Der doppelte Bentele Günter Bentele trifft Günther Bentele

Von Helga Spannhake
Günter Bentele (rechts) zeigte seinem Namensvetter Günther Bentele aus Berlin das Bietigheimer Hornmoldhaus. Foto: Oliver Bürkle

Dass es den jeweils anderen gibt, wissen die beiden Benteles schon länger. Nun haben sie sich in Bietigheim erstmals getroffen, sich ausgetauscht und einige Gemeinsamkeiten, über ihren Namen hinaus, gefunden.

Dem unermüdlichen Engagement Günther Benteles ist es zu verdanken, dass Bietigheim über eine solch schöne historische Altstadt mit dem einzigartigen Hornmoldhaus verfügt. Der inzwischen pensionierte Gymnasiallehrer ist Mitbegründer der Bürgerinitiative für eine humane Stadt, die sich für die Sanierung der Altstadt stark machte, und für sein jahrelanges Wirken erhielt er im letzten Jahr sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande (die BZ berichtete).

Außerdem schreibt er leidenschaftlich gern historische Romane, wunderte sich aber ab und an über seltsame Einträge zu seiner Person im Internet. So taucht bei seinem Wikipedia Artikel in der Literaturliste ein Buch über Grundlagen und Probleme der Semiotik auf, das er angeblich ebenfalls verfasst hat. Allerdings konnte er sich daran beim besten Willen nicht erinnern, was wiederum nicht verwunderlich ist, stammt dieses Werk doch von Günter Bentele – man beachte das fehlende „h“ im Vornamen.

Zum Studium aus
dem Allgäu nach Berlin

Bei diesem handelt es sich um einen emeritierten Professor aus Berlin. Er ist der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Öffentlichkeitsarbeit und Public Relations im deutschsprachigen Raum, ausgeschrieben 1993 von der Universität Leipzig und bis heute forscht er zur Geschichte der Public Relations.

Geboren wurde Professor Günter Bentele im Allgäu. Zum Studium ging er nach München und Berlin, ist im Internet zu lesen, und auch hier wird es verwirrend. Denn beim Blick in seine Literaturliste findet sich neben unzähligen Werken zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Buch „Die Malerei im Bietigheimer Hornmoldhaus“: „Ich wusste, es gibt da einen schwäbischen Historiker“, lacht Günter Bentele über die Verwechslungen, denn dieses Werk entstammt selbstverständlich der Feder des Bietigheimer Günther Bentele mit dem „h“ im Vornamen.

Nun wollte es der Berliner h-lose Bentele doch genauer wissen, und so schrieb Günter Günther einen Brief. Eine erfreute Rückantwort aus dem Schwäbischen trudelte schnell bei ihm in Berlin ein, und seitdem wandern Mails zwischen den beiden hin und her. Einem geplanten Treffen von Angesicht zu Angesicht machte allerdings die Corona-Pandemie zwei Jahre lang einen Strich durch die Rechnung. Jetzt aber war Günter Bentele auf Heimaturlaub im Allgäu und machte auf dem Heimweg nach Berlin einen Stopp bei seinem Namenszwilling in Bietigheim-Bissingen.Bei der Gelegenheit konnten die beiden Herren noch weitere Gemeinsamkeiten entdecken. Dass sie am gleichen Tag im Jahr, nämlich dem 24. März, Geburtstag hatten, wussten sie bereits aus dem Internet. Neu war, dass sie 1967 beziehungsweise 1970 beide mit jeweiligen Jugendfreunden nach Persien und Afghanistan gereist waren, wo sie an der Amöbenruhr erkrankten.

Beide sind Opas
von Zwillingen

Ebenso neu war auch die Tatsache, dass sie beide Opas von Zwillingen sind: „Die müssten wir irgendwann mal zusammenbringen“, befand Günter Bentele schmunzelnd, und wer weiß, vielleicht ergeben sich dann eines, noch fernen Tages auch familiäre Verbindungen, denn direkt verwandt sind die beiden Bentele Familien nicht.

Besuch des Hornmoldhauses
darf nicht fehlen

Da es Günther Bentele immer wieder unglaublich Spaß macht, Interessierten das Hornmoldhaus zu zeigen, stand ein Besuch dort ebenfalls auf dem Besuchs-Programmplan. Günter Bentele wiederum freute sich über die fachkundige Führung durch die Räume und war besonders beeindruckt von den kritischen Vexierbildern an der Decke der Sommerstube. Und nach diesen schönen gemeinsamen Stunden mit angeregten Gesprächen steht nun der Gegenbesuch in Berlin auf der Agenda.

 
 
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