Dritte Liga Süd-West Befreiungsschlag der Bönnigheimerinnen

Von nac
Rückraumspielerin Sina Häberlen (links) avancierte bei ihrer Rückkehr in den Kader des TSV Bönnigheim mit acht Treffern zur besten Werferin beim 36:32-Sieg gegen die HSG Wittlich. Foto: Avanti/Ralf Poller

Nach vier Niederlagen in Folge – darunter zwei Klatschen gegen Freiburg und in Pforzheim – schlägt der TSV in der Dritten Liga die HSG Wittlich mit 36:32. Mit Rückraumspielerin Sina Häberlen und Torfrau Kathrin Gerullis sind zwei Verletzte wieder zurück im Kader.

Das ist nichts für schwache Nerven gewesen: Wie stark die Drittliga-Partie der Handballerinnen des TSV Bönnigheim gegen die HSG Wittlich, aber auch die vergangenen Wochen unter anderem mit den beiden Klatschen gegen Aufstiegsanwärter HSG Freiburg (22:39) und bei Kellerkind TG 88 Pforzheim (20:35) Sven Bühler mitgenommen haben, war dem Trainer nach dem 36:32 (21:17)-Sieg am Samstagabend anzusehen. „Ich kann gar nicht beschreiben, wie viele Steine mir vom Herzen gefallen sind. Wir waren nach den Leistungen zuletzt einfach nur sprachlos. Dass wir so nach den letzten Spielen zurückgekommen sind...“, erklärt der Bönnigheimer Coach.

Auch seine Spielerinnen hatten allen Ballast abgeschüttelt, als der Erfolg eingetütet war. Als hätten sie schon den Klassenerhalt im achten von 20 Saisonspielen perfekt gemacht, feierten sie das 36:32 nach der Schlusssirene ausgelassen auf der Platte. „Im Vergleich zu den letzten Spielen hatten wir mehr Ruhe in unseren Aktionen und diese besser ausgespielt“, berichtet Bühler. „Wir hatten im Training aber auch klar angesprochen, was nicht so gut gelaufen ist. Wir haben uns gegenseitig wieder hochgezogen.“

Ganz wichtig war auch die Rückkehr von Sina Häberlen nach ihrer Schulterverletzung. Die Rückraumspielerin des TSV eröffnete nach 33 Sekunden den Torreigen der Bönnigheimerinnen mit einem wuchtigen Wurf aus mehr als neun Metern. Insgesamt war sie achtmal erfolgreich und avancierte damit zur besten Werferin der Partie.

Matchwinnerin wurde aber Jette Hamann. Die Torfrau löste nach rund 46 Minuten die zweite Rückkehrerin in den Kader des TSV, Kathrin Gerullis, bei 28:24-Führung der Bönnigheimerinnen zwischen den Pfosten ab und hat heute „ein mega Spiel abgeliefert, nachdem sie in den letzten Spielen kaum etwas gehoben hat“, lobt Bühler. Hamann parierte in der letzten Viertelstunde der Begegnung drei freie Würfe der Wittlicherinnen – darunter einen Siebenmeter.

Dennoch wurde es am Ende noch einmal hektisch. Nachdem die Bönnigheimerinnen schon auf 27:21 davongezogen waren (42.), verkürzten die Wittlicherinnen wieder auf 28:30 (49.), 31:33 (58.) und 32:34 (59.). Die Auswahl der Würfe und dadurch bedingt die Effektivität beim Abschluss ließ in dieser Phase bei den Bönnigheimerinnen zu wünschen übrig. Dazu leisteten sie sich einige technische Fehler. „Als die Wittlicherinnen wieder rangekommen sind, wollten wir es im Angriff verzwingen“, erklärt TSV-Trainer Bühler.

Rechtsaußen der HSG überragend

Denn auf die Abwehr war an diesem Tag nicht unbedingt Verlass. Ein ums andere Mal fand vor allem Wittlichs Nicole Packmohr eine Lücke im Bönnigheimer Defensivverbund. Und hatten die Gastgeberinnen die HSG-Rückraumspielerin unter Kontrolle, dann zogen die Gäste die Abwehr des TSV so auseinander, dass ihre Rechtsaußenspielerin frei zum Abschluss kam. Carolin Ambros und Michelle Meier – Letztere zog auch immer wieder in die Mitte und schloss aus rund neun Metern ab, weil keine Bönnigheimerin rauskam – erzielten so jeweils sieben Treffer.

Abwehr in der Findungsphase

„Die 6-0-Abwehr spielen wir noch nicht so lange. Da gibt es noch einige Stellschrauben, an denen wir drehen müssen – wir sind noch in der Findungsphase“, erzählt Bühler. „Eigentlich spielen wir eine 3-2-1, mussten diese allerdings wegen unseres Verletzungspechs erst mal aufgeben, um Kräfte zu sparen.“

Mit einer Auszeit stellte der TSV-Trainer sein Team 77 Sekunden vor dem Ende aber noch einmal auf die offene Manndeckung der Wittlicherinnen ein. Mit Erfolg – Sandra Graner und Jasmina Welz tüteten den Erfolg mit ihren beiden Treffern letztlich ein.

TSV Bönnigheim: Gerullis, Hamann, Cortado; Welz (5), Graner (7/4), Christel (5), Meic (2), Samer (1), Häberlen (8) Biedermann (1), Kerner (7), Fischer.

Der Sieg gegen Wittlich wird durch die Verletzung von Torfrau Cotardo getrübt

Die Sorgenfalten
bei Sven Bühler werden nicht weniger. Gerade hat sich der Trainer des Frauenhandball-Drittligisten TSV Bönnigheim über die Rückkehr von Torfrau Kathrin Gerullis und Rückraumspielerin Sina Häberlen in den Kader gefreut, da muss er den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Torfrau Rosaria Cotardo hat sich bei der ersten Parade beim Bönnigheimer 36:32 (21:17)-Erfolg gegen die HSG Wittlich nach genau 94 Sekunden Spielzeit ohne Fremdeinwirkung das linke Knie verdreht und blieb mit einem Schmerzensschrei im TSV-Wurfkreis liegen. „Ich gehe vom Schlimmsten aus – einem Kreuzbandriss. Rosaria hat ja schon mal einen gehabt“, erklärt Bühler nach der Begegnung konsterniert.  

 
 
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