Der Verkauf von Grundstücken verzögert sich Beeten II: Erlöse wohl erst 2022

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Die Planungen im Neubaugebiet In den Beeten II in Ingersheim laufen nicht wie ursprünglich geplant.⇥ Foto: Martin Kalb

Der Verwaltungsausschuss berät über einen Nachtragshaushalt für das laufende Jahr – und blickt in ein schwieriges Jahr 2022.

Das Umlegungsverfahren der Grundstücke im Ingersheimer Neubaugebiet Beeten II macht eine Änderung des im März verabschiedeten Haushaltsplanes für das laufende Jahr nötig. So mussten die Beteiligten der Umlegung von der Gemeinde ausbezahlt werden, diese kann ihre Bauplätze jetzt aber nicht so schnell verkaufen wie geplant. Deshalb müssen Kassenkredite, die eine Kommune üblicherweise nur kurzfristig zur Sicherstellung der Liquidität aufnimmt, in Höhe von sieben Millionen Euro nun in normale Kredite umgewandelt werden. Dadurch steigt die Kreditlast der Gemeinde auf insgesamt 8,5 Millionen Euro, geplant waren zum Jahresanfang noch 1,45 Millionen Euro.

Verzögerung des Verkaufs
von Grundstücken

Für die Verzögerung der Grundstücksverkäufe zählte Bürgermeisterin Simone Lehnert in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Dienstag eine ganze Reihe von Gründen auf. Nach dem Umlegungsverfahren ist eine Unbedenklichkeitsprüfung des Finanzamtes nötig, dann erfolgt die Eigentumsumschreibung beim Grundbuchamt, erst dann kann die Gemeinde ihre Bauplätze verkaufen. „Wir sind im Zeitplan, aber die Rahmenbedingungen halten uns auf“, so Lehnert über das Prozedere. Nötig werde der Nachtrag übrigens auch, weil die Abrechnung der Umlegung nach neuem Haushaltsrecht zu 100 Prozent im laufenden Haushalt abgebildet werden müsse.

Im Verwaltungsausschuss nahm man die neue Kreditlast ohne Murren zur Kenntnis. „Alles ist nachvollziehbar“, fasste Jürgen Fleischmann (FWG) zusammen. Der Grund: Die Gemeinde rechnet im kommenden Jahr mit hohen Grundstückserlösen aus dem Wohngebiet Beeten II. Mit neun Millionen Euro könne man bei den „normalen“ Grundstücken rechnen, bei den Geschossbauten mit mehr als fünf Millionen – aber eben nicht in diesem Jahr, rechnete Simone Lehnert gegenüber der BZ vor. Zusammen werden also 14 Millionen Euro erwartet, deshalb könne man den Kredit auch zeitnah wieder tilgen. Der Nachtragshaushalt 2021 wurde schließlich als Empfehlungsbeschluss für den Gemeinderat, der tagt am 19. Oktober, bei zwei Enthaltung von WIR und MIT beschlossen.

Auch 2022 keine
großen Sprünge

„Die Zahlen werden 2022 gut aussehen“, so das Resümee der Bürgermeisterin in der Sitzung. Sie schränkte aber sofort ein, man könne im nächsten Jahr trotzdem keine „großen Sprünge“ machen. Zu viele Aufgaben stehen an, die viel Geld verschlingen. Etwa die Erschließung des Neubaugebietes Beeten II und, wie berichtet, der Bau eines Kreisverkehrs bei der Katholischen Kirche, Besigheimer Straße, Einmündung Forststraße. Hinzu kommt im nächsten Jahr die umfangreiche Sanierung der kompletten Ingersheimer Ortsdurchfahrt inklusive Kanalbau.

Die Sanierung der Landesstraße L 1125 wird sich von Ingersheim bis zum Alten Rathaus in Pleidelsheim ziehen, vorgesehen ist auch eine aufwendige Instandsetzung der Neckarbrücke zwischen beiden Kommunen. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Behinderungen in Straßenverkehr im nächsten Jahr gibt es derzeit schon durch die halbseitige Sperrung mit Ampelregelung in der Tiefengasse, wo drei Häuser abgerissen werden. Der Durchgangsverkehr in Ingersheim weicht auf Nebenstrecken wie die Goethestraße aus.

 
 
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