Die Aktiven Senioren Bietigheim-Bissingen e.V. halten zusammen „Wir sind verbunden und füreinander da“

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Renate Wendt, Vorsitzende der Aktiven Senioren Bietigheim. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Wie die Aktiven Senioren Bietigheim-Bissingen e.V. durch diese unak­tive Zeit kommen, berichtet Renate Wendt der BZ.

„In den letzten zehn Jahren haben wir ein reges Vereinsleben aufgebaut“, sagt Renate Wendt im Gespräch mit der BZ. Die Vorsitzende der Aktiven Senioren Bietigheim-Bissingen ist stolz auf ihren Verein, der aktuell 475 Mitglieder hat.

Natürlich haben die Aktiven Senioren in dieser unaktiven Corona-Zeit wie alle anderen Vereine auch das Problem, dass das Zusammenkommen unmöglich ist. „Am Freitag, den 13. März, im vergangenen Jahr haben wir den Enzpavillon zugemacht“, erinnert sich Wendt zurück. Im Sommer habe der Verein vier Monate öffnen können – ohne Ansteckungen, wie die Vorsitzende betont. Seit November sind die Türen des Gebäudes mit Blick auf den Bürgergarten jedoch erneut verschlossen.

Aufgeben kommt für die findige Seniorin und die restlichen Vorstandsmitglieder nicht in Frage. Wenn die Mitglieder nicht zum Verein kommen können, dann komme der Verein eben zu ihnen. Vor allem über die Vereinszeitung, den Pavillonkurier, transportieren Wendt und die übrigen Beteiligten Informationen zu aktuellen Themen, aber auch Geschichten zum Schmunzeln.

Der Pavillonkurier wird stets mit einem stimmungsvollen Gedicht eröffnet, gefolgt von Renate Wendts Kolumne, in die die Vorstandsvorsitzende viel Herzblut  steckt. Aber auch für die übrigen Seiten lasse man sich stets etwas einfallen. „In der März-Ausgabe berichteten wir über bewegende Kinderschicksale“, erzählt Wendt im Telefonat mit der BZ. Aber auch leckere Rezepte zum Nachkochen sind im Vereinsmagazin zu finden.

Straßennamen und ihre Herkunft

Die neueste Idee, die im Magazin umgesetzt wurde: „Wir gehen Straßennamen und ihrer Herkunft nach, beispielsweise der Mergenthaler Straße, die auf Ottmar Mergenthaler zurückgeht, der die Linotype-Setzmaschine erfunden hat“, sagt Wendt und verweist auf das historische Gerät, das im Eingangsbereich der Bietigheimer Zeitung zu sehen ist, lugt man durch die Glastür neben dem Serviceschalter.

Der Pavillonkurier wurde bereits 2011 gegründet, jedoch habe er noch nie eine so große Bedeutung gehabt wie in der Pandemie. Im April erscheint bereits Ausgabe 107. So könne der Kontakt zu den Vereinsmitgliedern gewahrt werden, neben den Telefonaten, die die Aktiven Senioren miteinander führen. Auch das Einbinden von Videotelefonie stehe auf dem Zettel. Man versuche sich aktuell daran und wolle es möglichst vielen Mitgliedern nahe bringen.

Veranstaltungen und die zahlreichen Ausflüge, die der Verein sonst anbietet, können natürlich durch kein Medium ersetzt werden. Diese Angebote „hängen wir aber einfach hinten dran“, sagt Wendt und versprüht Optimismus.

Noch etwas in Schriftform hat eine große Bedeutung und Tradition im Verein: Geburtstagskarten. Vereinsmitglied Theresa Lessnig-Wagner zeichne ganz persönliche Karten für jedes Mitglied und Renate Wendt suche ein passendes Gedicht für jedes Geburtstagskind aus. Das sind immerhin mehr als eine Geburtstagskarte am Tag bei 475 Mitgliedern. „Auch das werden wir nicht aufgeben, es freut die Mitglieder so sehr“, sagt Wendt. Ein Mitglied habe ihr einmal gesagt, dass das die einzige Karte war, die sie zu ihrem Geburtstag bekommen habe. Das sei traurig, aber auch die Bestätigung, dass es wichtig sei, weiterzumachen.

Auch das Gedächtnistraining darf bei den Aktiven Senioren nicht zu kurz kommen. Dafür hat der Verein einen regelmäßig stattfindenden Kurs, der zur Zeit zwar nicht in Präsenz, aber auf dem postalen Weg stattfindet.

Material kommt per Post

Drei Mal pro Woche wird Material verschickt und die Auflösung gibt es dann eine Woche später. 60 Personen machen mit. „Inzwischen haben wir gut 300 Aufgaben versandt“, sagt Wendt.

Aber neben all dem Spaß, vergesse der Bietigheimer Verein auch die Pandemie nicht. „Wir haben uns entschlossen, den Hochaltrigen beim Vereinbaren der Impftermine zu helfen und diejenigen, die niemanden haben, ins Impfzentrum zu fahren“, berichtete Renate Wendt. Auch Jüngere beteiligen sich bei der Terminvereinbarung und dem Fahrservice. „Die Amigos“, wie sie mit einem Augenzwinkern genannt werden, sind eine Gruppe an Vereinsfreunden, die bereits seit dem ersten Lockdown helfen, wo sie können. „Wir bieten Hilfe an und sie wird von den Vereinsmitgliedern dankend angenommen“, erklärt Wendt.

Und so komme der Verein irgendwie über die Zeit hinweg, in der sich die Mitglieder nicht sehen können. „Wir sind trotzdem miteinander verbunden und füreinander da“, sagt die Vereinsvorsitzende. Mitmenschlichkeit sei das Wichtigste im Verein, „und das wollen wir erhalten“, sagt Renate Wendt.

Info Als Tipp nennt Renate Wendt noch die internen Foto-Wettbewerbe. Die Ergebnisse können online auf der Homepage bewundert werden.

www.aktive-senioren.orgwww.foto-bswbibi.de

 
 
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