DEL2 Steelers verlieren trotz Führung im Auftaktspiel

Von Niklas Braiger
Nick Mähler (rechts) setzt im Mitteldrittel zum Solo quer über die gesamte Eisfläche an und vollstreckt vor SCB-Goalie Felix Noack dann eiskalt zum zwischenzeitlichen 2:1. Foto:  

Obwohl David Cerny den SCB im Mitteldrittel in Führung bringt, verlieren die Schwaben in Regensburg mit 1:4. 

In der Saison 2017/18 gelang es den Bietigheim Steelers letztmals, einen Auftaktsieg in der DEL2 einzufahren. Zweimal Bad Nauheim, einmal Kassel und einmal Krefeld schlugen die Ellentäler seitdem am ersten Spieltag. Auch in der neuen Spielzeit will es nicht mit einem Erfolgserlebnis zum Start klappen, gegen die Eisbären Regensburg verlieren die Schwaben im Duell der beiden Vorjahres-Halbfinalisten mit 1:4.

Beim Auftakt an der Donau fehlen dem SCB vier Akteure. Nolan Ritchie ist als fünfter Kontingentspieler auf der Tribüne, wird laut Coach Tim Kehler aber am Sonntag beim Heimspiel gegen Weißwasser auflaufen. Luca Franzese hilft parallel beim Förderlizenz-Partner in Heilbronn aus und auch Mick Hochreither und Dean Döge sind nicht mit dabei. Mit Felix Noack zwischen den Pfosten beginnt der SCB, im Sturm hat sich bereits in der Vorbereitung die aus David Cerny, Cole Fonstad und Jack Dugan bestehende Konti-Reihe herauskristallisiert. In der Verteidigung starten Tim Bender und Steven Raabe.

Fonstad und Cerny haben nach nur 15 Sekunden gleich die erste Chance, als Letzterer den Schuss des Stürmerkollegen noch gefährlich abfälscht, Oskar Autio im Tor der Eisbären ist aber sicher zur Stelle und das auch wenig später gegen Marek Racuk. Generell zeigt sich schon vom Eröffnungsbully weg ein munteres Spiel, beide Teams haben Lust auf Offensivdrang und gehen mit viel Dampf in Richtung des gegnerischen Netzes.

Starke Goalies vereiteln Chancen

Nur die Tore, die fehlen noch im ersten Abschnitt. Autio und Noack sind im Regelfall sicher zwischen den Pfosten, der Regensburger wackelt im ersten Abschnitt, als er bei einem langen Pass aus seinem Kasten kommt, um ihn abzufangen. Racuk ist schier noch schnell genug, um den Goalie zu umkurven, bekommt den Puck aber nicht kontrolliert. So trudelt das Hartgummi am Pfosten vorbei. Der SCB übersteht in der Folge die erste Unterzahl, geht aber selbst mit einem Powerplay in das zweite Drittel, nachdem der Ex-Steelers Guillaume Naud eine Strafe wegen Behinderung bekommt.

„Wir müssen mehr Scheiben auf das Tor bekommen“, macht Bastian Eckl in der Drittelpause klar und das gelingt dem SCB auch direkt. Noch in der eigenen Überzahl schießt Dugan aus spitzem Winkel auf das Netz, die Scheibe kann Autio nicht festhalten, so kommt sie über Umwege zu Cerny, der aus kürzester Distanz unter den Querbalken einschiebt (21.).

Der schnelle Ausgleich des EVR

Die Gäste machen in der Folge weiter Druck, Tim Schüle scheitert nach cleverem Rückpass von Dugan am starken Autio (25.) und müssen dann wenig später den Ausgleich hinnehmen. Dieses Mal sind die Regensburger mit einem Mann mehr auf dem Eis, Cerny sitzt nach einem Haken auf der Strafbank. In diesem Powerplay bedient Cody Haiskanen Cory Trivino im Slot, der am zweiten Pfosten sträflich allein gelassen wird und unbedrängt an Noack vorbei das 1:1 erzielt (27.). Das Tor schockiert die Steelers jedoch nicht. Sie spielen weiter umtriebig nach vorne, scheitern aber immer wieder spätestens an Autio. Die letzte Genauigkeit und der letzte Drang fehlen den Ellentälern noch.

In der Folge wird die Partie ruppiger, erst prallen Alexander Preibisch und Autio zusammen, was zu einem kleinen Handgemenge führt, dann wird Anthony Greco unglücklich vom auf dem Eis rutschenden Arne Uplegger in die Bande geschickt. Mitten in diese Phase herein ist es dann die pure Klasse von Verteidiger Nick Mähler, der die gesamte SCB-Hintermannschaft alt aussehen lässt. Noch am eigenen Tor bekommt er die Scheibe, nimmt Fahrt auf, lässt erst Kapitän Preibisch stehen wie eine Fahnenstange und verlädt dann auch noch Noack mit einer cleveren Finte (37.).

Hauner stellt auf 3:1

Das Momentum nimmt der EVR auch mit in den Schlussabschnitt, ist von Anfang an wacher und erhöht durch den früheren Steelers-Stürmer Hauner nach 44 Minuten auf 3:1. Der 34-Jährige, der von 2017 bis 2022 das SCB-Trikot trug, bekommt zentral einige Meter vor dem Kasten das Spielgerät und versenkt mit einem satten Schuss aus der Drehung direkt neben den Pfosten.

Regensburg profitiert in dieser Phase auch von mehreren Strafen der Schwaben, die dadurch zu selten zu guten Gelegenheiten kommen. Wenn denn doch mal ein Mann im weißen Trikot in eine gefährliche Position kommt, ist entweder ein Verteidiger zur Stelle, so wie Mathias Binder (49.) oder eben Autio (50.), die beide gegen Dugan die Oberhand behalten. Aufgrund dieser fehlenden Kaltschnäuzigkeit und der immer häufiger werdenden Scheibenverluste dürfen sich die Gäste bei Noack bedanken, dass es nicht noch höher ausfällt. Fünf Minuten vor Schluss pariert er brillant gegen Corey Trivino und Donat Peter und verhindert Schlimmeres. Auch mit Noack vom Eis gelingt es den Ellentälern in den letzten zwei Minuten des Spiels nicht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Stattdessen macht Trivino 16 Sekunden vor der Schlusssirene den Deckel drauf und erzielt aus dem eigenen Drittel das 4:1 ins verwaiste Netz. „Wir müssen unsere Torchancen nutzen“, resümiert SCB-Stürmer Justin Büsing nach der Partie nüchtern.

 
 
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