Zweites Heimspiel, zweiter Heimsieg. Nach dem 4:3 in der Verlängerung am vergangenen Sonntag fertigen die Bietigheim Steelers am Freitagabend die Blue Devils Weiden mit 7:3 und zeigen sich dabei offensiv von ihrer besten Seite. „Es ist schön, dass die Pucks für uns heute reingegangen sind, wir die Führung hatten und die auch gehalten haben“, ist Coach Tim Kehler im Nachgang zufrieden mit der Leistung seiner Truppe.
DEL2 SCB-Offensive auf Hochtouren:7:3-Gala gegen Weiden
Die Bietigheim Steelers lassen den Blue Devils keine Chance. Gäste-Goalie Patrik Mühlberger hat einen gebrauchten Tag und muss sieben Mal hinter sich greifen.
Mit dem Toreschießen starten die Steelers schon früh. Die eigentlichen Blitzstarter aus Weiden, die an den beiden ersten Spieltagen jeweils früh netzten, werden nach fünf Minuten kalt erwischt. Jack Dugan spielt einen brillanten Pass quer durch die neutrale Zone auf Cole Fonstad, der mit Dampf bis in das gegnerische Drittel zieht. Der Kanadier legt vor das Netz, wo David Cerny richtig steht und humorlos direkt ins lange Kreuzeck vollstreckt.
In der Folge ist es ein Schussregen im Minutentakt. Arne Uplegger zwei Mal aus der Distanz (6.) und Fonstad, der im Eins-gegen-Eins scheitert (7.), verpassen das zweite Tor, das kommt dann durch den Schläger von Mai Crnkic. Dem Slowenen verspringt zuvor noch der Puck vom Schläger, Steven Raabe passt aber auf, macht das Spielgerät noch einmal scharf und bedient erneut den Stürmer, der dieses Mal am kurzen Pfosten vorbei Patrik Mühlberger überwindet und sein erstes DEL2-Tor erzielt – 2:0.
Zienteks Strafe führt zum 1:2
Der SCB ist weiterhin griffiger, fährt ein starkes Forechecking und gibt den Gästen kaum Luft zu atmen. Erst, als Benjamin Zientek mit einer kleinlichen Halten-Strafe in die Kühlbox muss, kommen die Blue Devils mal vor das Tor von Felix Noack und auch gleich zum Ausgleich. Die Oberpfälzer spielen es mit schnellen Pässen gut aus, ziehen den Block der Hausherren auseinander und kommen durch Alex Voyer zum Anschlusstreffer (12.). Beeindrucken lassen sich die Schwaben aber nicht. Sofort sind sie wieder wach und ackern auf jedem Zentimeter des Eises.
Zientek ist es dann kurz vor der Drittelpause, der den alten Abstand wiederherstellt. Der Routinier, der seinen Try-Out-Vertrag bis zum Ende der Saison verlängert hat, scheint mit Rückenwind zu spielen und profitiert erneut von einem guten Scheibengewinn im gegnerischen Abschnitt. Bastian Eckl scheitert erst noch an Mühlberger, Zientek bekommt den Abpraller und schließt kurz oben zum 3:1 ab.
Spitzner legt nach
Da der SCB mit rund 50-sekündiger Überzahl aus der Kabine kommt, ist der Druck auf den gegnerischen Kasten sofort wieder hoch, doch die Gastgeber können daraus trotz zweier guter Chancen kein Kapital schlagen. Aber wenn nicht im Powerplay, dann eben wieder in Gleichzahl: Mit Lois Spitzner ist es der zweite Stürmer, dessen Try-Out-Vertragsverlängerung unter der Woche bekannt gegeben wurde, der das Tor macht. Der 29-Jährige fälscht einen Distanzschuss von Uplegger noch entscheidend ab.
Und es kommt noch dicker für die Gäste und deren rund 40 mitgereisten Fans. Denn nur 29 Sekunden danach klingelt es schon wieder. Die Steelers erobern sich schnell das Hartgummi, Crnkic ist ungedeckt im Angriffsdrittel, lässt einen EVW-Verteidiger mit einer Finte aussteigen und schweißt den Puck mit Vollgas unhaltbar in die Maschen zum 5:1 (25.).
Dauerdruck auf Weidens Netz
Weiden, scheinbar bis dato noch in der Kabine, hat sich in der Folge auch endlich entschieden, am Spiel teilzunehmen. Denn erst scheitert Voyer noch an Noack, in der 28. Minute ist der Kanadier dann aber aus dem Nichts frei durch und bleibt vor dem Ex-Weidener im SCB-Netz cool. Ein Wirkungstreffer ist das jedoch nicht. Bietigheim spielt weiter mutig nach vorne, läuft die Gegenspieler früh an und erarbeitet sich das Spielgerät. Weiden hat vor der Pause Glück, dass die Ellentäler Chancenwucher betreiben. In Überzahl verpasst Cerny das leere Tor, Mike Fischer ebenso und auch Upleggers Distanzknaller will nicht ins Tor (37.). Selbst, als die Blue Devils wieder komplett sind, spielt bis zur zweiten Drittelpause nur ein Team und das sind die Männer in den grünen Trikots.
So können sich die Oberpfälzer glücklich schätzen, dass es nur mit 2:5 aus deren Sicht in die Kabine geht. Auch ein drittes Powerplay bleibt nach dem letzten Seitenwechsel ungenutzt. „Es ist hart, die Offensive zu kritisieren, wenn wir sieben Tore erzielen“, zeigt sich Kehler dennoch zufrieden. Erst im vierten Anlauf gelingt es dann endlich mit einem Mann mehr auf dem Eis. Eckl bildete das Ende einer Passstafette und macht mit dem 6:2 endgültig den Deckel drauf (47.).
Weiden geht nun vollends unter. Mathias Pape erzielt 22 Sekunden nach dem sechsten Streich sein erstes Profi-Tor. Die Scheibe rutscht an zwei Verteidigern und Mühlberger vorbei zum 7:2. Auf der Gegenseite zeichnet sich Noack noch aus, auch als die Partie bereits entschieden ist. Sechseinhalb Minuten vor Schluss muss er dann aber doch noch einmal hinter sich greifen, ein verdeckter Abschluss wird von Eden-Angelus Hofverberg an den kurzen Innenpfosten gesetzt und landet zum 3:7 in den Maschen.
Eckl lässt das Achte liegen
Der Stimmung in der Ege-Trans-Arena schadet das aber nicht. Die 2783 Fans feuern ihr Team weiter an und dürfen beinahe noch das achte Tor bejubeln, müssen sich aber mit dem 7:3 am Ende zufriedengeben, da Eckl seinen Doppelpack knapp im direkten Duell mit Mühlberger (56.) verpasst.
Am Sonntag geht es für den SCB auswärts zu den noch punktlosen Starbulls nach Rosenheim (17 Uhr).
