Salz trifft beim 4:2 des SGV Freiberg gegen Ravensburg dreimal Torjäger versalzt Gegner die Suppe

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Dominik Salz (links), hier gegen Ravensburgs Manuel Geiselhart, war mit drei Toren der Freiberger Matchwinner. ⇥ Foto: Ralf Poller/Avanti

Dominik Salz trägt im Oberliga-Hit gegen Ravensburg drei Tore zum Freiberger 4:2-Sieg bei. Eine Kartenflut sorgt für Unmut.

Zehn Gelbe Karten, einmal Gelb-Rot, sechs Tore, davon drei durch denselben Fußballer, ein Aufbäumen in Unterzahl und mittendrin ein überforderter Schiedsrichter – das Oberliga-Topspiel des SGV Freiberg gegen den FV Ravensburg war in vielerlei Hinsicht eine denkwürdige Angelegenheit. Letztlich setzte sich die Wasen-Elf verdient mit 4:2 (1:1) durch und vertrieb die Oberschwaben so von der Tabellenspitze. Dort steht jetzt überraschend die TSG Backnang.

 Dominik Salz war am Samstagnachmittag der Mann der Stunde. Der 34-jährige Stürmer, der stets mit einem Kopfschutz kickt, versalzte dem Gegner mit seinen Saisontreffern vier bis sechs fast im Alleingang die Suppe. Das vierte SGV-Tor zum 3:1 besorgte mit Kapitän Marco Grüttner ein weiterer Angreifer. Bemerkenswert: Obwohl die Freiberger ab der 40. Minute mit einem Akteur weniger auskommen mussten – zu dem Zeitpunkt stand es 1:1 – schossen sie den zweiten Saisonerfolg heraus.

Zum bereits zweiten Mal in Folge sah Volkan Celiktas in einem Heimduell die Ampelkarte. Seine erste Verwarnung resultierte aus einem Gerangel. Kurz vor der Pause spielte der „Sechser“ des SGV, der die Nummer fünf trägt, im Mittelfeld den Ball und rasselte dann mit Ravensburgs Stürmer Awed Isaac Abeselom zusammen – ein energisch geführter Zweikampf, mehr aber auch nicht. Doch der Unparteiische Marcel Lalka hatte ein gelbwürdiges Foul gesehen und stellte Celiktas vom Platz. Eine Entscheidung, die auf dem Rasen und der Tribüne zu hitzigen Diskussionen führte. Überhaupt brachte der Regelhüter aus Schönaich mit seiner Kartenflut die Freiberger Kicker und Fans gegen sich auf. Gleich achtmal zückte Lalka im ersten Durchgang Gelb (und einmal Gelb-Rot), beim Abpfiff waren es zehn Verwarnungen – sechs für den SGV, vier für Ravensburg. 

„Ich habe kein unfaires oder wildes Spiel gesehen. Es gab keine dummen Fouls, keine übertriebene Härte und kein Gemecker. Bei so einem Spitzenspiel, in dem zwei Männermannschaften aufeinandertreffen, fehlt mir da vom Schiedsrichter einfach etwas“, kommentierte Evangelos Sbonias das Kartenfestival. Für sein Team hatte der SGV-Trainer dagegen viel Lob übrig: „Hut ab vor dieser Mentalität und dieser Leistung. Was die Jungs hier abgezogen haben, dafür gebührt ihnen größter Respekt – gerade weil so stark ins Spiel eingegriffen wurde und sie ein Brett nach dem anderen vor die Nase gesetzt bekommen haben.“

Die überlegene Heimelf musste gleich in der Anfangsphase einen Schock verdauen: Mit dem ersten Ravensburger Torschuss brachte Paul Strauß die Gäste in Führung – Linksverteidiger Michael Klauß hatte den Schützen am Strafraum zu spät angegriffen (7.). In der 29. Minute wurde das Anrennen des SGV belohnt. Nach Marcel Söklers feinem Steilpass überlief Salz den aus seinem Tor geeilten Ex-Freiberger Kevin Kraus und schob den Ball zum 1:1 ins leere Gehäuse.

Die dezimierten Freiberger waren in der zweiten Hälfte griffiger und zielstrebiger als der Tabellenführer. Sie zeigten, dass sie auch stark im Konterspiel sind, und nutzten klug die Freiräume, die ihnen Ravensburg gewährte. Zweimal Salz (50/77.) und Grüttner, der im Nachschuss traf (62.), bescherten dem SGV eine 4:1-Führung. Das späte 2:4-Anschlusstor des eingewechselten Rahman Soyudogru (82.) fiel nicht mehr ins Gewicht. „Der Platzverweis hat bei uns neue Kräfte freigesetzt, aber es hätte auch anders ausgehen können“, bilanzierte Coach Sbonias.

 
 
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