Dorfflohmarkt Halb Erligheim ist ein Basar

Von Walter Christ
Den Dorfflohmarkt haben Rebecca Wagner (links) und Vanessa Starke zum dritten Mal privat organisiert. Foto: /Oliver Bürkle

An den 68 Ständen der 74 Teilnehmer gab es am Sonntag jede Menge Trödel. Viel Lob gab es vom Rathauschef Rainer Schäuffele für das private Engagement.

Es ist fast nicht zu glauben, was die Leute so alles loswerden wollen. Beim dritten Flohmarkt am Sonntag, 3. Mai, hatten die zahlreichen Interessenten jedenfalls die Qual der Wahl, aus einer Fülle an Kleidung, Schmuck, Haushaltsartikeln und Büchern das Richtige herauszupicken – zu günstigstem Preis versteht sich. Die Initiatorinnen Vanessa Starke und Rebecca Wagner konnten mit der Resonanz sehr zufrieden sein.

Das basarähnliche Ereignis geht auf eine Idee von Starke zurück. Inspiriert von ähnlichen Märkten in der Nachbarschaft, konnte sie 2024 schnell ihre Freundin Rebecca Wagner von der Idee überzeugen, auf ganz privater Basis, ohne Vereine, Bewirtung und Programmpunkte, ein solches Vorhaben zu realisieren.

Kanne, Nikolaus und eine Krippe

Die gute Resonanz motivierte sie dazu, auch 2025 wieder aktiv zu werden. Diesmal in der August-Holder-Halle – was aber, auch wegen der Transporte, nicht so gut ankam. Also gab es gestern einen weiteren Markt. Diesmal in einem Netzwerk aus Straßen, auf denen „halb Erligheim“ mit 71 Teilnehmern an insgesamt 68 Ständen ihre Waren präsentierten.

Und da war neben wertvollerem Sortiment vor allem jede Menge Krimskrams dabei, das bisher im Keller, in der Garage oder auf der „Bühne“ vor sich hingeschlummert hatte. Beispielsweise an exponiertem Platz in der Hofener Straße bei Carmen Wolf: hier die hübsch bemalte Milchkanne, da der Nikolaus, dort eine schöne Krippe. Carmen Wolf war zum zweiten Mal dabei und hatte schon 2024 „wunderbar gut verkauft“. Der Keller konnte vom angehäuften „Zeugs“ endlich etwas gelichtet werden. Viel gefragt waren diesmal echter Schmuck, den sie aber ebenso wie Elektrogeräte gar nicht im Angebot führte.

Räder und Auto-Zubehör

In der Garage von Walter Jasch in der Hauptstraße reichten die Exponate von Fahrrädern und Auto-Zubehör bis hin zu Bundeswehr-Kleidungsstücken. „Leute waren bisher genug da – aber sie kauften fast nix“, lautete hier eine erste Zwischenbilanz.

Auffällig: „Profis“ inspizierten die Straßen schon zwei Stunden vor Marktbeginn. Viele E-Roller waren zu sehen und die Kundschaft kam auch aus Pforzheim, Freudenstadt und Schozach bis Stuttgart. An dieser „Motorisierung“ wurde hier und da gemäkelt, „weil der Markt die Menschen doch auch in Bewegung und einander näherbringen soll“, wie eine Passantin betonte.

Konnte man in der Urbanstraße bei der Familie von Axel Reichenbach jede Menge Schuhe erstehen, so warteten in der mit Ständen gut bestückten Flurstraße viele hölzerne thailändische Tempelwächter auf neue Besitzer.

Den beiden Veranstalterinnen hatte schon die ganze Vorarbeit sehr viel Spaß gemacht. Umso mehr freuten sie sich nun über die prima Resonanz. Und so motiviert würden sie gerne auch im nächsten Jahr wieder aktiv werden, sagten sie.

Bürgermeister Rainer Schäuffele geizte nicht mit Lob. Er befürworte grundsätzliche derlei positive, ortsbelebende Aktionen: „Ganz besonders aber, wenn jemand wie Vanessa Starke und Rebecca Wagner auch mal auf privater Basis, also ganz ohne die Gemeinde, was macht.“

 
 
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