Die Arbeiten für die Ferngasleitung, die auch durch Sachsenheim führt, starten bald Die ersten Rohre liegen schon bereit

Von Martin Hein
Auf dem Rohrlagerplatz an der Bissinger Straße werden für den Bau der Neckarenztal-Leitung jetzt die ersten Rohre eingelagert. Baubeginn für die Ferngasleitung ist voraussichtlich im März bei Wiernsheim. ⇥ Foto: Martin Kalb

Terranets BW hat für die geplante Ferngasleitung an der Bissinger Straße zwischen Großsachsenheim und Untermberg ein Lager eingerichtet. Ab Ende des Jahres soll über die Leitung Gas transportiert werden.

Gas spielt nach wie vor eine große Rolle bei der Energieversorgung und ist im privaten Sektor mit rund 44 Prozent der wichtigste Energieträger, der überwiegend zur Wärmeversorgung eingesetzt wird. Der Bedarf an Erdgas wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Damit künftig genügend Gas zur Verfügung steht, baut der Transportnetzbetreiber Terranets BW sein Ferngasleitungsnetz auch in unserer Region aus (die BZ berichtete). Unter der Bezeichnung Neckarenztalleitung (NET) wird demnächst eine 28 Kilometer lange Verbindungsleitung von Wiernsheim bis nach Löchgau verlegt. Erste Vorbereitungen laufen konkret an.

Trasse wird bereits seit einem Jahr vorbereitet

Dazu gehören auch jeweils archäologische Voruntersuchungen und Grabungen an verschiedenen Stellen entlang des künftigen Trassenverlaufs. Wegen der ungünstigen Witterung konnten nach Auskunft von Terranets BW-Pressesprecherin Linda Grösch die archäologischen Grabungsarbeiten bei Sachsenheim und Oberiexingen noch nicht abgeschlossen werden.

Zudem wurden einige Bäume entlang des geplanten Leitungsverlaufes gefällt. Terranets BW nehme jedoch im Zuge des Gehölzeinschlags einen Direktausgleich vor und werde genauso viele Bäume pflanzen wie eingeschlagen wurden, so Linda Grösch. Terranets BW hat nun an der Bissinger Straße zwischen Großsachsenheim und Untermberg ein Rohrlager eingerichtet. Dort werden die Rohre für die unmittelbare Verlegung zunächst eingelagert. Die Rohre sind nach Auskunft von Linda Grösch jeweils 16 Meter lang, haben einen Durchmesser von 50 Zentimeter und wiegen pro Stück 2,5 Tonnen.

Die Rohre sind für einen maximalen Betriebsdruck von 80 Bar ausgelegt und mit einer Korrosionsschutzschicht aus Polyethylen und als mechanischen Schutz mit Faserzement oder glasfaserverstärktem Kunststoff versehen. Die Spezial-Rohre werden in Hamm (Westfalen) hergestellt und direkt von dort per Lkw an die jeweiligen Rohrlagerplätze angeliefert.

Auf dem Rohrlagerplatz bei Großsachsenheim werden für die Arbeiten an der Neckarenztalleitung etwa 360 Rohre gelagert.

Dieser Rohrlagerplatz ist einer von insgesamt fünf, die für die NET mit Rohren beliefert werden. Die weiteren Plätze wurden beziehungsweise werden in Wiernsheim, Eberdingen, Vaihingen und Bietigheim-Bissingen eingerichtet. Insgesamt werden rund 1800 Rohre für die Neckarenztalleitung verlegt, so Linda Grösch. Die Rohre werden abschnittsweise vor Ort verschweißt und in einer Tiefe von etwa zwei Metern in einem Rohrgraben verlegt.

Ausgrabungen beim
Holderbüschle beginnen bald

In der Nähe des Großsachsenheimer Gewerbegebiets Holderbüschle werden demnächst weitere archäologische Grabungen beginnen. Man rechne damit, dass die Ausgrabungen dort etwa zwei Monate dauern werden. Rund 90 Millionen Euro kostet nach Auskunft von Linda Grösch, der Ausbau der Neckarenztalleitung.

Im Winter 2022 soll dann das erste Gas durch die Neckarenztalleitung fließen.

Info Terranets BW ist nach eigenen Angaben ein unabhängiger Transportnetzbetreiber für Gas. Die Firma unterhält ein rund 2700 Kilometer langes Leitungsnetz mit derzeit über 45 Einspeispunkten. Über dieses Leitungsnetz transportiert Terranets BW Gas von Niedersachsen bis an den Bodensee. Außer in Baden-Württemberg versorgt Terranets  auch viele Städte und Gemeinden in Hessen, in Teilen Bayerns, der Schweiz, Vorarlberg bis in das Fürstentum Liechtenstein.

 
 
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