Das Kulturfenster präsentiert das neue Programm Sechs Vorstände geben Gas

Von
Seit fast einem Jahr verteilt sich die Arbeit im Kulturfenster auf sechs Vorstände (von links): Ute Pfeil, Dieter Teifl, Thilo Pfeil, Bernhard Bleil, Andreas Koschmieder und Michaela Häusser.⇥ Foto: Thilo Pfeil

Die neue Vereinsstruktur im Kulturfenster Bönnigheim bringt neuen Elan und optimiert Abläufe.

Seit rund 20 Jahren lädt das Bönnigheimer Kulturfenster Künstler aus allen Genres in den Kulturkeller ein oder in das Stadionsche Schloss, je nach Anlass. Im Mai 2001 begann das Kulturfenster sein Engagement um niveauvolle Abendunterhaltung mit klassischer Vereinsstruktur mit einem Vorsitzenden und einem Stellvetreter. Im Juli 2020 gab sich das Kulturfenster auf seiner jährlichen Hauptversammlung eine neue Satzung. Aus zwei wurden sechs Vorstände (die BZ berichtete). „Wir wollten die Vereinsarbeit mehr in die Breite bringen und die Vorstandsaufgaben auf mehrere Schultern verteilen“, erklärt Ute Pfeil, eine der sechs.

An den Grundstrukturen des Vereins änderte sich deshalb nicht viel. „Früher hatten wir zum Beispiel einen Kassier wie jeder Verein. Heute ist das ein Vorstand, der für die Finanzen zuständig ist. Jeder macht letzten Endes das, was er vorher auch schon gemacht hat.“ Das heutige Vorstandteam besteht aus Ute, Pfeil, als Vorstand im Programmausschuss, Dieter Teifl als verantwortlicher Vorstand mit Verantwortung für den Kulturkeller, Thilo Pfeil als Vorstand für die Finanzen, Bernhard Beil als Vorstand des Wirtschaftsausschusses, Andreas Koschmieder als Vorstand für die Öffentlichkeitarbeit und Michaela Häusser als Schriftführerin. „Die meisten der neuen Vorstände sind bisher auch schon in ihren Fachgebieten tätig gewesen“, sagt Ute Pfeil.

Um die Vereinsstruktur zu ändern, galt es Grundsätzliches zu regeln  und in der Satzung neu zu zementieren. Wer leitet die Sitzungen? Wann ist die Beschlussfähigkeit gewährleistet? Die Umstrukturierung hat dem Bönnigheimer Kulturverein wohl gut getan. Die klare Aufgabenverteilung macht Zuständigkeiten transparent. Thilo Pfeil, Vorstand für Finanzen: „Wir hatten seit Juli 2020 schon zehn Vorstandssitzungen. Bei denen haben wir 120 Punkte diskutiert und dabei auch die Arbeit des Kulturfensters überarbeitet.“

Neu im Team ist Dieter Teifl als Verantwortlicher für alle Belange rund um den Kulturkeller. „Er koordiniert Reparaturarbeiten und ist Ansprechpartner für die Bönnigheimer Stadtverwaltung“, sagt Ute Pfeil. Im Zuge der Umstrukturierung hat der Verein alte Requisiten ausgemustert und den Kulturkeller neu strukturiert. Im Inneren wurde das Tonnengewölbe sandgestrahlt. Neue Abläufe gelten jetzt und Kooperationen wurden ins Leben gerufen wie zum Beispiel mit der Bönnigheimer Hospizgruppe. Diese lädt im Herbst/Winter zu einer eigenen Veranstaltung in den Kulturkeller ein. „Mit den Fördergeldern für einen Neustart in der Corona-Pandemie hat sich das Kulturfenster eine neue Lichtanlage angeschafft und die Elektrik im Keller auf Vordermann gebracht“, berichtet Thilo Pfeil.

Verwilderter Garten soll zum
Leben erweckt werden

Der Kulturverein möchte gerne den verwilderten Garten am Bönnigheimer Jugendhaus zu neuem Leben erwecken mit kleineren Veranstaltungen wie Autorenlesungen oder einem Jazzbrunch. „Dafür haben wir 100 Klappstühle und eine kleine mobile Bühne angeschafft“, so Thilo Pfeil. Im Jugendhaus in Bönnigheim sind mehrere andere Vereine auch untergebracht, die den Garten ebenfalls nutzen könnten.

Ein erstes Kulturerwachen hat der Verein in diesem Juli bereits gewagt: Er lud ein zu seinem ersten Open-Air-Konzert im Bönnigheimer Freibad. Wetterbedingt musste die launige Sommerparty mit der kultigen Band Poems on the Rock nach einer Stunde beendet werden. „Doch jetzt erst recht: Im nächsten Jahr wollen wir wieder ein Open Air machen, diesmal zweitägig. Poems on the Rock haben bereits zugesagt. Die sind in Bönnigheim sehr beliebt“, erklärt Ute Pfeil.

Der neue Schwung im Verein schlägt sich nieder und Bewährtes bleibt: „Oft kommen Vorschläge für Bands oder Künstler, die bei uns auftreten sollen aus den Reihen der Konzertbesucher. Wir sind offen dafür. Wenn alle Voraussetzungen stimmen laden wir vorgeschlagene Künstler auch gerne ein“, erklärt Ute Pfeil und ergänzt: „Auch junge noch nicht so bekannte Künstler sollen bei uns die Chance bekommen, sich zu präsentieren. 

 
 
- Anzeige -