Mitarbeiter tätig sind und das Jan Corvath als „das modernste Werk von Amann“ charakterisiert. Neben Nachhaltigkeitsaspekten wie dem eigenen Klärwerk stünden dort soziale Aspekte und die medizinische Versorgung im Vordergrund.

92 Millionen Tonnen Abfall

Nähfaden wird in vielen Produkten und Branchen verwendet. Weltweit fallen dadurch laut Amann rund 92 Millionen Tonnen Textilabfälle an, von denen nur ein kleiner Prozentsatz recycelt werde. Der Rest werde verbrannt oder auf Deponien entsorgt.

Damit die Textilindustrie nachhaltiger werde, ist das Bönnigheimer Unternehmen 2019 dem UN Global Compact beigetreten. Nun haben die Vereinten Nationen 50 Firmen, die im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz weltweit führend sind, ausgewählt – mit dabei die Amann Group für die Textilindustrie.

2020 brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben den weltweit ersten Nähfäden auf den Markt, der das Zertifikat „Von der Wiege zur Wiege“ (Cradle to Cradle) für den technischen Kreislauf trägt. Bei dem Zertifikat werden die Materialgesundheit, die Kreislauffähigkeit, der Einsatz von Erneuerbaren Energien, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser und die soziale Gerechtigkeit bewertet. Cradle to Cradle-Produkte sind für die vollständige Kompostierung (biologischer Kreislauf) oder das materialreine Recycling (technischer Kreislauf) konzipiert und ermöglichen eine geschlossene Kreislaufwirtschaft, bei der keine Abfälle anfallen.

Seit Jahren entwickelt Amann laut Corvath Produkte weiter, um sie durch den Einsatz von ausgesuchten Recycling- und Naturmaterialien nachhaltiger zu machen. Der recycelte und zertifizierte Nähfaden Lifecycle Polyamid wird aus Polyamide 6.0 Multifilament hergestellt.

Das Produkt wurde in Zusammenarbeit mit dem internationalen Umweltinstitut EPEA für eine Wiederverwertung als Rohstoff im technischen Kreislauf optimiert. Es gewährleiste maximale Recyclingfähigkeit, verbrauche keine Ressourcen und zeichne sich durch eine hohe Qualität aus. Gewonnen wird der Rohstoff dafür aus recycelten Fischernetzen sowie anderen textilen Abfällen.

Da bei der Herstellung nach Cradle to Cradle keine umweltschädliche Materialien eingesetzt werden dürfen, verzichte Amann auf Silikone und verwende bei der Färbung nur kompostierbare Farbstoffe.

Die nachhaltige Produktlinie komme bei den Kunden sehr gut an, Amann will sich auch weiterhin im Bereich Nachhaltigkeit engagieren. Corvath: „Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten.“ Weitere Infos zu Amann sowie das UN-Video gibt es online.

https://youtu.be/FI8J5o7XzRY

 
 
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