Dieter Thomas Kuhn bei „Live am Viadukt“ Musikalische Zeitreise in die 70er

Von Helga Spannhake
Dieter Thomas Kuhn war am Samstagabend bei „Live am Viadukt“ in Bietigheim-Bissingen zu Gast. Das Publikum liebte ihn. Foto: /Oliver Bürkle

Am Samstagabend trat Dieter Thomas Kuhn bei „Live am Viadukt“ unter dem Wahrzeichen der Stadt Bietigheim-Bissingen auf und begeisterte die Massen.

Unter dem Titel „Das Festival der Liebe“ tourt Dieter Thomas Kuhn live durchs Jahr 2024. Jetzt machte er Station in Bietigheim-Bissingen, spielte mit seiner Band unter dem Viadukt und begeisterte, wie gewohnt, alle seine treuen Anhänger.

Schon auf dem Weg zum Festivalgelände erklang lautstark in den Bietigheim-Bissinger Straßen von in passende Blümchenoutfits sowie obligatorische Schlaghosen gekleideten Fans die Textzeile „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Dieser Schlager aus dem Jahr 1972 und im Original gesungen von Marcus Jürgens ist längst zur Dieter Thomas Kuhn Fanhymne geworden, wurde selbstverständlich auch im Konzert vom Meister persönlich dargeboten.

Voller Elan betraten Dieter Thomas Kuhn und seine Band zur legendären Titelmelodie der guten alten Samstagabendshow „Musik ist Trumpf“ die große Bühne direkt unter dem Viadukt, um gleich mit „Sag mir quando, sag mir wann“ einen weiteren beliebten Schlager-Oldie zum Besten zu geben.

Das Publikum war von der ersten Minute an hin und weg: Es wurde mitgewippt und wo ausreichend Platz war, auch getanzt. Die obligatorischen Sonnenblumen als Zeichen der Hippie-Bewegung für Freiheit und Offenheit hielten viele in die Höhe und sie fanden sich sowieso überall auf dem Festivalgelände: Auf der Kleidung, als Sonnenbrille oder als Haarschmuck. Die Farbe bunt dominierte auf und vor der Bühne: Schlaghosen, Glitzeranzüge, orangefarbene Lackstiefel und Blumenkränze aller Colour. Die ganz hartgesottenen hatten sich trotz der Hitze Perücken im Afrolook aufgesetzt, von denen sich manch eine allerdings etwas später auf dem Rasen liegend wiederfand – bei über 30 Grad Celsius durchaus verständlich. Bleibender Beliebtheit erfreuten sich dagegen Fächer und kalte Getränke.

Träume vom Fußball

„Guten Abend hier in Bietigheim-Bissingen“ mit diesen Worten begrüßte Kuhn sein Publikum und wollte im Anschluss gern wissen, wer denn doch lieber Fußball geschaut hätte. Denn zeitgleich zum Konzerttermin spielte die deutsche Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen Dänemark. Auch Kuhn träumte kurz von seinem bequemen Gartenstuhl auf dem Balkon daheim, um dem Spiel um das runde Leder zu frönen, besann sich aber schnellstens wieder mit den Worten: „schön hier zu sein“. Das fanden auch seine Fans, von denen einige aber durchaus im Fußballtrikot erschienen waren. Eine Männergruppe hatte einen Laptop vor sich auf dem Rasen zu stehen, widmete sich diplomatisch der Musik und dem Match. Derweil kündigte Kuhn auf der Bühne mit kleinen Geschichten den jeweils nächsten Schlager an, erzählte zum Beispiel von der Fahrt in einem Ford Mustang, bei der ein entgegenkommender Radfahrer die Zunge herausgestreckt hätte und das sei Michaela gewesen. Zum gleichnamigen Bata Illic Evergreen sangen und tanzten dann ebenso die Verkäuferinnen der Essensstände mit. Vor allem bei den warmen Gerichten hatten sie auch Zeit dafür, denn der Andrang dort hielt sich aufgrund der Hitze in Grenzen. Bei den Getränken waren ebenfalls keinen langen Schlagen zu sehen, was aber wohl an dem, in diesem Jahr deutlich aufgestockten Angebot lag. Voller ging es vor den Toiletten zu, wobei bei den, in diesem Jahr neuen, pinken Frauenurinalen weniger verkehrten – was möglicherweise am strengeren Geruch in diesem Areal gelegen haben mag.

Die Konzerte von Kuhn sind immer eine musikalische Schlager-Zeitreise, bei der der Spaß im Vordergrund steht. Ob die Coverversionen der Udo Jürgens Hits „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“, die Ballade um Conny Kramers Todestag, der 1973er Erfolgshit „Der Junge mit der Mundharmonika“, Reinhard Meys mythisches „Über den Wolken“ oder auch Dieter Thomas Kuhns Interpretation des Peter Maffay Hits „Und es war Sommer“ – tosender Applaus und lauter Jubel waren dem leidenschaftlichen Föhnwellen-Barden stets sicher.

Textsicherheit auch vor der Bühne

Textsicherheit herrschte auf beiden Seiten und so wurde sowohl auf als auch vor der Bühne voller fröhlicher Inbrunst gesungen: „Unsere Konzerte sollen für alle eine gute Party sein“, so betonte es der Freund seit Schultagen und nicht wegzudenkende Gitarrist der Dieter Thomas Kuhn Band Philipp Feldtkeller: Diesen Anspruch haben die Musiker ganz und gar erfüllt und für kollektives Wohlbehagen gepaart mit ganz viel Liebe bei „Live am Viadukt“ gesorgt.

 
 
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