Die neuen Ganerbenblätter sind erschienen Geschichte und Geschichten auf knapp 100 Seiten

Von Jürgen Kunz
Im 44. Jahrgang hat die Historische Gesellschaft die knapp 100 Seiten starken Ganerbenblätter 2021 herausgegeben.⇥ Foto: Jürgen Kunz

Im 44. Jahrgang hat die Historische Gesellschaft Bönnigheim ihre Ganerbenblätter 2021 herausgegeben.

Eine Fleißarbeit von Kurt Sartorius steht im Mittelpunkt des 44. Jahrgangs der Ganerbenblätter, die von der Historischen Gesellschaft zum Jahresende 2021 herausgegeben wurden: die Inschriftensteine an Häusern in Bönnigheim. Der Artikel ist nicht nur der 150. Beitrag von Sartorius für die Ganerbenblätter, es ist auch einer der aufwändigsten.

Drei Jahre Recherche

„Ich habe rund drei Jahre daran gearbeitet“, verrät der Vorsitzende der Historischen Gesellschaft gegenüber der BZ. Auf 83 Fotos hat Sartorius die meist eher unscheinbaren Inschriftensteine dokumentiert. Für den Bönnigheimer Heimatforscher offenbaren diese aber oftmals Details der Gebäudegeschichte und geben Aufschluss über die Entwicklung der Stadt. „Deshalb wäre es schön, wenn solche steinerne Dokumente zukünftig sorgfältiger beachtet und erhalten würden, vielleicht sogar neue Inschriftensteine angebracht werden. Wenn Sie weitere Steine kennen oder entdecken, sind wir für eine Nachricht dankbar“, schreibt Sartorius in den Ganerbenblättern.

Unterstützt wurde er bei seiner aufwändigen Recherche von Helga Engster-Möck, langjährige Bönnigheimer Stadtarchivarin, Edeltraud Hoffmann und Anke Mul von der Stadtverwaltung Bönnigheim sowie von Dr. Otfried Kies aus Brackenheim-Hausen.

Christus ohne Hand

Was es mit einem Christus ohne Hand auf dem Hohensteiner Friedhof auf sich hat und wie diese Bronze-Skulptur repariert wurde, darüber berichtet Kurt Sartorius ebenso wie über ein viereckiges Loch in der Decke der ersten Etage im Bönnigheimer Steinhaus, von wo aus das Rohr des früheren Plumpsklos führte. Anlass genug für Sartorius, seine „Abortgeschichten“ zu verfassen. Anmerkungen vom Bönnigheimer Bürgermeister Albrecht Dautel und Landrat Dietmar Allgaier zur Verleihung der Staufermedaille an Kurt Sartorius dürfen in den aktuellen Ganerbenblättern nicht vielen, wie auch die Chronik des Jahres 2020, die Karin Potthoff zusammengestellt hat.

Persönliche Erinnerungen

Die persönlichen Erinnerungen von Tadek (Tadeusz) Scostka, der als 13-jähriger Zwangsarbeiter aus Polen von 1943 bis 1945 bei der Familie Altmann in Bönnigheimer untergebracht war und heute 91 Jahre alt ist und in Breslau in Polen lebt, hat Rolf Krieg auf sechs Seiten verfasst. „Es ist erstaunlich, dass er sich noch an viele Details seines Aufenthalts in Bönnigheim erinnern kann“, schreibt Krieg zu Beginn seines Artikels mit dem Titel „Ein 13-Jähriger als Zwangsarbeiter in Bönnigheim“.

Unter der Überschrift „Fluchtgeschichte(n)“ verfasste Isabelle Balazs die Geschichte ihrer Eltern: „Meine Mutter stammt aus Ungarn, mein Vater aus Schlesien. Sie wurden in eine Zeit und Umstände hinein geboren, die wir uns heute kaum vorstellen können – zum Glück!“

Info Die Mitglieder der Historischen Gesellschaft erhalten die Ganerbenblätter kostenlos. Alle anderen können sie zum Preis von acht Euro im Schnapsmuseum oder bei Kurt Sartorius kaufen.

 
 
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