Das Gebiet um die Karlstraße soll bebaut werden Diskussion um Parkplätze

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Das Gebiet um die Karlstraße weißt viel Gartenfläche auf und soll nun mit einem neuen Bebauungsplan einer geordneten städtebaulichen Entwicklung zugeführt werden. ⇥ Foto: Martin Kalb

Der Gemeinderat berät den den Bebauungsplan Karlstraße. Vor allem die Parkplätze und deren Finanzierung rücken in den Fokus.

Im südöstlichen Teil Tamms befindet sich ein rund 0,43 Hektar großes Gebiet rund um die Karlstraße, für das es bisher noch keinen rechtsgültigen Bebauungsplan gibt. Dies wollen die Gemeinderäte jetzt ändern, um die Innenentwicklung in Tamm zu stärken und das Areal mit seinen großen Gartenflächen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung zuzuführen. Dafür haben die Ratsmitglieder in ihrer jüngsten Sitzung den Entwurf des Bebauungsplans Karlstraße beschlossen.

Mix aus Einzel- und Reihen­häusern ist geplant

Dieser Plan sieht nördlich der Karlstraße eine Wohnbebauung mit Doppel- und Einzelhäusern vor, südlich sollen Ketten- und Reihenhäuser errichtet werden können. Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen. Die Erschließung erfolgt über Karl- und Paulinenstraße. Da es in der Karlstraße relativ eng ist, war auch die Regelung einer Einbahnstraße im Gespräch. Eine Mehrheit im Technischen Ausschuss hat aber dafür gestimmt, die Karlstraße zu verbreitern, inklusive öffentlicher Stellplätze. Sechs Parkplätze sollen in der Nähe der Einmündung der Jakobstraße entstehen und weitere Stellflächen am anderen Ende der Karlstraße/Ecke Paulinenstraße.

Grünen-Rat Reiner Balko regte an: „Die öffentliche Stellplatzzahl ist sehr hoch. Die Kommune muss dafür rund 220 Quadratmeter Grund erwerben. Das macht eine Investition von rund 180 000 Euro notwendig, die noch nicht im Haushaltsplan vorgesehen ist. Ich kann mir angesichts unserer Haushaltssituation sinnvollere Investitionen vorstellen.“ Balko verwies zudem darauf, dass die Parkplätze an der Ecke der Paulinenstraße für einen privaten Grundstückseigentümer und Investor erstellt würden und dieser sich, wie bei einem anderen Bauvorhaben in der Häldenstraße, an den Kosten beteiligen solle. Er stellte einen entsprechenden Antrag.

Es müssen genug öffentliche Parkplätze geschaffen werden

„Wenn wir eine Innenverdichtung wollen, müssen wir auch öffentliche Parkplätze zur Verfügung stellen. In der Paulinenstraße könnte ich mir jedoch eine Kostenbeteiligung des Investors vorstellen“, erklärte Tamms Bürgermeister Martin Bernhard.

Gemeinderätin Petra Brenner von der CDU bewertete den Bebauungsplanentwurf überwiegend positiv. Sie schlug jedoch vor, die Stellplatzzahl vor der Einmündung in die Jakobstraße von sechs auf drei zu reduzieren. „Dies könnten wir uns als Kompromiss angesichts der gegenwärtigen Haushaltslage vorstellen“, so Brenner. Sie konnte sich aber mit ihrem Antrag im Gemeinderat nicht durchsetzen. Bürgermeister Bernhard machte deutlich, dass nicht am falschen Ende gespart werden sollte. „Wir werden den Bebauungsplan nicht heute oder morgen verwirklichen, und unsere Haushaltslage wird sich auch wieder verbessern.“ Auch CDU-Rat Robert Malessa stellte klar, dass jetzt eine ausreichende Anzahl von Parkplätzen geschaffen werden müsse. Dies könne später nur noch unter erschwerten Bedingungen nachgeholt werden. SPD-Rätin Sonja Hanselmann-Jüttner erläuterte, dass eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen entscheidend zur Akzeptanz einer Innenverdichtung beitrage.

Schließlich konnte der Antrag der Grünen ebenso keine Ratsmehrheit erlangen. Bürgermeister Bernhard erklärte sich aber bereit, mit dem angrenzenden Investor und Grundstückseigentümer über eine Kostenbeteiligung an den Stellplätzen zu sprechen. Der Bebauungsplanentwurf Karlstraße wird vom 19. März bis zum 19. April öffentlich ausgelegt.

 
 
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