Über 30 Minuten lang ist es ein absolut ausgeglichenes Spiel zwischen der SG BBM Bietigheim und der SG Pforzheim/Eutingen in der ersten Runde des DHB-Pokals. Zur Pause steht es 14:14, ein Zwei-Klassen-Unterschied ist zwischen dem Zweitliga-Aufsteiger aus dem Ellental und dem Vorjahres-Dritten der Dritten Liga nicht zu erkennen. Doch in Halbzeit zwei steigert das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer deutlich die Leistung, kann sich durch und absetzen und gewinnt am Ende mit 30:22.
DHB-Pokal SG BBM müht sich 30 Minuten lang
Bietigheim tut sich gegen die SG Pforzheim/Eutingen eine Halbzeit lang enorm schwer, legt in Durchgang zwei dann aber den Schalter um und zieht in Runde zwei ein.
Führung Fehlanzeige
Ein hartes Stück Arbeit, wie auch Mayerhoffer nach der Partie weiß: „Wir haben uns sehr schwer getan, vor allem in den ersten 15 Minuten. Pforzheim hat es sehr gut gemacht.“ Zu Beginn spielen die Gastgeber in der gut gefüllten Bertha-Benz Halle ebenbürtig mit. Martin Tomovski im Bietigheimer Kasten bekommt kaum eine Hand an den Ball und verzeichnet nur zwei Paraden bis zum Seitenwechsel. Offensiv ist es schon früh beim Bundesligisten die Brechstange, die Rückraumspieler scheinen, mit dem Kopf durch die Pforzheimer Wand zu wollen. So gelingt erst nach siebeneinhalb Minuten das zweite Tor der Schwaben, Maxim Orlov erzielt das 2:3.
Am Drittligisten vorbeizuziehen, das ist allerdings nochmal eine ganz andere Thematik. Denn angeführt von „Routinier“ Julian Broschwitz, der mit 29 Jahren teilweise der deutlich älteste auf dem Feld bei den Hausherren ist, und dem frischgebackenen U18-Europameister Finn Meißner spielt es die Spielgemeinschaft frech, nutzt jede Lücke aus und wird von den Fans unbändig nach vorne gepeitscht. Erst Dominik Claus sorgt für die erste Führung zum 8:7 (18.), doch zwei Minuten später dreht Pforzheim wieder auf, führt mit 10:8 und forciert eine Mayerhoffer-Auszeit.
Umstellungen wirken sofort
Bis zum Pausenpfiff bleibt es ausgeglichen, mit 14:14 geht es in die Kabine. „Die Ansprache war nicht laut, weil wir genau wussten, was wir verändern mussten“, beschreibt der Coach die Halbzeit-Ansage. „Wir haben in der zweiten Halbzeit ein bisschen was umgestellt“, erklärt Mayerhoffer und diese Umstellungen fruchten. Jan Hrdlicka, der nun für Tomovski zwischen den Pfosten steht, nimmt prompt die ersten vier Würfe auf seinen Kasten weg. Auch der Rückraum agiert nun bedachter, wenngleich nicht immer fehlerfrei.
Doch Bietigheim kann sich so absetzen, nach dem 19:16 durch Neuzugang Jonas Josef sind es die Männer von der Enz, die eine Auszeit des Gegners erzwingen (40.). Und als Orlov per Siebenmeter auf 24:18 erhöht und SGP-Coach Alexander Lipps zum nächsten Time-Out greift, scheint die Messe bereits gelesen. Auch, da Hrdlicka weiterhin seinen Kasten vernagelt. Ein wirkliches Aufbäumen der stets bemühten Gastgeber bleibt zwar aus, dennoch geben sie sich nicht auf, spielen ihren Möglichkeiten entsprechend mutig auf und verhindern so ein deutlicheres Ergebnis.
Meißner mit dem letzten Tor
Die Ellentäler lassen aber nichts mehr anbrennen. Beim 27:20 durch den Fliegenden Fischer, der artistisch einen Abpraller im Flug verwandelt, ist die Partie sechs Minuten vor Schluss endgültig vorentschieden. Den Schlusspunkt setzt Meißner mit dem 22:30 für die Pforzheimer. „In der ersten Halbzeit waren wir überragend, wir haben richtig gut gespielt, Zweikämpfe hinten gewonnen und vorne gewonnen“, resümiert der Europameister und ergänzt: „Uns sind dann die Kräfte ausgegangen, wir haben vorne ein paar Fehlwürfe zu viel gehabt und mehr technische Fehler.“
Die SG BBM steht damit in Runde zwei, fährt am nächsten Wochenende aber erst einmal zum Auftakt in der Handball-Bundesliga zur HSG Wetzlar und feiert dort die Rückkehr ins Oberhaus.
