Diskussionen um Impfnachweis in Bönnigheim Kaum Corona-Ausfälle bei der Feuerwehr

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Das Innenministerium empfiehlt, dass nur Geimpfte bei den Einsätzen dabei sein.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Der Impfnachweis sorgt in Bönnigheim für Diskussionen. Die Feuerwehr in Bietigheim setzt Pragmatismus und Vertrauen.

Ungeimpfte Feuerwehrleute sollen laut Innenministerium möglichst nicht mehr zum Einsatz ausrücken, um die Ausbreitung der Omikron-Variante zu verhindern. Außerdem wurde die Quarantäne verkürzt, um die Ausfälle bei Mitarbeitern der kritischen Infrastruktur so gering wie möglich zu halten. Bisher gab es bei den Wehren im Kreis kaum Corona-Ausfälle. Die Erhebung des Imfpstatuts sorgt in Bönnigheim für Diskussionen.

„Bislang haben wir bei der Feuerwehr keine Corona-Ausbrüche aufgrund des Übungs- oder Einsatzdienstes gehabt“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Das liege auch an der disziplinierten Vorgehensweise der Feuerwehrleute. Gleichwohl könne die Omikron-Variante die Wehren vor eine deutlich größere Herausforderung stellen als die bisherigen Corona-Varianten. Dorroch: „Eine besondere Berücksichtigung der kritischen Infrastruktur bezüglich der Quarantänemaßnahmen hilft auch der Feuerwehr.“

Anonymer Brief

Größere quarantänebedingte Ausfälle gab es auch bei der Feuerwehr Bönnigheim nicht, erklärt Kommandant Mike Etzel. In einem anonymen Brief, der der BZ vorliegt, kritisieren „Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr und Bürgerinnen und Bürger aus Bönnigheim“, „die selbsteingeführte Impfpflicht durch den Kommandanten“ Ende 2021.

Im Zentrum der Kritik steht die Frage, ob das Vorgehen beim Nachweis des Impfstatus datenschutzkonform sei. Die Mitglieder seien aufgefordert worden, „einen Scan oder eine Bildschirmaufnahme des QR-Codes des letzten Impfzertifikates/Genesenenachweis via Mail weiterzuleiten“. Der Nachweis könne als Kopie „in den Briefkasten am Feuerwehrhaus“ eingeworfen werden.

Laut Bürgermeister Albrecht Dautel habe der Kommandant „verschiedene Wege“ angeboten, auf denen die Mitglieder der Feuerwehr ihre Nachweise bis Jahresanfang vorlegen konnten. Es sei unter anderem möglich gewesen, den QR-Code persönlich beim Kommandanten vorzuzeigen. Der Nachweis sei dann als vorhanden abgehakt worden, weil die Daten laut Gesetz nicht hinterlegt werden müssten.

Die Frage, ob das Verschicken des QR-Codes per Mail datenschutzkonform sei, hält Dautel für ein theoretisches Problem: „Diesen Weg hat keiner genutzt.“ Dem widerspricht der anonyme Brief, in dem behauptet wird, dass „einige Kameradinnen und Kameraden“ dem Kommandanten ihren QR-Code „per E-Mail und via Whats-App“ zugesendet hätten. Der Brief schließt mit dem Hinweis, dass die Anonymität nötig sei, weil die Schreiber „Repressalien“ fürchten, wenn sie sich „direkt mit unseren Sorgen und Zweifeln an den Kommandanten bzw. die Stadtverwaltung wenden“. Von schlechter Stimmung und einer fehlenden Vertrauensbasis will Bürgermeister Dautel nichts wissen. Hinter dem Brief vermutet er die Aktionen einzelner. „Man kann einfach zu uns kommen“, sagt er.

„Mit über 90 Prozent haben wir zum Glück eine hohe Impfquote“, sagt Frank Wallesch, Kommandant der Bietigheimer Feuerwehr. Die Erhebung des Impfstatus sei kein Problem gewesen, weil die Impftermine über den Landkreis von der Feuerwehr organisiert worden seien. Auch der Termin für die Booster-Impfung werde in Kürze auf diesem Weg organisiert. „Wir sind auf der sicheren Seite“, ist Wallesch überzeugt und weist auf die große Vertrauensbasis und die Kameradschaft hin. Wallesch will seinen Feuerwehrleuten gegenüber auch nicht zu restriktiv auftreten – schließlich erledigen sie ihren Dienst im Ehrenamt.

Trennung der Abteilungen

Um Ansteckungen zu vermeiden werden nicht nur FFP-Masken in Fahrzeugen und im Gebäude getragen, erklärt Wallesch, auch die Abteilungen Bietigheim und Bissingen arbeiten derzeit strikt getrennt voneinander. Um Ansteckungsrisiken zu verringern, würden innerhalb der Abteilung Bietigheim auch die Züge getrennt eingesetzt.

 
 
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