DEL2 Steelers festigen ihre Hoffnungen auf die Playoffs

Von Niklas Braiger
Das Spiel zwischen Bietigheim und Regensburg wird hart geführt, hier checkt Tamas Kanya (in grün) Marian Bauer. Foto: /Oliver Bürkle

37 Minuten Verspätung und Psychospielchen der Eisbären Regensburg lassen die Ellentäler kalt. Brett Kemp schnürt beim 3:0 einen Hattrick.

Über 500 Fans, ein aus allen Nähten brechender Gästeblock in der Ege-Trans-Arena und eine Siegesserie von drei Spielen am Stück. All das ist nicht genug für die Eisbären Regensburg am Sonntagnachmittag gegen die Bietigheim Steelers. Denn die Ellentäler gewinnen das direkte Duell um die Playoff-Plätze mit 3:0, schieben sich damit an den Männern von der Donau vorbei und sind nun Fünfter.

Chaos vor der Partie

„Tolle Atmosphäre Jeder war mit Herz dabei, jeder hat das Spiel genossen“, lobt SCB-Coach Alexander Dück beide Fanlager nach der Partie. Die mitgereisten Gäste, die einheitlich mit rot-weißen Fischer-Hüten und einer Choreografie vor dem Spiel im Block die Eishalle in einen Hexenkessel verwandeln, warten aber erst einmal, ehe die Partie startet. Denn noch vor Spielbeginn muss ein Eiszugang inklusive der Banden repariert werden. Nach viel Panzertape und handwerklichen Griffen kann es mit 37 Minuten Verspätung losgehen. Aber nicht ohne weiteres Drama: Die Eisbären warten lange, bis sie das Eis wieder betreten und lassen die Steelers-Spieler minutenlang wieder warten. Dafür werden sie von den Steelers-Fans gnadenlos ausgepfiffen. Auch Hallensprecher Andreas „Pucki“ Lausch kann sich einen Kommentar nicht verkneifen: „Schön das ihr den Weg zur Eisfläche gefunden habt“, gibt er den Gästen einen Seitenhieb mit.

Kemps früher Doppelschlag

Sportlich lässt sich der SCB aber nicht von diesen vermeintlichen Psychospielchen beeinflussen. Jack Dugan verpasst nach einem abgeprallten Distanzschuss von Tim Schüle die Chance auf das frühe 1:0 (3.). Doch nach sieben Minuten verstummt der Gäste-Block erstmals. Brett Kemp nagelt einen Schuss von der rechte Seite gnadenlos ins lange Eck und beschert die Führung. Und der Kanadier legt drei Zeigerumdrehungen gleich nach, nachdem er einen Querpass von Pawel Dronia herrlich per One-Timer unter die Latte zum 2:0 einschweißt.

Regensburg – wohl geschockt vom Doppelschlag – kommt zwar hier und da mal vor das Netz von Steelers-Goalie Olafr Schmidt, wirklich zwingend gefährlich wird es aber nie. So geht es nur mit der knappen Führung ins zweite Drittel, Nach einer überragenden Rettungstat von Tim Schüle drücken die Steelers wieder auf das dritte Tor, in eigener Unterzahl verpasst Kemp nach 28 Minuten aber den Hattrick und legt das Hartgummi am rechten Pfosten vorbei.

Preibisch fliegt vom Eis

Das Spiel wird fortan hart geführt, Jack Dugan und Patrick Demetz sind erst in einen Faustkampf verwickelt, wenig später wird Filip Reisnecker hart in die Bande getackert. Dugan revanchiert sich kurz vor der Drittelpause, indem er Samuel Payeur auf die Bretter schickt. Noch übler erwischt Alexander Preibisch seinen Gegenspieler Kevin Slezak. Der SCB-Kapitän trifft den Regensburger mit der Schulter am Kinn, Slezak klappt sofort auf dem Eis zusammen, kann aber zum Glück auf eigenen Beinen – von mehreren Sanitätern gestützt – das Feld verlassen. Preibisch erhält dafür eine Spieldauer-Strafe und fehlt den Steelers damit das gesamte letzte Drittel.

Olafr Schmidt und die unermüdlichen Defensivbemühungen sind der Grund dafür, dass die Hausherren trotz insgesamt acht Minuten Unterzahl am Stück ohne Gegentreffer bleibt. „Die Unterzahl haben wir heute killen können, ob mit Glück am Ende oder nicht. Schmiddi hat heute überragend gehalten“, lobt Coach Dück seine Defensive und den Goalie.

Kemp tütet den Hattrick ein

Den verdienten Lohn erntet zwölf Minuten vor Schluss dann Kemp. Der Stürmer schnürt seinen Hattrick, nachdem Marek Racuk einen Querpass stark antizipierte und überlegt vor dem EVR-Kasten querlegt. Auch Racuk komplettiert damit seinen Assist-Hattrick, nach seinem Dreierpack am Freitag gegen Bad Nauheim legt der Tscheche alle Treffer des SCB auf. Und dieses Tor nimmt den Gästen komplett den Wind aus den Segeln. Wo davor noch ein Funken Hoffnung zu sehen war, hängen nun die Köpfe. Das 3:0 gibt den Steelers gleichzeitig Sicherheit. So wird es in der Schlussphase nicht mehr wirklich brenzlig und Schmidt darf seinen zweiten Shut-Out der Saison feiern. „Jeder weiß mittlerweile, wie Ehrgeizig wir als Trainerstab sind. Wir fordern die Jungs zur Höchstleistung aber heute kann ich nur gute Sachen sagen. Die ganze Mannschaft hat heute Charakter gezeigt“, feiert Dück nach dem Spiel seine Männer.

 
 
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