Eine Ingersheimerin wird 102 Jahre alt Ein Leben, das über 100 Jahre umfasst

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Wilma Unkauf ist 102 Jahre alt und noch fit. ⇥ Foto: Werner Kuhnle

Wilma Unkauf aus Ingersheim feiert an diesem Montag ihren 102. Geburtstag. Ein Einblick in ihr Leben.

„Alt wird man halt“, meint Wilma Unkauf bescheiden. Ihren Geburtstag verbringt die 102-Jährige im Karl-Ehmer-Stift in Ingersheim. Dort lebt die gebürtige Esslingerin (Stadtteil Berkheim) seit 2014, zunächst im Betreuten Wohnen. Erst im Alter von 99 Jahren kam die rüstige Seniorin in stationäre Pflege. Keine Selbstverständlichkeit, findet sie: „Gottseidank bin ich noch klar im Kopf und gut zu Fuß“.

Dass sie bis in’s hohe Alter noch fit ist, hängt sicherlich auch mit ihrem Hobby zusammen: Kegeln. „Da rennt sie schneller als alle anderen“, erzählt Hausdirektorin Kerstin Wulle. Außerdem nähte sie für ihr Leben gern.

In ihrem Leben hat die 102-Jährige viel geschafft. Ihre Kindheit verbrachte sie auf dem Hof, den schon ihre Großeltern geführt haben. Nachdem ihr Bruder in Stalingrad gefallen war, führte sie den Hof mit ihrer Tante und später mit ihrem Mann weiter, bis ihn schließlich ihr Sohn übernahm.

Nachdem sie den Realschulabschluss in der Tasche hatte, besuchte Unkauf die Oberschule, das Gymnasium in Feuerbach. Gefallen haben ihr an der Schulzeit vor allem ihre Freundinnen. Auch beim Ballspielen hatte sie große Freude. Nach ihrem Abitur besuchte sie die Haushaltsschule, ein Pflichtjahr für Frauen, das 1938 von den Nationalsozialisten eingeführt worden ist. „Da wurde man voll gescheit“, meint sie lachend.

Ihren Mann heiratete sie, als sie 19 Jahre alt war. Schon beim Kennenlernen war für sie klar: „Den nehm ich“. Mit der Hochzeit und der Ehe sei alles gut gegangen. Der gemeinsame Sohn ist heute über 80 Jahre alt. Neben drei Enkeln hat Wilma Unkauf zwei Ur-Enkel.

Wie man ein solch hohes Alter rüstig erreichen kann, weiß Unkauf nicht so genau. Sie hat aber einen Rat: „Jeden Tag leben, aber nicht ‚über‘ leben“. Es also nicht übertreiben. Und wie geht’s jetzt weiter? „Jetzt triel ich vor mich hin“, meint sie schmunzelnd. ⇥

 
 
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