Die Handball-Halle beim Drittligisten SV Kornwestheim trägt den Spitznamen „Hölle Ost“. Warum dem so ist, wissen nun auch die Rhein-Neckar Löwen. Denn in der ersten Runde des DHB-Pokals gastieren die Mannheimer bei den Salamandern und müssen über 60 Minuten in der brechend vollen und enorm lauten Spielstätte bestehen. Und obwohl der Bundesligist am Ende mit 33:29 seiner Favoritenrolle gerecht wird, feiern die Heim-Fans nach dem Abpfiff dennoch lautstark den amtierenden Meister der Dritten Liga Süd.
DHB-Pokal Kornwestheim verliert und feiert dennoch
Moritz Lanig wird am Kreis der Kornwestheimer immer wieder durch seine Rückraumspieler gut in Szene gesetzt und verwertet die Chancen am Ende auch sicher.
Denn der zeigt sich über die gesamte Spielzeit ebenbürtig. „Wir dürfen heute stolz auf uns sein. Letztes Jahr haben wir vor recht leeren Hallen gespielt und jetzt vor so einer Kulisse zu spielen. Und vor allem verlieren wir mit vier Toren gegen die Rhein-Neckar Löwen, das ist schon etwas besonderes“, resümiert Kreisläufer Moritz Lanig nach der Partie. Der 27-Jährige liefert sich am Kreis Duelle mit Europameister Yannick Kohlbacher oder Olympiasieger Kentin Mahe und macht seinen Job sehr gut. Am Ende steht er bei fünf Würfen und fünf Treffern.
Unbekümmerte Salamander
Angepeitscht werden er und seine Mitspieler von den Fans in der Halle, die jeden Ballgewinn, jedes Stop-Foul und natürlich jedes Tor frenetisch bejubeln. „Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, vor dieser riesigen Kulisse“, schildert Lanig. Nach 45 Sekunden wünschen die sich bereits die Schlusssirene, da erst Jan Tinti im Tor pariert und vorne Tim Zeppmeisel zum 1:0 trifft. Den Löwen gelingt es in der ersten Halbzeit nie, sich ernsthaft abzusetzen. Stattdessen sind die Salamander offensiv rotzfrech, Jan Döll und Felix Kazmeier bedienen immer wieder Lanig oder Kreisläufer-Kollegen Maximilian Keil.
So auch bei der Szene des Tages: Kurz vor der Halbzeitpause bekommt der SVK einen Freiwurf im Zentrum. Zwei Spieler täuschen die Ballannahme an, Kazmeier bekommt ihn letztlich und geht hoch zum Wurf. Doch auch diesen täuscht er nur an und legt clever auf Keil an, der sich weggestohlen hat und zum 14:15 trifft (26.).
Die Hoffnung lebt lange
In die Kabine geht es mit 15:18 aus Sicht der Hausherren, in der Pause scheint Löwen-Coach Maik Machulla die richtigen Worte, denn seine Männer legen den Schalter um und führen schnell mit 25:16 (39.). Doch die Gastgeber geben sich nicht auf, bleiben dran und verkürzen eine Viertelstunde vor Schluss wieder auf drei Tore. „Die ganze Zeit hatten wir ein gutes Gefühl. Am Ende rennt uns die Zeit weg, da machen wir uns mit ein, zwei Aktionen das Spiel kaputt, wo wir einfach nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben“, erklärt Lanig, ergänzt aber: „Gerade in so einem Spiel kann das passieren. Da darf man nicht vergessen, dass man kein perfektes Spiel spielen kann.“ So verlieren die Lurchis am Ende und gehen dennoch erhobenen Hauptes vom Feld.
