Diskussion um Kinderbetreuung in Ingersheim „Wir müssen das in den Griff bekommen“

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ARCHIV - 24.04.2019, Brandenburg, Wandlitz: Kinderrucksäcke hängen im Eingangsbereich eines Kindergartens. (Zu dpa "Experten fordern dauerhafte Kita-Förderung vom Bund") Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa dpa-Bildfunk ⇥ Foto: Monika Skolimowska

Auf der Gemeinderatssitzung wurde ausgiebig über die Kinderbetreuung diskutiert. Viele Eltern waren bei der Sitzung dabei.

Gut 20 Eltern haben sich am Dienstagabend im Sitzungssaal des Ingersheimer Rathauses eingefunden, um der Diskussion zur Kinderbetreuung zu folgen. Bürgermeisterin Simone Lehnert nahm bereits zu Beginn Stellung zur möglichen Streichung von zwei Ganztagsbetreuungsmodellen in Kindertagesstätten, über die in dieser Gemeinderatssitzung hätte abgestimmt werden sollen (die BZ berichtete).

Es habe sich im Vorfeld um eine „ungünstige Formulierung“ gehandelt, so die Bürgermeisterin und gab „Versäumnisse“ in der Kommunikation zu. Die Verwaltung der Gemeinde werde jetzt Kriterien schaffen, um die Überbelastung in den Kindergärten in den Griff zu bekommen, und dies vorab in einer Arbeitsgruppe mit allen Beteiligten ausführlich besprechen.

Ein Vertreter des Elternbeirates appellierte an den Gemeinderat, das Problem zu lösen: „Wir brauchen eine gemeinschaftliche Lösung mit dem Personal, den Eltern und dem Gemeinderat, um das als Gemeinde gemeinsam zu tragen.“

Suche nach Fachkräften

Hauptamtsleiterin Stefanie Fischer und Susanne Klein, zuständig für die Gesamtleitung der Kitas, erklärten dem Gremium die aktuelle Lage zur Kleinkind- und Schulkindbetreuung. Besonders schwierig gestalte sich die Suche nach Fachkräften. Man setze in der Verwaltung alles daran, mehr Fachkräfte und auch Nichtfachkräfte als Unterstützung des Personals zu finden und einzustellen, allerdings erhöhe dies auch wieder die Kosten im Haushalt.

Ursula Heinerich (CDU) erklärte, dass sie sowohl die Belange der Eltern verstehen könne, als auch die der Verwaltung, die den Auftrag erhalten habe, Kosten zu senken. „Man darf das Thema Haushalt nicht aus den Augen verlieren.“ Thorsten Majer (SPD) nahm nochmals Bezug auf die ursprüngliche Beschlussvorlage zu den Betreuungsmodellen. Die SPD hatte einen Antrag dazu formuliert, der bei einigen Gemeinderatsmitgliedern auf Missfallen stieß. „Wenn man persönliche Angriffe herauslesen möchte, weise ich das nochmals von mir“, so Thorsten Majer.

„Begehrlichkeiten geweckt“

Jürgen Fleischmann (FW) bedankte sich bei den „engagierten Eltern und den Mitarbeitern der Kitas“. Man solle sich jetzt in einer neuen Runde nochmals ernsthafte Gedanken über die Situation machen. Carmen Buchgraber-Musch (FW) meinte, sie habe manchmal das Gefühl gehabt, „dass wir jeden Bedarf abdecken wollen und damit hat man auch Begehrlichkeiten geweckt.“ Umso schwieriger sei es jetzt, den „Luxus“ an Kinderbetreuung, den man in Ingersheim habe, zurückzufahren. In diesem Zusammenhang würde sich auch wieder die Frage nach dem Konzept der Ganztagsschule stellen.

Abschließend lud Bürgermeisterin Simone Lehnert sowohl den Gemeinderat als auch Elternbeiräte und Kita-Personal dazu ein, sich an der Arbeitsgruppe zu beteiligen. „Durch den Anstieg der Kinderzahlen ist es sehr schwierig zu sparen, aber wir müssen das in den Griff bekommen.“

Die Abstimmung zur Inbetriebnahme der neuen Räumen in der Residenz mit zwei Kindergartengruppen und der Festlegung der Kapazität für Mittagessensplätze erfolgte einstimmig.

 
 
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