Eine Serie über Familien, die sportlich aktiv sind Mehr Ehrenamt als bei den Geskes geht kaum

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Sabrina unter anderem beim Badminton, Sieghard im Fußballverein, Karin (mit Enkel Jonas) als Trainerin und Kampfrichterin und Jasmin Geske bei Gymnastik und Tanz prägen das Sportgeschehen in Sersheim.⇥ Foto: Jan Simecek

Es gibt kaum eine Aktivität in Sersheim, bei der nicht wenigstens ein Mitglied der Familie Geske involviert ist. Mutter Karin und die Töchter Jasmin und Sabrina sind vor allem durch die erfolgreiche Gymnastikabteilung des TVS bekannt.

Ohne Ehrenamt geht im Amateursport wenig bis nichts. Was im Profisport oft ein ganzes Heer an bezahlten Betreuern erledigt, schaffen bei den Hobbysportlern zumeist Enthusiasten, die für ihren Verein, ihren Sport leben. Damit das Privatleben nicht zu sehr darunter leidet, sind auch immer wieder ganze Familien im Einsatz. In unregelmäßigen Abständen richtet die BZ den Blick auf diese im lokalen Sport aktiven Familien. Im zweiten Teil der Serie geht es um die Familie Geske, ohne die das Sportgeschehen in Sersheim kaum vorstellbar ist.

Sportverrückter als die Geskes geht kaum. Es gibt fast nichts in Sersheim, bei dem Vater Sieghard, Mutter Karin oder die Töchter Jasmin und Sabrina nicht irgendwie die Finger im Spiel haben. Sieghard fing einst als kleiner Steppke mit Turnen an, wechselte dann in der C-Jugend, nachdem der Platz bei der Sport- und Kulturhalle neu gebaut worden war, zum Fußball und zur Leichtathletik. „Vorher durfte ich nicht, da lag der Sportplatz zu weit außerhalb“, berichtet er schmunzelnd. In der A-Jugend konzentrierte er sich schließlich ganz auf den Fußball, übernahm auch schon einen ersten Trainerposten für eine andere Jugendmannschaft. Mit 22 musste er allerdings seine aktive Karriere wegen eines Meniskus- und Knorpelschadens frühzeitig beenden. Sein Engagement begann da allerdings erst richtig. In der Folge war er Ausschussmitglied, Jugendleiter, Vorsitzender des VfR Sersheim und vieles mehr. Seit 2001 ist er auch für die Freien Wähler im Gemeinderat und seit 2004 stellvertretender Bürgermeisters der Gemeinde.

Könnte man bei Sieghard schon einen eigenen Artikel über seine Ämter und Aktivitäten schreiben, so würde es bei Ehefrau Karin vermutlich ein Buch werden. Allein alle Kurse, die sie beim TV Sersheim gibt, aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Dazu schaut sie beispielsweise, wenn nicht gerade das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung macht, wöchentlich im Seniorenheim vorbei, um die Bewohner ein bisschen auf Trab zu halten. „Wer rastet, der rostet“ ist für Karin Geske oberste Devise und so versucht sie, möglichst viele Menschen dazu zu bringen, sich zu bewegen.

Am bekanntesten ist sie aber wohl als Mutter der erfolgreichen Sersheimer Gymnastinnen. Dazu zählten und zählen auch die Töchter Sabrina und Jasmin. „Sabrina war schon immer von Bällen fasziniert. Sie spielt inzwischen Badminton und beim FSV 08 Bissingen Fußball“, erzählt Karin. Momentan liegt allerdings beides auf Eis, denn der Badminton-Abteilung fehlen vor allem weibliche Aktive und außerdem ist sie gerade in der Babypause. „Unseren Schwiegersohn hat sie natürlich auch im Verein kennengelernt. Die beiden kennen sich schon seit dem Mutter-Kind-Turnen“, berichtet Karin Geske.

Jasmin ist dagegen nach wie vor der Gymnastik treu, auch wenn sie immer wieder Neues probiert. In der Vergangenheit war sie bei den Pflicht- und Kürübungen sehr erfolgreich, inzwischen mag sie es lieber etwas tänzerischer und wurde mit der Gruppe „gOldies“ im Vorjahr deutscher Vizemeister mit ihrem Tanz. Sie ist gemeinsam mit den anderen auch sehr engagiert bei der Musikauswahl und der Gestaltung der Kostüme. Und wie Mutter Karin ist sie inzwischen auch Kampfrichterin.

Bei so viel Vereinsleben kommt gelegentlich das Familienleben etwas kurz. „Die Kinder haben schon manchmal darunter gelitten, wenn es 35 Grad draußen hatte und sie lieber ins Freibad gegangen wären, aber mit in die Sporthalle mussten. Aber im Großen und Ganzen haben sie es auch immer gern gemacht“, erzählt Mutter Geske. Und ganz so ist es ja auch nicht, dass es bei den Geskes gar kein Familienleben gebe. „Wir sitzen auch gerne mal auf dem Sofa und trinken ein Viertele“, sagt Karin und merkt schmunzelnd an: „Allerdings ist dann oft die Frage, wer zuerst dabei einschläft.“

 
 
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