Eishockey, DEL2 Frusterlebnis zum Jahresabschluss

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Matt McKnight lässt den Kopf hängen. Dem Steelers-Topscorer ist die Enttäuschung über die schwache Bietigheimer Leistung im ersten Drittel im Gesicht abzulesen. ⇥ Foto: MARTIN KALB

Die Bietigheim Steelers kassieren im letzten DEL2-Spiel 2019 eine 1:7-Heimpleite gegen den Spitzenreiter Kassel Huskies. Trainer Marc St. Jean hofft auf Besserung im neuen Jahr.

Die Kassel Huskies haben bereits am Montagabend, einen Tag vor Silvester, ein Feuerwerk gezündet – auf dem Eis der EgeTrans-Arena. Der DEL2-Primus gewann bei den Bietigheim Steelers mit 7:1 und fügte dem SCB zum Jahresabschluss die zweite Heimniederlage in Folge zu. Eine Niederlage, die sich gewaschen hatte. Die Nordhessen gehen nun mit einem Punkt Vorsprung als Spitzenreiter ins Jahr 2020. Der einzige Trost für die Steelers ist, dass sie in der Tabelle keinen Platz eingebüßt haben, sondern weiter Siebter sind – was freilich den traditionell hohen Ansprüchen im Ellental nicht wirklich genügt. „2019 war ein holpriges und sehr überraschendes Jahr. 2020 müssen wir nach vorne schauen und uns verbessern“, zog Trainer Marc St. Jean Bilanz.

Auch der Bietigheim-Bissinger Oberbürgermeister Jürgen Kessing, der auf der Haupttribüne mitfieberte, brachte den Hausherren diesmal kein Glück. Das erste Drittel ging aus Steelers-Sicht total daneben. Mit vier Toren und einer 4:0-Führung stellten die Huskies die Weichen frühzeitig auf Auswärtssieg. Schon nach 28 Sekunden schloss der Kanadier Spencer Humphries den ersten Kasseler Angriff mit dem 1:0 ab. In der achten Minute erhöhte erneut Humphries nach einem Rückpass von Richard Mueller auf 2:0. In Überzahl fiel durch Nathan Burns das 3:0 (17.), und 27 Sekunden vor Drittelende traf Corey Trivino gar zum 4:0. In der ersten Pause waren – bei dem Zwischenergebnis nicht verwunderlich – Pfiffe von den Rängen zu hören.

Kassel spielte vor den 3174 Zuschauern so, wie es von einem Topteam zu erwarten ist: abgeklärt, effektiv und diszipliniert. Den drei ausgeglichen stark besetzten Reihen konnten die Steelers, die auf die verletzten Lukas Laub, Dennis Swinnen und Norman Hauner verzichten mussten, nicht das Wasser reichen. Die Mannschaft wirkte nach dem kräftezehrenden Auftritt zwei Tage zuvor in Weißwasser und der langen Rückfahrt platt und nicht bereit. Da auch in der Verteidigung kaum etwas stimmte, deutete sich ein ähnliches Debakel an, wie die Bietigheimer Anfang Oktober in Kassel erlebt hatten. Ein 2:10 gab es damals.

Brenner ersetzt Williams im Tor

Zum zweiten Drittel versuchte es St. Jean mit einem Torhüterwechsel: Cody Brenner löste den indisponierten Stephon Williams ab. Der unbefriedigende Spielstand hatte die Mannen in den grünen Trikots offenbar so sehr gekränkt, dass sie nun mächtig Dampf machten und die Huskies in die Defensive drängten. Nach einem Querpass von Chris Owens verkürzte Benjamin Zientek per Schlagschuss auf 1:4 (25.). Die Steelers witterten plötzlich Morgenluft, zumal die Gäste im Angriff nur noch sporadisch in Erscheinung traten. Dies änderte sich, nachdem Brett Breitkreuz die dritte Bietigheimer Strafzeit kassiert hatte. In Überzahl schlüpfte Brenner ein haltbarer Schuss von Justin Kirsch irgendwie noch durch die Schoner – das 1:5 (28.). Die Huskies hatten den Hausherren schnell wieder den Zahn gezogen.

Passend zum Bietigheimer Spiel kassierte der SCB bei einem Powerplay einen Unterzahltreffer: Michael Christ lief drei Verfolgern leichtfüßig davon und setzte die Scheibe platziert zum 1:6 ins Eck (49.). Längst war die Luft raus, auch wenn die Steelers-Fans unverdrossen bis zum bitteren Ende ihre Vereinsliebe besangen – selbst dann noch, als Marco Müller das siebte Kasseler Tor geschossen hatte (58.). „Die Fans haben uns trotzdem unterstützt. Dafür möchte ich mich bedanken“, sagte St. Jean.

 
 
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