Die MHP Riesen Ludwigsburg im Formcheck Gewappnet für den Saisonauftakt

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Der neue Riesen-Center Yoeli Childs lässt sich hier vom  Würzburger Australier Craig Moller (rechts) nicht stoppen.  ⇥ Foto: Gunnar Rübenach

Die Riesen Ludwigsburg schlagen Würzburg bei der Generalprobe mit 90:69. Radebaugh schließt die Lücke von MVP Smith immer besser. Ein weiterer Guard aus den USA ist aber bereits im Anflug.

Mit einem Heimspiel gegen Hamburg starten die MHP Riesen Ludwigsburg am Samstag (20.30 Uhr) in die Spielzeit 2021/22. Der BZ-Formcheck zeigt, dass das weitgehend unveränderte Team für die neue Saison gerüstet ist. Aktuell sind aber noch zwei Personalien offen.

Vorbereitung und Generalprobe

Neun Testspiele, acht Siege – in der Vorbereitung haben die Riesen bereits einen Riesenjob gemacht. Kein Wunder also, dass Trainer John Patrick mit dem in den vergangenen fünf Wochen Geleisteten „sehr zufrieden“ ist. Die einzige Niederlage war das 71:96 Ende August in Neu-Ulm gegen den schwäbischen Erzrivalen Ratiopharm Ulm. „Da waren allerdings auch nur zwei unserer Amerikaner da“, relativiert Patrick das Ergebnis.

Bei der nicht-öffentlichen Generalprobe setzten sich seine Schützlinge am Samstagnachmittag gegen s.Oliver Würzburg mit 90:69 (44:40) durch. „Dabei ging es vor allem darum, die neuen Spieler zu integrieren“, stellt Patrick fest. Die Hälfte der Ludwigsburger Punkte resultierte aus Dreiern. Zumindest drei Viertel lang hielten die Unterfranken mit, ehe die Gastgeber mit einem 26:9 im letzten Spielabschnitt ernst machten. Topscorer der Partie war Jonah Radebaugh mit 19 Zählern. Der Ex-Riese Desi Rodriguez war mit 13 Zählern Würzburgs fleißigster Punktesammler.

Neuzugänge und frühe Abgänge

Nach der vorzeitigen Trennung von Scottie James Jr. und Quinton Hooker – beide sind inzwischen in Israel untergekommen – sowie dem langfristigen Ausfall von James Woodard (Bizeps-Abriss) stehen derzeit nur drei Neuzugänge im Kader. Gegen Würzburg zeigten Forward David Walker und Center Yoeli Childs erneut ihr Potenzial: Die US-Amerikaner trugen sich mit sieben sowie neun Zählern ins Scoring ein und führten auch die Ludwigsburger Rebound-Statistik an. „David hat Akzente gesetzt. Er war in der Vorbereitung auf einer Achterbahnfahrt – mal war er schlecht, mal war er sehr gut“, urteilt Patrick. Lobende Worte findet der Coach auch für Nachzügler Childs. „Er hat viel Qualität und entwickelt sich positiv, vor allem, wenn man bedenkt, dass er erst seit einer Woche bei uns ist“, sagt Patrick. Gleichwohl rechnet der Coach damit, dass der 23-jährige Center noch eine Weile braucht, bis er die Riesen-Philosophie verinnerlicht hat: „Yoeli muss sich daran gewöhnen, wie schnell wir die Dinge machen. Aber das ist für alle Neuzugänge am Anfang schwierig.“ Noch keine große Rolle spielt bisher der aus Tübingen gekommene Deutsch-Amerikaner Jonathan Bähre.

Eine weitere Verstärkung ist bereits am Sonntag aus den USA in der Barockstadt eingetroffen. Nach BZ-Informationen handelt es sich dabei um einen spielstarken Guard. Dieser soll nach den üblichen medizinischen Checks und den behördlich verlangten zwei negativen PCR-Tests Anfang der Woche zum Team stoßen und mittrainieren.

Etablierte Stammkräfte

Anders als in den vergangenen Jahren, als die personelle Fluktuation enorm war, haben die Riesen ihr Gerüst diesmal gehalten. Zuletzt kehrten auch Oscar da Silva und BBL-Veteran Tremmell Darden nach Ludwigsburg zurück. Letzterer bildete mit den arrivierten Kräften Jordan Hulls, Radebaugh, Yorman Polas Bartolo und Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann beim Abschlusstest die Startformation. Geschont wurde hingegen Jacob Patrick. Das 17-jährige Toptalent ist seit einer Woche wieder in der Schule und hat zudem gerade mit dem Führerschein angefangen.

Den Vorteil, nicht wieder bei null anfangen zu müssen und über eine eingespielte Mannschaft zu verfügen, sieht Patrick zwar schon. Allerdings warnt er davor, das Comeback in die neue Runde als Selbstläufer zu betrachten: „Durch die Spielpause sind einige Mechanismen weggefallen. Auch von den Spielern, die schon hier waren, brauchen wir wieder die volle Aufmerksamkeit und Schnelligkeit.“

Der Gewinner der Vorbereitung war zweifellos Jonah Radebaugh. Der 24-jährige US-Amerikaner knüpfte bisher nahtlos an seine selbstbewussten Auftritte aus den Playoffs an und sprüht nur so vor Spielfreude. Es sieht so aus, als ob er die große Lücke ausfüllen kann, die der zum Meister Alba Berlin abgewanderte MVP Jaleen Smith hinterlassen hat. „Das sind zwei unterschiedliche Spielertypen“, weiß Patrick. „Ich bin sehr zufrieden mit Jonahs Entwicklung. Er hat mittlerweile viel Spaß in seiner Rolle.“

 
 
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