Denkmalstiftung stellt Bönnigheimer Wahrzeichen in den Fokus Köllesturm ist Denkmal des Monats

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Das Fachwerk am Köllesturm mitsamt seiner Füllungen und die Spitzbogendurchfahrt sind saniert worden.⇥ Foto: Jürgen Lais

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg würdigt das stabilisierte Bönnigheimer „schiefe Stadttor“.

Noch schiefer soll er jetzt nicht mehr werden können: Der Köllesturm, Wahrzeichen der Stadt Bönnigheim, ist in neunmonatiger Bauzeit stabilisiert und runderneuert worden. Damit soll auch die weitere Schiefneigung des früheren Stadttors gestoppt sein, heißt es in einer Mitteilung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die den Turm nun zum Denkmal des Monats Juli ernennt.

63 Zentimeter Neigung nach Westen wollen Spezialisten zuletzt gemessen haben, und dabei soll es jetzt auch bleiben. In aufwändiger Kleinarbeit haben Steinmetze das Mauerwerk des Turms instandgesetzt und gefestigt. Löcher und Risse wurden dabei verfüllt, gerissene Steine verfestigt und Fugen erneuert. Spezielle Sicherungsanker sollen zudem das fast 740 Jahre alte Mauerwerk zusammenhalten.

Fundament zu schwach bemessen

Der Köllesturm, benannt nach einem früheren Turmwächter, war einst eines von zwei Toren in der Bönnigheimer Stadtmauer. Gebaut wurde es in den Jahren 1284 bis 1286. Für den lehmigen Untergrund war das nur 1,40 Meter tiefe Fundament allerdings zu schwach bemessen: Über die Jahre hatte sich das Bauwerk immer weiter zur Seite geneigt. Die Stabilisierung in sich selbst sehen Statiker als ausreichend an, um die Seitwärtsbewegung aufzuhalten.

Als Kulturdenkmal ist das Tor nicht nur heimatgeschichtlich, sondern auch bauwissenschaftlich von Interesse. In der ansonsten reichlich mit denkmalgeschützten Gebäuden durchzogenen Stadt ist der Köllesturm eines der wenigen Relikte der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Nach seiner ausgiebigen Sanierung erstrahlt er jetzt ringsum in neuem Glanz: Auch das Fachwerk mitsamt seiner Füllungen und die Spitzbogendurchfahrt sind umfassend saniert worden.

 
 
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