Die Sophie-La-Roche-Realschule hat Schulmentoren für Kultur Mit Kultur das Schulleben ankurbeln

Von Gabriele Szczegulski
Haben in Stuttgart die Ausbildung zu Schülermentorinnen für kulturelle Bildung gemacht (von links): Martina Cordella, Emilie Hausmann, Anna Löfl, Emma Löfl und Eleonora Serman.⇥ Foto: Martin Kalb

Fünf Mädchen der Sophie-La-Roche-Realschule haben sich zu Schülermentorinnen für Kulturelle Jugendbildung ausbilden lassen. Jetzt haben sie viele Ideen für kulturelle Projekte.

Emilie Hausmann, Martina Cordella, Emma Löfl, Anna Löfl und Eleonora Serman sind immer noch ganz aufgeregt. Die Neuntklässlerinnen der Sophie-La-Roche-Realschule in Bönnigheim waren in der vergangenen Woche drei Tage lang in Stuttgart auf Workshops und machten eine Ausbildung zum „Kulturstarter“ – Schülermentor für kulturelle Bildung. Alle fünf bekamen am Ende ein Zertifikat und sind nun ganz offiziell Schülermentoren für kulturelle Bildung an ihrer Schule.

Begeisterte Schülerinnen

„Es war so aufregend, interessant und faszinierend, was wir gelernt, gesehen und gemacht haben“, sagt Martina Cordella. Alle fünf erzählen leidenschaftlich und vor Begeisterung überschäumend, was sie in der Ausbildung gemacht haben. Und sie wollen  mit ihrer Begeisterung die Schülerinnen und Schüler ihrer Schule künftig anstecken.

„Inspirierend“, so Emilie Hausmann, sei schon der erste Workshop im Theater YES in Stuttgart gewesen. „Wir mussten spontan in Rollen schlüpfen, eine Szene auf dem Schulhof spielen, ohne Text, ganz frei“, sagt sie. Bei ihrem Seminar in Stuttgart waren 25 Schüler aus der Region dabei, insgesamt wurden in den letzten Wochen 150 jugendliche Kulturstarter ausgebildet.

„Kultur ist so wichtig für das Schulleben, es inspiriert und stärkt das soziale Leben“, sagt Emilie Hausmann. „Jeder ist kreativ, man muss die Kreativität nur wecken“, sagt Eleonora Sermann. „Uns wurde erklärt, warum Kultur und kulturelle Bildung mindestens genauso wichtig ist als Mathe, nur wird Kultur nicht unterrichtet“, sagt Martina Cordella. Für einen zweiten Workshop mussten die Mädchen sich für eine Gruppe entscheiden: Sie teilten sich auf in einen Foto-Workshop und einen Podcast-Workshop. In beiden lernten sie von Profis die Grundlagen von Fotografie und Podcast-Aufnehmen. Das soll später in der Schule helfen, eigene Workshops zu machen oder Werbung für ihre kulturellen Projekte zu verwirklichen.

Ein Projekt muss entstehen

Denn: Am Ende muss in der Schule mit Zustimmung der Schulleitung mindestens ein Projekt entstanden sein, was, so erklärt Anna Löfl, mit Corona-Regeln gar nicht so einfach ist. Dennoch: Am dritten Tag ihrer Ausbildung sammelten die Fünf Ideen, schlossen aus, überlegten sich Konzepte und kamen so auf zwei Ideen für die Sophie-La-Roche-Realschule, die sie nun der Schulleitung vorstellen wollen. Mithilfe auch des Fördervereins der Realschule, der eventuelle finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt hat, wie die zuständige Lehrerin Myriam Anger sagt.

Zum einen wollen die Mädchen den Schulgarten zum Permakultur- und Kunstgarten umfunktionieren. „Kultur ist ja umgewandelte Natur“, sagt Martina Cordella. Und Emilie Hausmann bringt die Unterstützung ihrer Mutter ein, die selbst einen Permakulturgarten hat. Die Kulturstarter wollen eine Gruppe ins Leben rufen, die sich um den Garten kümmert, das Obst und Gemüse betreut, aber auch für Kunst im Garten sorgt. Und gleichzeitig haben die Mädchen damit auch eine Idee zur Finanzierung anderer Projekte: Sie wollen die Gartenprodukte verkaufen oder verkochen und die Speisen dann in der Schule anbieten, um zu Geld für die Kultur zu kommen.

Das zweite Projekt soll ein wöchentlicher Kulturclub werden, in dem sich Schüler treffen und kreativ sind. „Da könnte eine Schülerband entstehen oder ein Theaterspiel entwickelt werden, gemalt oder nur über Kunst geredet oder gemeinsam ein Buch gelesen werden“, sagt Emilie Hausmann. Der Kulturclub soll ein Pool sein, in dem neue Ideen für Kultur an der Schule entstehen. 

 
 
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