Ehemaliger Ingersheimer Bürgermeister ist tot Trauer um Volker Godel

Von Jörg Palitzsch
Volker Godel war von 1996 bis 2020 Bürgermeister der Gemeinde Ingersheim. Ab 2004 saß das Mitglied der FDP-Fraktion auch im Kreistag, übernahm dort das Amt des Fraktionsvorsitzenden. Foto: /Werner Kuhnle

Der langjährige Bürgermeister stirbt in der Nacht zum Mittwoch mit 62 Jahren. Sein Engagement im Kreis reichte weit über die Kommunalpolitik hinaus.  

Angehörige, die Gemeinde Ingersheim, politische Weggefährten und Freunde trauern um Volker Godel. Der langjährige Ingersheimer Bürgermeister verstarb in der Nacht zum Mittwoch mit 62 Jahren. Bereits die letzten zwei Wochen klagte er über Kurzatmigkeit. Auf Anraten des Arztes sollte er bis Ende des Monats an keiner Veranstaltung mehr teilnehmen.

Vielseitiges Engagementim Landkreis Ludwigsburg

Mit Volker Godel verliert der Landkreis Ludwigsburg einen engagierten Kommunalpolitiker. Er war von 1996 bis 2020 Ingersheimer Bürgermeister. Godel folgte im Februar 1996 Martin Maier und erhielt im ersten Wahlgang 51,17 Prozent.

Er war unter anderem auch Fraktionschef der FDP im Kreistag, dem Gremium gehörte er seit 2004 an, sowie Vorsitzender des Kreisverbandees für Obstbau, Garten und Landschaft Ludwigsburg e.V. Selten ließ er eine Sitzung in diesem Verein aus.

Außerdem engagierte er sich im Vorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Nordwürttemberg und war Mitglied im Förderverein der Evangelischen Heimstiftung.

Daneben war Volker Godel ein großer Katzenliebhaber, passionierter Pfeifenraucher und leidenschaftlicher Motorradfahrer. Viele Touren organisierte er durch ganz Europa schon in seiner Amtszeit für Bürgermeisterkollegen. Auf sein Wissen über die richtigen Wege und Anlaufstellen griffen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auch in seinem Ruhestand zurück.

In Ingersheim baute er in den letzten Jahrzehnten eine enge Beziehung zur elsässischen Partnergemeinde auf. Vor allem verband ihn eine tiefe Freundschaft mit dem früheren Bürgermeister Gerard Cronenberger. Beide besuchten sich regelmäßig, die nächste gemeinsame Urlaubsfahrt war schon geplant.

Die Sacharbeit stand stetsan erster Stelle

Als kommunalpolitischer Macher, bei dem die Sacharbeit an erster Stelle stand, ärgerte er sich über Engstirnigkeit, Populismus und Beharren auf unrealistischen Positionen, nicht nur im Kreistag wurde auf sein politisches Urteil und kommunalpolitischen Sachverstand vertraut. Für Volker Godel war immer klar, dass es für die Entwicklung der Gemeinde Ingersheim einen langen Atem braucht, dass man den Mut haben müsse, Widerstand zu zeigen, ebenso sei vorausschauendes Agieren nötig.

Kritik nahm er durchaus ernst und nutzte diese auch zur Selbstbefragung. Bei allem war ihm das harmonische Miteinander wichtig, auch im Ruhestand ging er auf die Bürgerschaft zu und stand mit Rat und Tat zur Seite.  

 
 
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