Die 15-jährige Deborah Tripi und der 14-jährige Mirko Batinic tanzen fürs A-Team der TSG Bietigheim Als Teenager in der Bundesliga

Von Andreas Eberle
Deborah Tripi und Mirko Batinic machen in der A-Lateinformation der TSG Bietigheim eine gute Figur. ⇥ Foto: Avanti

Die 15-jährige Deborah Tripi und der 14-jährige Mirko Batinic bereichern das A-Team der TSG Bietigheim. Inspiriert von den Cousinen und der Schwester begannen beide schon als Kinder mit dem Sport. Von Andreas Eberle

Was, ihr seid in der Bundesliga?“ Wenn Deborah Tripi, 15, und Mirko Batinic, 14, auf dem Schulhof von ihrer großen Leidenschaft und ihren Erfolgen erzählen, ernten sie oft erstaunte Blicke. Denn während die Fußball, Handball oder Basketball spielenden Altersgenossen im Sport noch ganz am Anfang stehen und es wohl nie in die Bundesliga schaffen werden, haben die beiden Realschüler den Sprung in die nationale Spitze schon geschafft – und das sogar bei den Erwachsenen.

Tripi und Batinic zählen seit zwei Jahren zur A-Formation der TSG Bietigheim und tanzen seit dieser Saison in der Zweiten Bundesliga Latein mit. Wenn alles glatt läuft, ist das junge Tanzpaar ab Mai sogar erstklassig und dann auch bei den deutschen Meisterschaften im November in Bremen dabei. „Das ist unser großes Ziel“, verrät Batinic. Ein realistisches Ziel. Die ersten zwei Saisonturniere in der Zweiten Liga Süd hat die Bietigheimer A-Formation jedenfalls bereits gewonnen.

Trainer-Lob für die Jüngsten

Das Duo Tripi und Batinic ist unter den neun Paaren das mit Abstand jüngste. Das drittjüngste Mitglied im A-Team ist die 19-jährige Laura Agliano, der Oldie ist Armin Schäfer mit 40. Ohne die beiden Nesthäkchen würde der Altersschnitt bei den Frauen 28 und bei den Männern 32 Jahre betragen. „Deborah und Mirko sind unsere Rookies und ganz große Talente für die Zukunft. Sie haben sich in den vergangenen zwei Jahren sehr gut entwickelt. Für die viele Detailarbeit ernten sie nun die Früchte“, sagt Stefan Cramer. Besonders imponiert den Trainer und Vorsitzenden der Tanzsportgemeinschaft, mit welcher Selbstverständlichkeit die Teenager den Sprung in die A-Formation bewältigt haben: „Es ist nicht leicht, in so jungen Jahren hochzukommen und sich gegen viel erfahrenere Tänzer durchzusetzen.“

Bereits mit sechs und fünf haben Tripi und Batinic mit dem Sport angefangen. „Meine Cousinen haben auch bei der TSG getanzt und immer davon geschwärmt – und ich wollte als Kind natürlich ebenfalls ein Hobby haben. Nach einem Schnuppertag war ich gleich Feuer und Flamme“, erzählt die Neuntklässlerin der Realschule im Aurain. Bei ihrem Tanzpartner war’s ähnlich: Schwester Mirela tanzte im Verein zu jener Zeit Hip-Hop, und das wollte der kleine Mirko dann auch. In der von Sophie Lynn trainierten Nachwuchsgruppe erlernten Tripi und Batinic die Grundlagen und entdeckten schnell ihr Faible für die lateinamerikanischen Tänze Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive.

27 Zentimeter auseinander

Auch von den neckischen Kommentaren seiner Cousins ließ sich Batinic nicht verunsichern. „Da kamen schon mal Sprüche wie ,Tanzen ist Mädchensport’, aber das war mir egal. Ich habe einfach weitergemacht. Mir macht es Spaß, mich zu bewegen“, erzählt der 1,82-Meter-Schlaks, der seine zierliche Tanzpartnerin um 27 Zentimeter überragt. Schon als Kinder haben beide zusammen getanzt. Nach einer längeren Pause bildeten sie allerdings erst in der B-Formation wieder ein Tanzpaar – und starteten dann gemeinsam ins A-Team durch.

Wer die zwei Jugendlichen nach weiteren Hobbys fragt, bekommt erst mal ein nachdenkliches Schweigen zur Antwort. „Ehrlich gesagt bleibt uns neben der Schule und dem Training kaum Freizeit“, stellt Tripi fest. Das Pensum ist in der Tat knackig: dienstags Grundlagen üben, mittwochs, sonntags und manchmal auch samstags bis zu viereinhalb Stunden Formationstraining, dazu Turniere in ganz Süddeutschland und einmal im Monat ein Wochenend-Trainingslager, bei dem an beiden Tagen von 10 bis 18.30 Uhr an den Feinheiten gearbeitet wird. „Manchmal ist es schon hart, wenn ich mal wieder ein Treffen mit Freunden absagen muss, weil ich Training habe“, sagt Tripi. Aber dafür ist sie in jungen Jahren bereits in der Bundesliga gelandet. Wer kann das von ihren Altersgenossen schon von sich behaupten?

 
 
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