Eishockey, DEL2 4:2 – Steelers wehren Angriff der Lausitzer Füchse ab

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Füchse-Schlussmann Mac Carruth pflückt sich die Scheibe, Steelers-Stürmer René Schoofs (links) lauert vergeblich auf einen Abpraller. Im Hintergrund verfolgt der Bietigheimer Matchwinner Norman Hauner die Situation aus der Distanz. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Das dezimierte Bietigheimer DEL2-Team bezwingt den Verfolger aus Weißwasser und kann wieder nach oben schauen. Norman Hauner trifft doppelt.

Seit Sonntag, 19.29 Uhr, hängt das Damoklesschwert Abstiegsrunde nicht mehr über den Bietigheim Steelers. Mit einem 4:2-Heimsieg wehrte das DEL2-Team aus dem Ellental den Angriff der Lausitzer Füchse ab und vergrößerte den Abstand zu Platz elf auf wieder sieben Zähler. Die Gefahr, noch in die Playdowns zu rutschen, scheint bei sechs ausstehenden Spielen gebannt. „Das war ein großer Sieg für uns gegen eine sehr kämpferische Mannschaft“, sagte SCB-Trainer Marc St. Jean, dem die Erleichterung deutlich anzumerken war.

Die Steelers können den Blick nun wieder guten Gewissens nach oben richten. Aktuell belegen sie den achten Rang, der nach der Hauptrunde den Gang in die Pre-Playoffs bedeuten würde. Doch der Rückstand zu Platz sechs, der die direkte Qualifikation fürs Playoff-Viertelfinale garantiert, beträgt nur noch zwei Punkte. Für Spannung ist im Saisonendspurt also gesorgt.

Kranker Fitzgerald fällt aus

Ausgerechnet in dem so wichtigen Big-Point-Duell gegen Weißwasser musste St. Jean auf die beiden schnellen Kontingentstürmer Guillaume Leclerc und Myles Fitzgerald verzichten. Leclerc weilte beim französischen Nationalteam, der Kanadier Fitzgerald fiel kurzfristig mit einem Magen-Darm-Infekt aus. Zudem fehlte wie gehabt das verletzte Trio Tim Schüle, Dennis Swinnen und Lukas Laub. Für die dezimierte Bietigheimer Mannschaft wurde die Partie gegen die Füchse so zu einer Willenssache und einem Charaktertest. Die Steelers hatten dabei einen Frischevorteil, denn sie waren am Freitagabend spielfrei, während die Gäste da noch zu Hause gegen Ravensburg (4:1) um Punkte kämpften.

Dass für beide Klubs viel auf dem Spiel stand, zeigte sich auch in den vielen Animositäten auf dem Eis, die man in dieser Häufung sonst meist nur aus den Playoffs kennt. Immer wieder gerieten Akteure aneinander, kam es vor den Toren zur Rudelbildung – ein Indiz, wie intensiv die Begegnung geführt wurde. Spielerisch mussten die 2895 Zuschauer in der EgeTrans-Arena dagegen Abstriche machen.

Die Lausitzer bestimmten die Anfangsphase, doch der gut aufgelegte Goalie Stephon Williams ließ sich nicht bezwingen. Die Hausherren lauerten geduldig auf ihre Chancen. Ein Konter bescherte ihnen in der 15. Minute die 1:0-Führung. Norman Hauner tankte sich auf dem rechten Flügel durch und bezwang den US-amerikanischen Füchse- Goalie Mac Carruth mit einem fulminanten Schuss (15.).

Erstes Drittel endet vorzeitig

Danach wurde es kurios: Weil die Tür zur Gästebank defekt war und der Eismeister diese erst reparieren musste, schickten die Schiedsrichter Patrik Gogulla und Eugen Schmidt die Profis bereits vier Minuten und 34 Sekunden vor dem eigentlichen Drittelende in die Kabinen. Diese Zeit wurde dann nach der ersten Pause vor dem zweiten Durchgang nachgeholt. Nach Wiederanpfiff erhöhte Bietigheim beim Spiel vier gegen vier auf 2:0 – Freddy Cabana vollendete nach einem Rückpass von Alexander Preibisch (18.). Im zweiten Drittel verhinderte Williams mehrfach das 1:2. Die Steelers verteidigten verbissen und spekulierten auf Konter. Mit 16:13 Torschüssen führten die Füchse nach zwei Dritteln, nach Treffern lag aber der SCB mit 2:0 vorne.

Der letzte Spielabschnitt begann mit einem Zufallstreffer der Gäste: Aus einer eigentlich aussichtslosen Situation schoss Jakub Kania die Scheibe Williams an den Rücken, und von dort prallte den Puck zum 1:2 ins Netz (42.). Mit einer feinen Einzelaktion stellte Hauner in der 50. Minute den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her: Der 28-jährige Stürmer düpierte zwei Füchse-Verteidiger mit einer Körpertäuschung und schob Carruth den Puck frech zum 3:1 durch die Schoner. „Hauni hat viel Talent beim Schuss und gute Hände. Er braucht nur wenige Chancen. Heute haben ihm zwei gereicht, um zwei Tore zu schießen“, lobte St. Jean später seinen Matchwinner. „Er ist ein wichtiger Spieler unserer Mannschaft.“

Nachdem Jordan George, der Topscorer der Ostdeutschen, auf 2:3 verkürzt hatte (56.), war beim Bietigheimer Anhang allerdings noch mal Zittern angesagt. Das Empty-Net-Goal von Benjamin Zientek 22 Sekunden vor Spielende brachte letztlich die Erlösung und die Gewissheit: Im Ellental geht’s wieder aufwärts.

 
 
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