Die Kandidaten des WK 13 zum Thema: Wie gelingt es, die Wirtschaft stark zu halten?

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Durch zukunftsfähige Berufe bleibt auch die Wirtschaft stark. Foto: dpa

Die Landtagskandidaten aus dem Wahlkreis 13 äußern sich zum Thema zukunftsfähige Wirtschaft.

Die Digitalisierung in der Wirtschaft und der Transformationsprozess in der Automobilindustrie waren auch vor der Corona-Krise schon zentralen Themen für den Landkreis. Mit seiner starken Abhängigkeit von der Autoindustrie schlagen Änderungen und Probleme bei den Autoherstellern direkt in den Landkreis und die vielen Zulieferer hier durch.  Die Reaktion in der Metallindustrie auf Absatzprobleme und eine verschlafene Transformation ist häufig der Stellenabbau. Zentrale Frage für die Politik wird sein, wie man die Transformation begleiten kann und möglichst viele Arbeitsplätze im Landkreis halten kann. Ist dabei mehr Unterstützung für Unternehmen oder mehr Hilfe für die Qualifizierung der Arbeitnehmer das richtige Mittel? Bleibt der Maschinenbau die treibenden Kraft im Kreis oder ist ein stärkerer Mix erwünscht? Ist das produzierenden Gewerbe im Kreis wegen der im Vergleich zu Osteuropa höheren Kosten überhaupt noch zukunftsfähig?

Das sagen die Kandidaten:

Dr. Markus Rösler (Die Grünen): "Schon vor der Pandemie befand sich unsere Wirtschaft in der Transformation. Damit Baden-Württemberg auch in Zukunft als Innovationsregion in Europa unseren Wohlstand sichert, dabei Natur und Klima schont und sozial gerecht ist, greifen wir als Land beispielsweise gezielt mit einem Förderprogramm (Invest BW) von 300 Millionen Euro dem Mittelstand unter die Arme. Außerdem setzen wir auf eine sozial und nachhaltig gestaltete Digitalisierung. Die Förderung von Start-ups und von Bioökonomie (zum Beispiel regionale Bauprodukte aus Holz) wollen wir Grüne ausbauen – damit wir nicht nur den Status Quo und Hilfsprogramme verwalten, sondern die Zukunft aktiv gestalten."

Konrad Epple (CDU): "Gerade jetzt gilt es, die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, Arbeitsplätze zu sichern und die Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, um im nationalen wie internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Wir müssen weiter den Handel stützen, die Fachkräftegewinnung im Handwerk vorantreiben, innovative Start-ups und neue Technologien fördern. Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Mut und Unternehmergeist nicht von Bedenken und Bürokratie erstickt werden. Ein landesweites Breitbandnetz und flächendeckend ausgebaute schnelle Mobilfunknetze sind unter anderem Voraussetzung dafür."

Torsten Liebig (SPD): "Insbesondere die Automobilindustrie muss auf dem Transformationsprozess aktiv begleitet werden. Außerdem brauchen wir Breitbandinternet im ganzen Land, um den Mittelstand in der Fläche wettbewerbsfähig zu halten. Die Voraussetzungen für eine schnelle Digitalisierung der Unternehmen muss verbessert werden. Das größte Kapital unserer Unternehmen sind ihre Mitarbeiter. Wenn in der Produktion Kapazitäten frei werden, müssen die Unternehmen diese nicht für Stellenabbau, sondern für verstärkte Weiterbildung nutzen, um durch besser ausgebildete Mitarbeiter Wettbewerbsvorteile bei Innovationen zu gewinnen."

Friedemann Meyer (AfD): "Durch Marktwirtschaft mit so wenigen staatlichen Eingriffen als unbedingt nötig. Also eher im Sinne von Friedrich August von Hayek. Hier entscheidet Innovation und Erfindergeist den Erfolg und gewährleistet somit ständige Verbesserung und Fortschritt. Für das „Land der Tüftler“ (BW) also unbedingt die richtige Variante. Eine Planwirtschaft oder zu hohe Staatsvorgaben (zum Beispiel Batterie-Antriebe) können dies nicht leisten, sie fördern Stillstand und Mangelsituationen. In Corona-Zeiten und danach gilt es, für Mittelstand und Handwerk so schnell als möglich wieder Normalität herzustellen und dauerhaft unnötige Bürokratie abzubauen."

Roland Zitzmann (FDP): "Baden-Württemberg ist in hohem Maße vom Automobilbau abhängig. Dieser schafft Arbeitsplätze und ist für einen Großteil der Wertschöpfung verantwortlich. Wir Freien Demokraten wollen daher Technologieoffenheit, um die Automobilwirtschaft bei der Transformation zur Klimaneutralität zu unterstützen. Ich möchte keine einseitige Subventionen des Elektroantriebs, sondern eine Gleichbehandlung der Antriebsarten wie zum Beispiel Wasserstofftechnologie, E-Fuels und Elektroantriebe. Nur so kann sich die beste Technologie durchsetzen. Zudem wollen wir  den Mittelstand und das Handwerk durch Bürokratieabbau sowie den Aufbau digitaler Infrastruktur unterstützen, da diese Bereiche ebenfalls für einen Großteil der Arbeitsplätze sorgen."

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