Ehrentag des Unkrauts Wildes Kraut zur Stärkung der Abwehr

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Cornelia Wirsich aus Sachsenheim kennt sich mit Kräutern bestens aus. ⇥ Foto: Martin Kalb

Heilpraktikerin Ursula Eschrich gibt Tipps, wie man sein Immunsystem stärken kann.

Auch Cornelia Wirsich hat das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung gemacht: Ihre Kräuterseminare für die kommende Zeit musste die Heilpraktikerin aus Kleinsachsenheim allesamt absagen. „Das ist doppelt schade. Denn die wilden Kräuter, die gerade bei uns wachsen, stärken das Immunsystem. Zum Ehrentag des Unkrauts nennt die Naturfreundin in der BZ einige Vitaminbomben und Abwehrstärker und erklärt, wie man sie lecker einsetzt.

Einige positive Eingenschaften, so Wirsich, hätten alle Kräuter gemein: einen hohen Vitamingehalt, besonders Vitamin C. Und: „Da das Vitamin C im natürlichen Verbund mit anderen Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Vitalstoffen und Spurenelementen, vorliegt, hat es eine ganz andere, nämlich effektive, Wirkung als Vitamin C zum Beispiel in Tablettenform.“ Außerdem enthalten die wilden Kräuter viele Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium oder Eisen. „Nach der Winterruhe haben Sie besonders viel Lebensenergie und Kraft“, so die Expertin. Weitere positive Effekte: eine reinigende und entschlackende Wirkung, was der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugt. „Der gesamte Organismus, vor allem Leber und Nieren, wird gestärkt.“

Gundermann, Giersch und Bärlauch

Vogelmiere: Neben ihrer anregenden Wirkung für Nieren und Harnblase wirkt das „Poker-Kraut“ schleimlösend, hustenreizstillend und entzündungshemmend. Verwendet wird sie roh in Salaten, Kräuterbutter und -quark, oder als Tee für eine Augenkompresse.

Gundermann Er zeigt aktuell bereits wunderschöne kleine lila Blüten, kriecht auf dem Boden entlang, hangelt sich aber auch von Mauern hinunter. Die frischen Blätter können roh in Salate oder Frischkäse geschnitten werden. Auch für ein Kräutersalz eignet er sich. Größere Blätter können mit geschmolzener Schokolade bestrichen werden.

Bärlauch: Zu finden sind die großen, grünen Blätter an halbschattigen, feuchten Plätzen. Er wirkt bei Störungen des Magen- und Darmtrakts, stärkt das Blutgefäßsystem und beugt so Arteriosklerose vor. Außerdem hat er antibiotische Wirkung. Mit seinem feinen Knoblauchgeschmack eignet er sich für Pesto und Aufstriche, Salate und Kräuterquark. Wirsich warnt: „Bärlauch sollte nicht mit Blättern von Aronstab, Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt werden.“

Scharbockskraut: Dieses wilde Kraut wird „schon in ein paar Wochen wieder verschwunden sein“, betont die Kräuterkundlerin. Sein Name leitet sich von „Skorbut“, der Vitamin-C-Mangelkrankheit, ab. Scharbockskraut enthält nämlich besonders viel Vitamin C. „Es sollte gepflückt werden, bevor es in gelben, glänzenden Blüten zu blühen beginnt.“ Dann passt es prima roh in Salaten und Brotaufstrichen, zu Ei und herzhaften Aufläufen.

Große und kleine Brennnessel: „Sie eignen sich hervorragend für eine Frühjahrskur, zum Beispiel als Trinkkur in Form von Brennnesseltee.“ Das Kraut wirkt harntreibend, blutreinigend, blutbildend und enthält viel Eisen. Auch als Wildgemüse mit Spinat oder Giersch „sind Brennnesseln ein Gaumenschmaus“, schwärmt Wirsich.

Giersch: „Ungeliebt bei vielen Gartenbesitzern, da er immer und immer wieder sprießt ist er doch ein sehr heilkräftiges Kraut.“ Er ist hilfreich bei Gicht und Rheuma. Da er viel Kalium enthält, fördert er den Harnfluß und unterstützt so die Ausscheidung. „Das beugt der Frühjahrsmüdigkeit vor“, sagt Wirsich. Die zarten hellgrünen Blätter schmecken sehr mild in Frischkäse, Joghurt, Quark oder Salaten.

Ehrenpreis/„Allerweltsheil“: Die diversen Arten wie der Gamander-Ehrenpreis kommen aktuell vielerorts vor. „In sonnenbeschienenen Weinbergen fallen zweitflächige, hellblau blühende Teppiche auf“, erklärt die Kräuterfrau. Im Tee mit anderen Kräutern wirkt er bei Erkältung, Gicht, Rheuma, Leber- und Hautleiden.

Behaartes Schaumkraut: Die auch als „Gänsekresse“ oder „Springkraut“ bezeichnete Pflanze enthält ebenfalls sehr viel Vitamin C. „Im Verbund mit anderen Inhaltsstoffen wie den Senfölglykosiden unterstützt es unser Abwehrsystem in besonderer Weise. Mit dem leicht scharfen, kresseartigen Geschmack schmeckt Schaumkraut sehr fein in frischen Salaten, zu Kartoffeln oder im herzhaften Risotto“, betont Cornelia Wirsich.

 
 
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