Der Tag nach der OB-Wahl in Bietigheim-Bissingen Von Katerstimmung keine Spur

Von
Auch wenn es im Ratssaal nicht unbedingt danach aussah, aber Jürgen Kessing feierte seinen Erfolg am Abend noch.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Trotz einer geringen Wahlbeteiligung von nur 38,4 Prozent und des knappen Ausgangs, zeigen sich Jürgen Kessing und Stephan Muck am Tag nach der Wahl zufrieden mit dem Erreichten.

Am Tag nach der OB-Wahl herrschte bei den beiden Kandidaten Jürgen Kessing und Stephan Muck alles andere als Katerstimmung. Kessing feierte seinen Sieg am Sonntag mit seinen Getreuen in einer Gaststätte unweit des Bietigheimer Rathauses. Der neue und alte Oberbürgermeister teilte über Facebook mit: „Wir haben gestern noch ein bisschen meine Wiederwahl gefeiert. Das Lokal war voll! Ein schöner Abend, vielen Dank!“ Dass die Laune trotz des knappen Ergebnisses kaum getrübt war, belegen Fotos von der Party auf Facebook.

Auch beim unterlegenen Kontrahenten, dem Wengerter und Besenwirt Muck, war nach der ersten Enttäuschung am Montag nichts von Trauer zu bemerken. Er hatte am Sonntagabend ebenfalls mit seinen Unterstützern das respektable Ergebnis gefeiert. Am Montag teilte er mit, dass beim ihm die Freude und der Stolz über das tolle Ergebnis überwiegen. „Zuerst einmal bedanke ich mich bei allen Wählerinnen und Wählern ­– auch jenen die mich nicht gewählt haben“, lässt Muck via Pressemitteilung wissen.

Menschen zusammenführen

Ebenso gratuliere er Kessing zum Wahlsieg und wünsche ihm für die nächsten acht Jahre viel Erfolg. „Es gilt nun die Menschen zusammenzuführen und gemeinsam zum Wohle unserer Stadt die Arbeit fortzuführen. 43 Prozent für meine Ideen sind ein starkes Signal“, so Muck weiter. Er fühle sich nicht als Verlierer und werde nun gestärkt durch das Ergebnis sein Engagement im Stadtrat fortsetzen.

Am Montagabend tagte zudem der Gemeindewahlausschuss. Vorsitz des Ausschusses hat Bürgermeister Joachim Kölz, der bekannt gab, dass es „keine bedeutenden Mängel“ beim Ermitteln und der Feststellung des Wahlergebnisses gab, allerdings ein paar Übertragungsfehler. Es waren insgesamt 12 977 gültige Stimmzettel und damit gültige Stimmen und nicht, wie in der Tabelle (Stand 8. März) zu sehen, 12 974. Zudem wurden 227 und nicht 243 Stimmen an Personen vergeben, die nicht zur Wahl standen. Darunter ist auch Günther Kirchknopf, der zwar auf dem Stimmzettel stand, aber seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Wie Jürgen Kessing und Stephan Muck in einzelnen Wahlbezirken abgeschnitten haben, lesen Sie hier.

OB-Wahl im historischen Kontext

2012 wurde Jürgen Kessing das erste Mal wiedergewählt. Damals trat er ohne Gegenkandidat an. Bei einer Wahlbeteiligung von nur knapp 24 Prozent erreichte er damals fast 96 Prozent, das waren umgerechnet 7872 Stimmen.

2004 war es da schon etwas spannender. OB Manfred List trat nicht mehr an und so wollten am 14. März gleich fünf Kandidaten sein Nachfolger werden. Im ersten Wahlgang lag Kessing mit 31,49 Prozent (5479 Stimmen) vor Wilfried Dölker mit 24,12 Prozent (4197 Stimmen) und Dr. Christoph Schnaudigel (23,39 Prozent, 4070 Stimmen). Zwei Wochen später setzte sich Kessing dann mit 54,13 Prozent (8800 Stimmen) gegen Schnaudigel (45,72 Prozent, 7432 Stimmen) durch. Im ersten Wahlgang lag die Wahlbeteiligung bei 57,72 im zweiten bei 53,97 Prozent.

1999 trat letztmals OB Manfred List an. Bei einem Gegenkandidaten und einer Wahlbeteiligung von 42,15 Prozent erreichte der CDU-Mann knapp 96 Prozent.

1991 wies List mit 72,3 Prozent die Gegner Michael Jacobi (22,7), Helmut Palmer (3,2) und Siegfried Kappel (1,7) deutlich in die Schranken. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,8 Prozent.

 
 
- Anzeige -