Das ehemalige Möbelhaus Staudt in Bietigheim Abriss macht Platz für Wohnungen und Büros

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Das ehemalige Möbelhaus Staudt wird abgerissen.⇥ Foto: Martin Kalb

Das Möbelhaus Staudt in der Holzgartenstraße wird abgerissen. Dafür entstehen acht Wohnungen und Büros für bis zu drei Unternehmen. Die Fertigstellung ist im Herbst 2022 geplant.

Auf dem Präsentierteller ist das Bauprojekt der G. Staudt & Söhne GmbH & Co. KG. Denn von der Auwiesenbrücke in Bietigheim-Bissingen aus blickt man direkt auf das ehemalige Möbelhaus Staudt sowie dessen Nebengebäude – oder zumindest auf das, was noch davon übrig ist. Denn die Altgebäude werden abgerissen, um Platz für neue Wohnungen und Gewerbeflächen zu bieten. Ende Februar begannen die Abrissarbeiten, die bis Ende April andauern sollen.

„Wir sind als Grundstückseigentümer seit drei Jahren in Gesprächen mit der Stadt über die Entwicklung dieses Grundstücks“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Früher standen hier Teile eines Wohngebäudes sowie eine Schreinerei, die bis auf eine Werkstatt für das Möbelhaus schon vor Jahren aufgegeben wurde. Beim Möbelhaus habe es keine Nachfolgeregelung gegeben, so entstand die Idee einer alternativen Grundstücksnutzung. Das hohe Alter der Gebäude (teils über 130 Jahre) und die Gebäudestruktur hätten eine sinnvolle Nutzung im Altbestand nicht zugelassen, daher der Neubau.

„Das Grundstück hat ja durchaus eine Bedeutung, weil es zur Zufahrt der Innenstadt liegt“, spricht die Sprecherin den Blick von der Auwiesenbrücke an. Daher sei es ihnen von Anfang wichtig gewesen, die Stadt und die Entscheidungsträger in die Planungen zu integrieren. „Das war nun ein Prozess von zweieinhalb Jahren, bis wir im November vergangenen Jahres die Baugenehmigung erhalten haben.“ Die Gespräche mit der Stadt seien dabei sehr konstruktiv und angenehm gewesen, so die Sprecherin. So bat die Stadt beispielsweise, die Mischnutzung des gesamten Areals zu berücksichtigen. Ursprünglich plante die GmbH eine reine Wohnbebauung, nun wird es zwei Gebäude geben, eines davon mit Büroräumen und das andere bietet Wohnungen.

Das Bürogebäude wird zur Auwiesenbrücke hin entstehen und diene so als Lärmschutz für die dahinter liegenden Wohnungen, so die Sprecherin. Auf rund 1100 Quadratmetern können bis zu neun Unternehmen Platz finden und Flächen von 90 bis 360 Quadratmeter anmieten. Welche Unternehmen sich einmieten werden, wolle G. Staudt & Söhne GmbH & Co. KG noch nicht verraten, nur so viel: „Wir führen aussichtsreiche Vermietungsgespräche.“ Der Vermieter kann sich auch Praxisräume vorstellen. „Das würde die Gebäudestruktur zulassen.“ So halte sich der Lärm für die Nachbarn in Grenzen.

Denn nebenan entstehen auf 750 Quadratmetern acht Wohneinheiten mit Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. So erhofft sich der Vermieter eine bunte Mischung an Mietern, von Alleinstehenden bis zu Familien, anzusprechen. „Die Gebäude sind barrierearm“, fügt die Sprecherin hinzu, denn es wird in beiden Gebäuden Aufzüge geben. Was künftige Mieter bezahlen müssen, möchte das Unternehmen noch nicht mitteilen, doch es werde aufgrund der Lage, Bauqualität, Ausstattung und der Energieeffizienz wohl im oberen mittleren Bereich liegen, so die Sprecherin. Beide Gebäude werden als sogenannte Effizienzhäuser mit KfW-Standard 55 erbaut (siehe Infokasten). Die Neubauten werden beispielsweise ans Fernwärmenetz angeschlossen, erhalten Flächenheizungen und -kühlungen und werden mit dreifach verglasten Fenstern und einem mineralischen Vollwärmeschutz erstellt. Fotovoltaikanlagen seien zudem im Gespräch, aber noch nicht abschließend entschieden.

Zahlreiche Anfragen

„Für die Wohnungen haben wir bereits Anfragen erhalten, als die Schließung des Möbelhauses bekannt wurde“, sagt die Sprecherin und spricht damit die Wohnungsnot und den Druck vieler Mieter in der Stadt und Umgebung an. „Das Grundstück hat natürlich auch eine außerordentlich gute Lage“, sagt sie zudem zu den Anfragen. In weniger als fünf Minuten ist man in der Innenstadt, trotzdem seien es nur 300 Meter und man ist im Grünen, zudem werde der Ausblick auf die Enz nicht zugebaut. „Die späteren Nutzer können so den wunderschönen Blick auf die Enz und die am anderen Ufer liegenden Gartenanlagen genießen.“

Doch die Enz birgt auch Gefahren. Die Gebäude befinden sich im Hochwassergebiet, daher darf das Unternehmen nur bauen, weil sich bereits Altgebäude dort befanden. „Die Baugenehmigung ist erteilt worden, weil wir die Hochwassersituation deutlich verbessern“, ergänzt die Sprecherin, denn bisher gebe es viel Nutzung im Erdgeschoss. Bei Hochwasser werde das Wasser zurückgestaut und könne nicht frei fließen. „Mit der neuen Bebauung wird ein Großteil der Erdgeschossflächen freigesetzt. Dort entstehen Parkmöglichkeiten und im Falle eines Hochwassers kann das Wasser frei fließen, weil die Parkplätze überflutet werden können.“

Damit löse man ein weiteres Problem: die Parksituation. Pro Wohneinheit gebe es einen Parkplatz, die restlichen Parkplätze seien für die Büros. Allerdings biete sich hier der gute ÖPNV-Anschluss an. Die Fertigstellung ist für Herbst 2022 geplant.

 
 
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